Budapest, 27. Februar 2026 – Berlin Morgen Zeitschrift, Ungarn und die Slowakei haben sich am Freitag auf die Bildung eines gemeinsamen Untersuchungsausschusses geeinigt, um den Zustand der wichtigen Ölverbindung in der Ukraine zu klären. Die Inspektion der Druschba-Pipeline soll Licht in den anhaltenden Streit mit Kiew bringen, nachdem die Öllieferungen aus Russland bereits Ende Januar eingestellt wurden. Während die Ukraine russische Drohnenangriffe für die Schäden verantwortlich macht, vermuten der ungarische Premierminister Viktor Orban und sein slowakischer Amtskollege Robert Fico politische Motive hinter dem Lieferstopp. Die Inspektion der Druschba-Pipeline soll nun offiziell bei der Europäischen Kommission beantragt werden, um eine schnelle Wiederaufnahme der Versorgung zu erzwingen, da beide Länder weiterhin auf russisches Rohöl angewiesen sind und derzeit ihre strategischen Reserven nutzen.
Eskalation im Energietransit zwischen Nachbarn
Die aktuelle Blockade der südlichen Route des Druschba-Systems hat eine der schwersten diplomatischen Krisen zwischen Kiew, Budapest und Bratislava seit Beginn der großflächigen Invasion vor vier Jahren ausgelöst. Während die ukrainische Seite angibt, dass russische Drohnenangriffe die Pumpstationen und Rohre schwer beschädigt haben, vermuten die Empfängerländer politische Motive hinter der Verzögerung der Reparaturarbeiten.
Eine physische Inspektion der Druschba-Pipeline vor Ort soll nun Klarheit darüber schaffen, ob die technischen Kapazitäten für eine Wiederaufnahme des Betriebs tatsächlich so stark beeinträchtigt sind, wie von Kiew behauptet. Die Weigerung der Ukraine, sofortigen Zugang zu gewähren, hat die Spannungen verschärft.
Strategische Reserven und alternative Versorgungswege
Sowohl die ungarische MOL als auch die slowakische Raffinerie Slovnaft mussten in den letzten Wochen tief in ihre strategischen Vorräte greifen. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wurden Tankerlieferungen aus Saudi-Arabien, Norwegen und Kasachstan geordert. Diese Umwege über Häfen an der Adria oder im Norden sind jedoch mit erheblichen Mehrkosten verbunden.
Die Regierungen fordern nun eine Inspektion der Druschba-Pipeline, um die langfristige Wirtschaftlichkeit ihrer Raffinerien zu sichern. Robert Fico, der slowakische Premierminister, warnte davor, dass die Industrie ohne das preiswerte Pipeline-Öl an Wettbewerbsfähigkeit verliere. Er kündigte an, den Fall vor die Europäische Kommission zu bringen, sollte die Ukraine die Kooperation weiterhin verweigern.
Das Untersuchungskomitee und die Forderung nach Transparenz
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán betonte in einer Videobotschaft, dass man nicht länger auf unbestätigte Berichte angewiesen sein wolle. Er forderte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj direkt dazu auf, die notwendigen Sicherheitsgarantien für die Inspektion der Druschba-Pipeline zu geben.
„Ich rufe Präsident Selenskyj dazu auf, dem Komitee Zugang zu gewähren und die für seine Arbeit erforderlichen Bedingungen zu schaffen.“ – Viktor Orbán, ungarischer Ministerpräsident.
Technische Hürden und die Realität vor Ort
Aus technischer Sicht ist eine Inspektion der Druschba-Pipeline unter Kriegsbedingungen ein hochkomplexes Unterfangen. Die ukrainische Regierung verweist darauf, dass viele Abschnitte der Leitung in Gebieten liegen, die weiterhin unter Beschuss stehen. Reparaturteams arbeiteten bereits unter Lebensgefahr, um die Infrastruktur instand zu setzen.
Dennoch bestehen die Experten aus Budapest und Bratislava darauf, dass eine Inspektion der Druschba-Pipeline auch per Drohnentechnologie und spezialisierten Messmolchen durchgeführt werden könnte, sofern die Ukraine die Datenhoheit teilt. Der Streit dreht sich also nicht nur um den physischen Zugang, sondern auch um die Transparenz technischer Daten.
Die geopolitische Dimension des Pipeline-Stopps
Es geht bei der Inspektion der Druschba-Pipeline um weit mehr als nur um Öl. Es ist ein Machtkampf um den Einfluss in Zentraleuropa. Kiew nutzt den Transitstatus als Hebel, um die EU-Staaten zu einer noch klareren Distanzierung von russischen Rohstoffen zu bewegen. Ungarn und die Slowakei hingegen pochen auf ihre Ausnahmeregelungen innerhalb der EU-Sanktionspakete.
Sollte die Inspektion der Druschba-Pipeline ergeben, dass die Schäden absichtlich nicht behoben werden, könnten drastische Gegenmaßnahmen folgen. Die Slowakei hat bereits angedeutet, ihre Notstromlieferungen an die Ukraine zu überdenken. Dies würde die ohnehin fragile ukrainische Energieversorgung in Bedrängnis bringen.
Druck auf die Europäische Kommission wächst
Bisher hat sich die Europäische Kommission in Brüssel zurückhaltend geäußert. Man erkennt zwar das Recht der Mitgliedstaaten auf Versorgungssicherheit an, möchte aber den Druck auf die Ukraine in dieser kritischen Kriegsphase nicht übermäßig erhöhen. Die Forderung nach einer Inspektion der Druschba-Pipeline stellt Brüssel nun vor eine schwierige Entscheidung: Solidarität mit einem Beitrittskandidaten oder Schutz der wirtschaftlichen Interessen eigener Mitglieder.
Perspektiven für eine schnelle Wiederinbetriebnahme
Experten bezweifeln, dass das Öl vor Abschluss einer unabhängigen Inspektion der Druschba-Pipeline wieder fließen wird. Das Misstrauen zwischen den Parteien ist zu tief verwurzelt. Ein positiver Bescheid des Untersuchungsteams könnte jedoch den Weg für internationale Finanzmittel ebnen, um die Reparaturen zu beschleunigen und die Leitung dauerhaft zu sichern.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob Kiew bereit ist, die Kontrolle über die Informationen teilweise abzugeben. Eine erfolgreiche Inspektion der Druschba-Pipeline wäre ein Signal der Kooperation in einer ansonsten festgefahrenen diplomatischen Lage.
Energetische Souveränität als ultimatives Ziel des Westens
Langfristig zeigt dieser Vorfall, wie prekär die Abhängigkeit von einzelnen Transitrouten ist. Während die Inspektion der Druschba-Pipeline kurzfristig die Lösung bringen soll, planen beide Länder bereits den Ausbau von Verbindungsleitungen zu anderen europäischen Netzen. Dennoch bleibt die Druschba aufgrund ihrer Kapazität auf absehbare Zeit unersetzlich.
Diplomatische Weichenstellung für den Krisenfrühling
Die Entscheidung über den Zugang wird vermutlich auf höchster politischer Ebene fallen. Wenn die Ukraine die Inspektion der Druschba-Pipeline ermöglicht, könnte dies die Wogen glätten. Sollte sie jedoch mauern, droht ein dauerhafter Bruch in der osteuropäischen Nachbarschaftspolitik, dessen Folgen weit über den Energiemarkt hinausgehen.






























