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Home die Politik

Merz will Deutschland modernisieren

by Heinz Kölzer
2025/12
in die Politik
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Merz will Deutschland modernisieren

Merz will Deutschland modernisieren - Friedrich Merz

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Merz will Deutschland von Grund auf modernisieren

Zwischen Sanierungsversprechen, geopolitischer Zeitenwende und dem Kampf um die politische Mitte

Merz will Deutschland modernisieren – Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wirtschaftlich, gesellschaftlich und geopolitisch ist das Land mit Herausforderungen konfrontiert, die in ihrer Gleichzeitigkeit und Tiefe historisch sind. Auf dem CSU-Bundesparteitag in München nutzte Bundeskanzler Friedrich Merz die Bühne, um einen umfassenden politischen Anspruch zu formulieren: Nicht ein radikaler Neubeginn, sondern eine grundlegende Modernisierung der Bundesrepublik sei nötig. Das politische System, die wirtschaftlichen Strukturen und die gesellschaftliche Selbstvergewisserung müssten erneuert werden – behutsam, aber entschlossen.

Dabei ging es Merz nicht um kurzfristige Reformen oder symbolische Projekte. Seine Rede war als langfristiger Kompass angelegt, als Versuch, Deutschland in einer Zeit globaler Umbrüche neu zu positionieren. Zugleich warnte der Kanzler eindringlich vor innenpolitischer Selbstbeschäftigung und parteitaktischem Kleinklein. In einer Welt wachsender Unsicherheit, so seine Botschaft, könne sich Deutschland keinen politischen Stillstand leisten.

Das „Haus Bundesrepublik“: Sanierungsbedürftig, aber tragfähig

Merz wählte ein bewusst bodenständiges Bild, um seine politische Agenda zu beschreiben. Die Bundesrepublik gleiche einem Haus, das nicht abgerissen werden müsse, dessen Fundament aber dringend überprüft und modernisiert werden müsse. Dieses Bild steht für Kontinuität und Reform zugleich: Die demokratische Ordnung, der Rechtsstaat und die soziale Marktwirtschaft seien stabil, doch viele tragende Elemente seien in die Jahre gekommen.

Ob Bürokratie, Infrastruktur, Bildungssystem oder Verwaltung – an zu vielen Stellen funktioniere Deutschland langsamer, schwerfälliger und komplizierter als nötig. Die Modernisierung des Staates sei daher keine ideologische Frage, sondern eine praktische Notwendigkeit. Merz machte deutlich, dass dieser Prozess nicht in wenigen Monaten abgeschlossen sein könne. Vielmehr handele es sich um eine Generationenaufgabe, die politische Geduld, gesellschaftliche Zustimmung und langfristige Planung erfordere.

Zentral sei dabei, die Bevölkerung mitzunehmen. Reformen, so der Kanzler, könnten nur gelingen, wenn sie erklärt, verstanden und als sinnvoll erlebt würden. Der Anspruch, Politik „von oben herab“ zu betreiben, habe ausgedient. Vertrauen entstehe nur durch Transparenz, Verlässlichkeit und erkennbare Ergebnisse

Schwarz-Rot als Stabilitätsanker in unsicheren Zeiten

Auf dem CSU-Parteitag wurde nicht nur programmatisch gesprochen, sondern auch politisch demonstriert. Die enge Zusammenarbeit zwischen CDU und CSU wurde ebenso betont wie das funktionierende Verhältnis zur SPD innerhalb der schwarz-roten Koalition. Merz ließ keinen Zweifel daran, dass er diese Koalition für die derzeit bestmögliche Regierungskonstellation hält.

Merz will Deutschland modernisieren
Merz will Deutschland modernisieren – Friedrich Merz

In einer Zeit politischer Fragmentierung und wachsender Ränder sei es entscheidend, dass die politische Mitte handlungsfähig bleibe. Der Kanzler machte deutlich, dass Unterschiede zwischen den Koalitionspartnern kein Zeichen von Schwäche seien, sondern Ausdruck demokratischer Vielfalt. Entscheidend sei, dass man trotz unterschiedlicher Perspektiven gemeinsame Lösungen finde.

Diese Betonung der Koalitionsfähigkeit ist auch eine bewusste Abgrenzung gegenüber politischen Kräften, die auf Polarisierung, Vereinfachung und Konfrontation setzen. Merz positioniert sich damit als Kanzler der Stabilität – nicht spektakulär, aber verlässlich.

Warnung vor innenpolitischer Selbstbeschäftigung

Ein zentrales Motiv der Rede war die Warnung vor politischer Selbstblockade. Angesichts tiefgreifender internationaler Veränderungen könne es sich Deutschland nicht leisten, sich in Detailstreitigkeiten zu verlieren. Der Kanzler machte deutlich, dass politische Energie eine begrenzte Ressource sei – und dass sie dort eingesetzt werden müsse, wo sie den größten Effekt entfaltet.

Damit richtet sich die Kritik nicht nur an die Opposition, sondern auch an die eigenen Reihen. Parteipolitische Profilierung, symbolische Konflikte und kurzfristige Schlagzeilen könnten zwar Aufmerksamkeit erzeugen, lösten aber keine strukturellen Probleme. Merz appellierte an die Verantwortung der politischen Klasse insgesamt, den Blick für das große Ganze nicht zu verlieren.

Freiheit, Frieden und Demokratie als Maßstab politischen Handelns

Besonders eindringlich wurde der Kanzler, als er den normativen Kern seiner Politik umriss. In historischen Rückblicken, so seine Überzeugung, werde man politische Entscheidungen nicht daran messen, ob einzelne sozialpolitische Stellschrauben kurzfristig angepasst wurden. Entscheidend sei vielmehr, ob die verantwortlichen Akteure ihren Beitrag zum Erhalt von Freiheit, Frieden und einer offenen Gesellschaft geleistet hätten.

Diese Werte seien keine Selbstverständlichkeit mehr. Die liberale Demokratie stehe unter Druck – von außen durch autoritäre Staaten und geopolitische Machtverschiebungen, von innen durch Populismus, Desinformation und Vertrauensverlust. Merz machte deutlich, dass die Verteidigung der demokratischen Ordnung kein abstraktes Ziel sei, sondern konkrete politische Konsequenzen habe.

Eine marktwirtschaftliche Ordnung, eingebettet in soziale Verantwortung und europäische Zusammenarbeit, sei dabei kein ideologisches Relikt, sondern eine bewährte Grundlage für Wohlstand und Stabilität. Gerade in Zeiten globaler Unsicherheit müsse Europa als Raum gemeinsamer Werte gestärkt werden.

Eine Welt im Umbruch: Deutschland im Zentrum globaler Verschiebungen

Der Kanzler zeichnete ein Bild einer Welt, die sich tiefgreifend verändert. Die aktuellen Entwicklungen seien mehr als konjunkturelle Schwankungen oder diplomatische Irritationen. Vielmehr handele es sich um grundlegende Verschiebungen der politischen und ökonomischen Machtzentren.

Asien, die USA, Europa – das globale Gleichgewicht gerate in Bewegung. Neue Allianzen entstünden, alte Gewissheiten verlören an Gültigkeit. Deutschland und Europa seien keine Zuschauer dieses Prozesses, sondern unmittelbar betroffen. Entscheidungen, die heute getroffen oder vertagt würden, hätten Auswirkungen über Jahrzehnte hinweg.

Merz deutete an, dass man das volle Ausmaß dieser Veränderungen möglicherweise erst im Rückblick erkennen werde. Umso wichtiger sei es, jetzt strategisch zu handeln, statt reaktiv zu agieren.

Europa zwischen Anspruch und Realität – Merz will Deutschland modernisieren

Implizit war die europäische Dimension ein zentraler Bestandteil der Rede. Deutschland könne seine Interessen und Werte nicht isoliert durchsetzen, sondern nur im Verbund mit seinen europäischen Partnern. Gleichzeitig stehe die Europäische Union vor internen Spannungen und externen Herausforderungen.

Wettbewerbsfähigkeit, Verteidigungsfähigkeit, technologische Souveränität – all diese Fragen seien europäisch zu beantworten. Merz’ Appell an eine marktwirtschaftliche Ordnung „mitten in Europa“ ist daher auch ein Bekenntnis zur europäischen Integration, allerdings ohne naive Erwartungen.

Europa müsse handlungsfähiger, schneller und entschlossener werden. Nationale Eitelkeiten dürften dabei nicht zum Hemmschuh werden.

Der Ukrainekrieg als Hintergrundrauschen der Zeitenwende

Auffällig war, dass der Kanzler den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht explizit thematisierte. Dennoch war der Konflikt als Hintergrund präsent. Die geopolitischen Verschiebungen, von denen Merz sprach, sind ohne diesen Krieg nicht zu verstehen.

Der Verzicht auf direkte Erwähnung kann als bewusste rhetorische Entscheidung gelesen werden: Der Krieg ist längst Teil der politischen Realität geworden, prägt Sicherheitsdebatten, Energiepolitik und internationale Beziehungen. Merz’ Fokus lag weniger auf der Tagespolitik als auf den strukturellen Folgen dieses Konflikts.

Modernisierung als politisches Langzeitprojekt

Die zentrale Botschaft der Rede lässt sich auf einen Begriff verdichten: Verantwortung. Verantwortung für den Zustand des Landes, für die Stabilität der Demokratie und für die Rolle Deutschlands in der Welt. Modernisierung, so Merz, sei kein Selbstzweck und kein technokratisches Reformprogramm, sondern eine politische Haltung.

Dazu gehört auch die Bereitschaft, unbequeme Entscheidungen zu treffen, Prioritäten zu setzen und Konflikte auszuhalten. Gleichzeitig betonte der Kanzler die Notwendigkeit gesellschaftlichen Zusammenhalts. Reformen ohne soziale Balance würden Akzeptanz verlieren und letztlich scheitern.

Zwischen Pragmatismus und historischer Perspektive

Was die Rede besonders machte, war ihre zeitliche Dimension. Merz sprach nicht nur über die nächsten Haushaltsjahre oder Legislaturperioden, sondern über historische Verantwortung. Die Frage, wie Deutschland in einigen Jahrzehnten auf diese Zeit zurückblicken wird, durchzog seine Ausführungen.

Diese Perspektive hebt sich deutlich von kurzfristiger Krisenkommunikation ab. Sie fordert Politik heraus, wieder strategischer zu denken – und Bürgerinnen und Bürger, politische Prozesse nicht nur an unmittelbaren Ergebnissen zu messen.

Anspruch und Wirklichkeit – Merz will Deutschland modernisieren

Friedrich Merz hat auf dem CSU-Parteitag einen hohen Anspruch formuliert. Die Modernisierung Deutschlands, der Schutz demokratischer Werte und die strategische Positionierung in einer sich wandelnden Welt sind große Aufgaben. Ob die schwarz-rote Koalition diesen Anspruch einlösen kann, wird sich nicht an Worten, sondern an Taten messen lassen.

Fest steht: Die Herausforderungen sind real, die Zeit drängt, und politische Selbstzufriedenheit wäre fehl am Platz. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob aus dem Bild des sanierungsbedürftigen Hauses eine tragfähige Zukunftsarchitektur entsteht – oder ob Deutschland an seinen eigenen Verzögerungen scheitert.

Eines jedoch machte die Rede deutlich: Die politische Mitte will den Anspruch nicht aufgeben, gestaltende Kraft zu sein. Ob ihr das gelingt, wird entscheidend dafür sein, wie stabil, frei und offen die Bundesrepublik in einer zunehmend unsicheren Welt bleibt.

Merz will Deutschland modernisieren – Wir bleiben am Ball für Sie. BerlinMorgen.

Tags: Merz will Deutschland modernisieren
Heinz Kölzer

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Heinz Kölzer schreibt zu den Themen Wirtschaft und Digitales

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