München, 26. Februar 2026 – Berlin Morgen Zeitschrift, Der Freistaat Bayern setzt alles auf die Energie der Zukunft: Ministerpräsident Markus Söder hat angekündigt, 400 Millionen Euro in den Bau des weltweit ersten funktionsfähigen Kernfusionskraftwerk zur Stromerzeugung zu investieren. In einer Kooperation zwischen dem Startup Proxima Fusion, dem Energiekonzern RWE und dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) soll zunächst eine Demonstrationsanlage in Garching bei München entstehen. Langfristig ist Gundremmingen als Standort für ein kommerzielles Kernfusionskraftwerk im Gespräch, um die vorhandene nukleare Infrastruktur effizient zu nutzen. Laut RWE-Chef Markus Krebber bietet dies enorme Zeit- und Kostenvorteile, um Deutschland an die Weltspitze der Fusionsenergie zu führen.
Die strategische Weichenstellung für den Standort Bayern
Die Entscheidung für den Bau zeigt, dass der Freistaat nicht länger nur auf die Grundlagenforschung setzt, sondern die industrielle Anwendung forcieren will. Ein Kernfusionskraftwerk bietet im Vergleich zu herkömmlichen Kraftwerkstypen den entscheidenden Vorteil, dass es nahezu unerschöpfliche Mengen an Energie produziert, ohne dabei langlebigen hochradioaktiven Abfall zu hinterlassen. Dies ist ein entscheidender Faktor für die gesellschaftliche Akzeptanz und die langfristige Entsorgungssicherheit in Deutschland.
Die bayerische Strategie verfolgt dabei einen dualen Ansatz. Während in Garching bei München die wissenschaftliche Expertise des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik genutzt wird, rückt für die spätere kommerzielle Nutzung der Standort Gundremmingen in den Fokus. Hier kann auf eine bereits bestehende nukleare Infrastruktur zurückgegriffen werden, was die Planungsphasen massiv verkürzt und die Baukosten signifikant senkt.
Partnerschaft zwischen Wissenschaft und freier Wirtschaft
Ein Projekt dieser Größenordnung lässt sich nur durch starke Synergien realisieren. Das Start-up Proxima Fusion bringt die notwendige Agilität und innovative Stellarator-Technologie ein, während der Energiekonzern RWE die Erfahrung im Betrieb von Großkraftwerken beisteuert. Das Ziel ist es, ein Kernfusionskraftwerk zu entwickeln, das nicht nur im Labor funktioniert, sondern stabil und kosteneffizient Strom in das europäische Verbundnetz einspeist.
Bayern setzt hierbei auf den Stellarator-Ansatz, der im Gegensatz zum Tokamak-Prinzip einen kontinuierlichen Betrieb ohne Unterbrechungen ermöglicht. Dies ist für die Sicherung der Grundlast im bayerischen Stromnetz von essenzieller Bedeutung, besonders wenn Wind- und Sonnenenergie witterungsbedingt schwanken. Die Investition von 400 Millionen Euro ist somit auch eine Versicherung gegen künftige Energieengpässe.

Der technologische Vorsprung im internationalen Wettbewerb
Im globalen Wettlauf um die erste kommerzielle Nutzung der Fusion stehen die USA und China unter enormem Druck. Deutschland, und insbesondere Bayern, sichert sich durch dieses Vorhaben eine Spitzenposition. Markus Krebber, der Vorstandsvorsitzende von RWE, unterstreicht die Bedeutung der vorhandenen Ressourcen:
„Gundremmingen verfügt aufgrund seiner Geschichte über eine nukleare Infrastruktur. Dies bietet erhebliche Zeit- und Kostenvorteile und kann uns helfen, im internationalen Wettbewerb eine Vorreiterrolle einzunehmen.“
Nachhaltigkeit und ökologische Transformation der Industrie
Der ökologische Fußabdruck der bayerischen Industrie wird sich durch ein Kernfusionskraftwerk drastisch verbessern. Da bei der Fusion keine CO2-Emissionen entstehen und die Brennstoffe Deuterium und Lithium nahezu unbegrenzt verfügbar sind, handelt es sich um eine der saubersten Formen der Energiegewinnung. Dies ermöglicht es energieintensiven Unternehmen, ihre Produktion klimaneutral zu gestalten, ohne den Standort Deutschland aufgrund hoher Stromkosten verlassen zu müssen.
Zudem ist das Sicherheitskonzept einer solchen Anlage revolutionär. Sollte es zu einer Störung kommen, bricht die Fusionsreaktion innerhalb von Millisekunden physikalisch bedingt ab. Ein Schmelzszenario, wie es bei der Kernspaltung möglich wäre, ist bei einem Kernfusionskraftwerk ausgeschlossen. Diese inhärente Sicherheit macht die Technologie zu einem idealen Partner für dicht besiedelte Industrieregionen.
Wirtschaftlicher Aufschwung durch High-Tech-Arbeitsplätze
Neben der reinen Energieproduktion fungiert das Projekt als massiver Jobmotor. Ingenieure, Physiker und spezialisierte Handwerksbetriebe aus der Region profitieren direkt von den Aufträgen. Ein Kernfusionskraftwerk benötigt eine hochkomplexe Zulieferkette, die von Supraleitern bis hin zu spezialisierter Vakuumtechnik reicht. Viele dieser Komponenten werden direkt in Bayern entwickelt und gefertigt, was das Know-how im Land hält und den Export von Zukunftstechnologien fördert.
Herausforderungen bei der Genehmigung und Umsetzung
Trotz der Euphorie sind die bürokratischen Hürden für ein Kernfusionskraftwerk nicht zu unterschätzen. Da es sich um eine neue Technologie handelt, müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen erst präzise definiert werden. Bayern arbeitet hierbei eng mit den Bundesbehörden zusammen, um sicherzustellen, dass die Genehmigungsverfahren effizient und rechtssicher ablaufen. Das Ziel ist ein „Fast-Track“-Verfahren, das den Bau nicht unnötig verzögert.
Synergieeffekte mit anderen erneuerbaren Energien
Die Fusion wird die Photovoltaik und Windkraft nicht ersetzen, sondern ergänzen. Während die Erneuerbaren für die dezentrale Versorgung wichtig sind, liefert ein Kernfusionskraftwerk die stabile Basis für die Schwerindustrie und große Ballungsräume. In Zeiten von „Dunkelflauten“, in denen weder Wind weht noch die Sonne scheint, garantiert die Fusion die Versorgungssicherheit, ohne dass auf fossile Gaskraftwerke zurückgegriffen werden muss.
Diese Kombination macht Bayern zu einem der sichersten und saubersten Energiestandorte weltweit. Die Flexibilität, die ein modernes Kernfusionskraftwerk in der Laststeuerung bietet, ist zudem ideal, um Schwankungen im Netz auszugleichen, die durch den weiteren Ausbau von Wind- und Solarparks entstehen.
Investitionen in die wissenschaftliche Infrastruktur
Ein erheblicher Teil der 400 Millionen Euro fließt direkt in die Erweiterung der Forschungseinrichtungen in Garching. Hier wird die wissenschaftliche Basis für das spätere kommerzielle Kernfusionskraftwerk gelegt. Die Experimente am Max-Planck-Institut liefern die Daten, die Proxima Fusion benötigt, um die Magnetfelder des Stellarators zu optimieren.
Dieser Wissenstransfer zwischen öffentlicher Forschung und privater Anwendung ist beispielhaft für den „Bayerischen Weg“. Es entsteht ein Ökosystem, in dem Innovationen nicht in der Schublade landen, sondern direkt in die industrielle Produktion überführt werden. Das erste Kernfusionskraftwerk ist somit nur der Anfang einer ganzen Reihe von Anlagen, die weltweit nach bayerischem Vorbild entstehen könnten.

Die Rolle von Proxima Fusion und RWE im Detail
Proxima Fusion gilt als das europäische Pendant zu den großen US-Fusions-Start-ups. Mit dem Fokus auf den Stellarator-Ansatz haben sie eine Nische besetzt, die technologisch als sehr vielversprechend gilt. RWE wiederum bringt die nötige Finanzkraft und das operative Wissen ein, um ein Kernfusionskraftwerk über Jahrzehnte sicher zu betreiben. Diese Kombination aus visionärem Geist und etablierter Industrieerfahrung minimiert das unternehmerische Risiko und maximiert die Erfolgschancen.
Ausblick auf das Jahr 2030 und darüber hinaus
Sollte der Zeitplan für das erste Kernfusionskraftwerk eingehalten werden, könnte bereits in den 2030er Jahren der erste kommerzielle Strom fließen. Dies würde die europäische Souveränität in Energiefragen massiv stärken und Bayern zu einem der wohlhabendsten Standorte des Kontinents machen. Die Unabhängigkeit von Energieimporten aus politisch instabilen Regionen ist ein geopolitischer Vorteil, der kaum in Zahlen zu fassen ist.
Fazit zur bayerischen Energieoffensive
Bayern zeigt Mut, wo andere zögern. Der Bau des weltweit ersten Fusionskraftwerks ist ein klares Bekenntnis zum Industrie- und Forschungsstandort Deutschland. Es ist die Antwort auf die drängenden Fragen unserer Zeit: Wie produzieren wir genug Energie für eine wachsende Wirtschaft, ohne den Planeten zu zerstören?
Das Kernfusionskraftwerk wird das Gesicht der Energieversorgung verändern. Es bietet eine Perspektive, die über Ideologien hinausgeht und sich rein auf die physikalische Vernunft stützt. Wenn der erste Funke in diesem Reaktor gezündet wird, beginnt eine neue Zeitrechnung für die Menschheit – initiiert im Herzen Bayerns.




























