Teheran, 12. März 2026 – Berlin Morgen Zeitschrift, Der stellvertretende iranische Außenminister Majid Takht-Ravanchi hat klargestellt, dass die Durchfahrt durch die Straße von Hormus trotz des Kriegszustandes für bestimmte Länder weiterhin möglich ist. Während Schiffe von Nationen, die sich an der „Aggression“ der USA und Israels beteiligen, ausgeschlossen bleiben, kooperiert Teheran bereits mit Partnerstaaten bei der Passage. Gleichzeitig wies Takht-Ravanchi Vorwürfe von US-Präsident Donald Trump zurück, der Iran lege Seeminen in der strategisch wichtigen Wasserstraße. Teheran betonte, man wolle sicherstellen, dass dem Land kein neuer Krieg aufgezwungen werde. Dennoch bleibt die selektive Durchfahrt durch die Straße von Hormus ein mächtiges geopolitisches Instrument, das die globalen Handelsströme massiv beeinflusst.
Selektive Kooperation im Persischen Golf
Laut Takht-Ravanchi ist die Durchfahrt durch die Straße von Hormus kein generelles Privileg, sondern Gegenstand diplomatischer Abstimmungen. „Einige Länder haben bereits mit uns über die Passage der Meerenge gesprochen, und wir haben mit ihnen zusammengearbeitet“, betonte der Diplomat gegenüber der AFP. Damit signalisiert Teheran, dass es trotz der faktischen Schließung für bestimmte Akteure bereit ist, den Warenverkehr für Partner und neutrale Staaten aufrechtzuerhalten.
Diese selektive Öffnung dient als machtvolles Instrument der Außenpolitik. Während die Weltwirtschaft auf eine stabile Versorgung mit Energieträgern angewiesen ist, nutzt der Iran die Kontrolle über das Nadelöhr, um zwischen Verbündeten und Gegnern zu differenzieren. Die Durchfahrt durch die Straße von Hormus bleibt somit ein hochgradig politischer Akt, der weit über rein nautische Fragen hinausgeht.
Ausschluss von Aggressoren und Sicherheitsgarantien
Die iranische Regierung lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass Staaten, die sich an militärischen Aktionen gegen das Land beteiligen, von der Nutzung der Wasserstraße ausgeschlossen bleiben. Takht-Ravanchi stellte klar, dass jene Nationen, die sich der „Aggression“ angeschlossen haben, nicht von einer sicheren Durchfahrt durch die Straße von Hormus profitieren sollten. Dies betrifft insbesondere Schiffe, die unter der Flagge der USA oder Israels segeln oder deren Interessen vertreten.
Für die internationale Schifffahrt bedeutet dies eine Zweiklassengesellschaft auf dem Wasser. Während kooperierende Staaten Schutz genießen, müssen andere mit erheblichen Risiken oder Umwegen rechnen. Die Durchfahrt durch die Straße von Hormus wird so zum Lackmustest für die Beziehungen zu Teheran.
Dementi zu Minenlegungen und US-Vorwürfen
Ein zentraler Punkt der aktuellen Eskalation sind Berichte über iranische Minenaktivitäten. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, dass amerikanische Streitkräfte zahlreiche iranische Minenlegerschiffe angegriffen hätten. Takht-Ravanchi wies dies als haltlose Propaganda zurück. Auf die explizite Nachfrage, ob der Iran die Meerenge vermine, antwortete er:
„Überhaupt nicht. Das ist nicht wahr.“ – Majid Takht-Ravanchi, Stellvertretender Außenminister des Iran.
Der Iran betont stattdessen sein Interesse an einer langfristigen Stabilität, um zu verhindern, dass dem Land erneut ein Krieg aufgezwungen wird. Die Sicherstellung der Durchfahrt durch die Straße von Hormus für friedliche Zwecke wird von iranischer Seite als Teil dieser Defensivstrategie dargestellt.

Präventive Maßnahmen gegen zukünftige Kriege
Die Erfahrungen aus dem vergangenen Sommer sitzen in Teheran tief. Takht-Ravanchi erinnerte daran, dass nach dem Ausbruch der Feindseligkeiten im Juni eine kurze Phase der Ruhe eintrat, die jedoch von den Gegenspielern zur Umgruppierung genutzt wurde. Um eine Wiederholung solcher Szenarien zu vermeiden, bleibt die Kontrolle über die Wasserstraße strikt. Die geregelte Durchfahrt durch die Straße von Hormus ist für den Iran ein Garant dafür, dass keine unbemerkten militärischen Aufmärsche vor der eigenen Küste stattfinden.
Die Bedeutung für den Welthandel und die Schifffahrt
Die Straße von Hormus ist die Lebensader der globalen Ölversorgung. Etwa ein Drittel des auf dem Seeweg transportierten Erdöls passiert diese Engstelle. Jede Einschränkung der Durchfahrt durch die Straße von Hormus hat unmittelbare Auswirkungen auf die Rohölpreise in Rotterdam, New York und Singapur. Die Nachricht, dass der Iran mit einigen Ländern kooperiert, bietet zwar eine punktuelle Entlastung, beseitigt aber nicht das strukturelle Risiko einer vollständigen Blockade im Falle einer weiteren Eskalation.
Geopolitische Implikationen der iranischen Ankündigung
Die Strategie Teherans zielt darauf ab, die Allianz der Gegner zu spalten. Indem man einigen Ländern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus gewährt, während man anderen den Zugang verwehrt, erzeugt der Iran einen wirtschaftlichen Wettbewerbsvorteil für seine Partner. Dies könnte dazu führen, dass Nationen ihre Unterstützung für die US-geführte Sanktionspolitik überdenken, um ihre eigenen Lieferketten zu sichern.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Durchfahrt durch die Straße von Hormus das Barometer für den Frieden im Nahen Osten bleibt. Solange Diplomatie und maritime Kontrolle Hand in Hand gehen, besteht die Hoffnung auf eine Vermeidung des Äußersten. Dennoch zeigt die aktuelle Rhetorik, dass die Region nach wie vor auf Messers Schneide steht.




























