Brüssel, 26. Februar 2026 – Berlin Morgen Zeitschrift, Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat die Europäische Union offiziell zu einer „Fact-Finding-Mission“ aufgerufen, um eine Inspektion der Druschba-Pipeline auf ukrainischem Staatsgebiet durchzuführen. In einem Brief an EU-Ratspräsident Antonio Costa schlug Orbán vor, dass Experten aus Ungarn und der Slowakei den Zustand der Leitung prüfen sollen, durch die seit Ende Januar kein Öl mehr fließt. Kiew gibt russische Luftangriffe als Grund für den Ausfall an, während Budapest politische Motive vermutet. Orbán signalisierte, dass eine erfolgreiche Inspektion der Druschba-Pipeline und die Klärung des Status quo den Weg für die derzeit blockierten EU-Milliardenhilfen für die Ukraine ebnen könnten.
Die geopolitische Relevanz der Untersuchung
Die Energieversorgungssicherheit Ungarns und der Slowakei hängt massiv von der Funktionsfähigkeit der südlichen Route der Druschba-Leitung ab. Seit Ende Januar 2026 ist der Fluss des schwarzen Goldes unterbrochen. Während Kiew technische Defekte durch russische Luftangriffe als Grund anführt, sieht Budapest eine bewusste Drosselung. Eine neutrale Inspektion der Druschba-Pipeline soll nun Licht ins Dunkel bringen und die technischen Fakten von den politischen Narrativen trennen.
Orbans Brief an Antonio Costa
In einem Schreiben an den Präsidenten des Europäischen Rates, Antonio Costa, plädierte Orban für eine „Fact-Finding-Mission“. Diese Mission soll unter der Leitung von Experten aus Ungarn und der Slowakei stehen. Eine solche Inspektion der Druschba-Pipeline wird als Voraussetzung gesehen, um das Vertrauen zwischen den Transitländern und der Ukraine wiederherzustellen. Ohne diese Transparenz, so die Drohung aus Budapest, bleibe das Veto gegen die neuen Ukraine-Milliarden bestehen.
Der Einfluss auf das 90-Milliarden-Darlehen
Die EU plant ein massives Finanzpaket, um die Ukraine wirtschaftlich stabil zu halten. Doch Ungarn nutzt seine Vetomacht konsequent. Die Argumentation ist simpel: Wenn die Ukraine die Energiesicherheit eines EU-Mitgliedsstaates gefährdet, könne sie nicht gleichzeitig massive finanzielle Unterstützung erwarten. Die geforderte Inspektion der Druschba-Pipeline dient hierbei als diplomatischer Hebel, um eine Lösung im festgefahrenen Streit um das Darlehen herbeizuführen.
„Ungarn unterstützt die Idee einer Erkundungsmission unter Beteiligung von Experten, die von Ungarn und der Slowakei delegiert werden, um den Status der Druschba-Pipeline zu überprüfen“, erklärte Viktor Orban.
Technische Unstimmigkeiten und Sicherheitsbedenken
Ukrainische Ingenieure betonen, dass Reparaturen in Kriegsgebieten lebensgefährlich und zeitaufwendig sind. Dennoch gibt es Berichte von Satellitendiensten, die keine massiven Zerstörungen an den Pumpstationen zeigen. Eine physische Inspektion der Druschba-Pipeline vor Ort durch ungarische Delegierte könnte klären, ob die Schäden tatsächlich irreparabel sind oder ob die Lieferstopps künstlich aufrechterhalten werden, um politischen Druck auf Ungarn auszuüben.
Die Rolle der Slowakei in der Energiekrise
Nicht nur Ungarn, auch die Slowakei leidet unter dem Versorgungsstopp. Premierminister Robert Fico hat sich der Forderung Orbans angeschlossen. Für die Raffinerie Slovnaft ist die Druschba-Route existenziell. Die beiden Nachbarstaaten koordinieren ihr Vorgehen in Brüssel eng, um sicherzustellen, dass die Inspektion der Druschba-Pipeline zeitnah und ohne Behinderungen durch ukrainische Behörden durchgeführt werden kann.
Sanktionen und die russische Komponente
Parallel zur Pipeline-Frage blockiert Ungarn das 20. Sanktionspaket der EU gegen Russland. Die ungarische Regierung argumentiert, dass Sanktionen, die die eigene Wirtschaft stärker schädigen als die russische, kontraproduktiv seien. Die Inspektion der Druschba-Pipeline wird somit zum Symbol für einen größeren Konflikt über die strategische Ausrichtung der EU gegenüber Moskau und Kiew.
Brüsseler Reaktion auf den Vorstoß
In den Gängen der EU-Kommission wird der Vorschlag skeptisch, aber pragmatisch geprüft. Man will eine totale Blockade der Ukraine-Hilfen vermeiden. Sollte eine Inspektion der Druschba-Pipeline der Preis für die Zustimmung Ungarns zum 90-Milliarden-Paket sein, könnte die EU bereit sein, diesen Weg zu gehen – sofern Kiew der Mission zustimmt und die Sicherheit der Experten garantiert werden kann.
Alternative Versorgungswege über die Adria
Ungarn prüft zwar die Nutzung der Adria-Pipeline (JANAF), doch deren Kapazitäten sind begrenzt und die Transitgebühren Kroatiens gelten als prohibitiv hoch. Daher bleibt die Inspektion der Druschba-Pipeline die einzige nachhaltige Lösung, um die Kosten für Benzin und Heizöl in Mitteleuropa stabil zu halten. Die Abhängigkeit von der alten sowjetischen Infrastruktur erweist sich einmal mehr als Achillesferse der ungarischen Energiepolitik.
Die Position der Ukraine zur Fact-Finding-Mission
Aus Kiew hört man bisher verhaltene Töne. Man sei offen für Transparenz, müsse aber die militärische Sicherheit gewährleisten. Eine Inspektion der Druschba-Pipeline in Gebieten, die unter ständigem Beschuss stehen, sei logistisch kaum umsetzbar. Kritiker vermuten, dass die Ukraine die Pipeline als Pfand nutzt, um Ungarn zu einer Aufgabe seiner pro-russischen Haltung zu zwingen.
Energiesicherheit als europäisches Kollektivgut
Der Fall zeigt deutlich, dass Energiepolitik in Europa längst keine rein nationale Angelegenheit mehr ist. Die Forderung nach einer Inspektion der Druschba-Pipeline wirft die Frage auf, wie die EU ihre Mitglieder vor einseitigen Transitstopps schützen kann. In Brüssel wird nun über neue Mechanismen diskutiert, die solche Krisen in Zukunft verhindern sollen, ohne die Solidarität mit der Ukraine zu untergraben.
Wirtschaftliche Folgen eines dauerhaften Stopps
Sollte die Untersuchung scheitern oder die Pipeline dauerhaft trocken bleiben, droht Ungarn eine Rezession. Die Industrie ist auf das günstige russische Öl angewiesen. Die Inspektion der Druschba-Pipeline ist daher für Orban nicht nur ein politisches Manöver, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit, um den sozialen Frieden im eigenen Land zu sichern.
Mögliche Szenarien für den Frühling 2026
Es gibt drei wahrscheinliche Ausgänge: Entweder die Ukraine gibt nach und lässt die Experten gewähren, die EU findet einen finanziellen Ausgleich für Ungarn, oder die Blockade verfestigt sich. Die Inspektion der Druschba-Pipeline bleibt das zentrale Puzzlestück in diesem geopolitischen Rätsel, das über die Stabilität der gesamten Region entscheiden könnte.
Diplomatische Weichenstellung für die Energiezukunft
Abschließend lässt sich sagen, dass der Vorstoß aus Budapest die EU dazu zwingt, Farbe zu bekennen. Geht es um Prinzipien oder um pragmatische Lösungen? Die Inspektion der Druschba-Pipeline wird zeigen, wie belastbar das europäische Bündnis im vierten Jahr des Ukraine-Konflikts tatsächlich noch ist.






























