Potsdam/Frankfurt, 20. Februar 2026 – Berlin Morgen Zeitschrift, Brandenburgs Finanz- und Europaminister Robert Crumbach drängt auf ein Ende der Deutsch-polnische Grenzkontrollen bis spätestens Sommer 2026. Trotz der Verlängerung der Kontrollen durch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bis September 2026 argumentiert Crumbach, dass die neue EU-Asylreform (GEAS) ab Juni stationäre Binnenkontrollen überflüssig mache. Die Deutsch-polnischen Grenzkontrollen belasten zunehmend die lokale Wirtschaft, den Tourismus in der Lausitz und führen zu massiven Verzögerungen bei Lieferketten. Wirtschaftsverbände unterstützen die Forderung, da sich die Wartezeiten an wichtigen Übergängen wie der A12 seit Ende 2025 verdoppelt haben.
Die aktuelle Sicherheitslage an der Oder
Seit der Einführung der Kontrollen an den Binnengrenzen hat sich die Lage grundlegend gewandelt. Die Sicherheitsbehörden verweisen darauf, dass die Synergieeffekte mit den polnischen Partnern mittlerweile so effizient sind, dass physische Barrieren an Bedeutung verlieren. Dennoch bleiben die Deutsch-polnische Grenzkontrollen ein kontroverses Thema, da sie tief in den Alltag der Menschen eingreifen, die in der Metropolregion Berlin-Stettin leben und arbeiten.
Wirtschaftliche Herausforderungen für den Mittelstand
Besonders die Logistikketten zwischen Deutschland und Polen leiden unter der aktuellen Situation. Zeitkritische Lieferungen für die Automobilindustrie und den Onlinehandel verzögern sich regelmäßig durch die Deutsch-polnische Grenzkontrollen. Viele Speditionen müssen Umwege in Kauf nehmen oder zusätzliche Pufferzeiten einplanen, was die Transportkosten im Jahr 2026 weiter in die Höhe treibt und die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft schwächt.
Stimmen aus der Polizeigewerkschaft
In der Debatte um die Effektivität der Maßnahmen gibt es klare Expertenstimmen. Andreas Roßkopf, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für den Bereich Bundespolizei, betonte in einer aktuellen Stellungnahme die personelle Belastung:
„Wir sehen bei den Deutsch-polnische Grenzkontrollen eine enorme Bindung von Kräften, die wir für die mobile Fahndung im Hinterland weitaus flexibler und effizienter einsetzen könnten.“
Auswirkungen auf den Pendlerverkehr
Für tausende Arbeitnehmer, die täglich zwischen Slubice und Frankfurt (Oder) pendeln, sind die Wartezeiten zu einer massiven Belastung geworden. Die soziale Integration in der Grenzregion, die über Jahrzehnte mühsam aufgebaut wurde, droht durch die dauerhaften Deutsch-polnische Grenzkontrollen Schaden zu nehmen. Umfragen zeigen, dass die Akzeptanz für diese Maßnahmen in der Bevölkerung rapide sinkt, je länger die Einschränkungen der Reisefreiheit andauern.
Perspektiven für eine grenzenlose europäische Modellregion
Die Zukunft der Oder-Region hängt entscheidend davon ab, ob es gelingt, die Sicherheit der Bürger mit den Freiheiten des Binnenmarktes dauerhaft in Einklang zu bringen. Sollten die Deutsch-polnische Grenzkontrollen wie gefordert bis zum Sommer 2026 wegfallen, eröffnet dies die historische Chance, Brandenburg und seine polnischen Nachbarwoiwodschaften zu einer echten europäischen Modellregion weiterzuentwickeln. Ein barrierefreier Austausch fördert nicht nur die wirtschaftliche Synergie, sondern stärkt auch das soziale Gefüge in einer Region, die wie kaum eine andere vom grenzüberschreitenden Miteinander lebt. Es liegt nun an der Bundespolitik in Berlin, das Vertrauen in moderne, digitale Sicherheitskonzepte zu setzen und die stationären Deutsch-polnische Grenzkontrollen durch intelligente Lösungen zu ersetzen, die den europäischen Gedanken der Freizügigkeit im Herzen tragen und gleichzeitig den Schutzraum Brandenburg nachhaltig sichern.

Die Rolle des Schengen-Abkommens
Kritiker werfen der Bundesregierung vor, den europäischen Geist der offenen Grenzen durch nationale Alleingänge zu untergraben. Die Deutsch-polnische Grenzkontrollen werden oft als Symbol für ein zerklüftetes Europa wahrgenommen. Brandenburgs Vorstoß wird daher in Brüssel aufmerksam beobachtet, da er als Blaupause für andere Grenzregionen dienen könnte, die ebenfalls eine Rückkehr zur uneingeschränkten Freizügigkeit fordern.
Technologische Alternativen zur Überwachung
Ein Kernpunkt der Forderung aus Potsdam ist der Ersatz stationärer Posten durch intelligente Überwachungssysteme. Anstatt den Verkehr durch die Deutsch-polnische Grenzkontrollen auszubremsen, könnten automatisierte Kennzeichenerkennung und verstärkte Drohnenüberwachung im Grenzraum für Sicherheit sorgen. Diese Methoden gelten als weniger invasiv und ermöglichen eine zielgerichtete Kriminalitätsbekämpfung ohne Beeinträchtigung des Warenflusses.
Tourismus in der Grenzregion 2026
Der Ausblick auf die Sommersaison 2026 macht vielen Touristikern Sorgen. Radtouristen auf dem Oder-Neiße-Radweg und Wochenendausflügler meiden Gebiete, in denen sie mit langwierigen Identitätsprüfungen rechnen müssen. Die Beendigung der Deutsch-polnische Grenzkontrollen wäre ein wichtiger Impuls für die lokale Freizeitwirtschaft, die nach den harten Jahren der Pandemie und Energiekrise dringend auf grenzüberschreitende Besucher angewiesen ist.
Politische Verhandlungen in Berlin
In den kommenden Wochen werden die Gespräche zwischen dem brandenburgischen Innenministerium und dem Bundesinnenministerium intensiviert. Es geht darum, einen Kompromiss zu finden, der Sicherheitsinteressen mit der notwendigen Mobilität vereint. Sollten die Deutsch-polnische Grenzkontrollen im Sommer tatsächlich fallen, müsste parallel ein Konzept für eine verstärkte Schleierfahndung präsentiert werden, um das Sicherheitsniveau stabil zu halten.
Die Bedeutung der deutsch-polnischen Partnerschaft
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Berlin und Warschau haben durch die Grenzthematik eine neue Dynamik erhalten. Gemeinsame Streifen und ein verbesserter Informationsaustausch sind positive Begleiterscheinungen, die auch ohne stationäre Deutsch-polnische Grenzkontrollen fortbestehen sollen. Ein kooperativer Ansatz im Grenzschutz wird als langfristig tragfähiger angesehen als einseitige Kontrollmaßnahmen an den Brückenübergängen.
Infrastruktur und Digitalisierung der Grenzen
Ein weiterer Aspekt der Debatte ist die Modernisierung der Grenzinfrastruktur. Investitionen in digitale Netzwerke könnten dazu beitragen, verdächtige Bewegungen frühzeitig zu erkennen, ohne den regulären Reiseverkehr zu stören. Der Wegfall der Deutsch-polnische Grenzkontrollen würde finanzielle Mittel freisetzen, die direkt in die technologische Aufrüstung der Polizei und des Zolls fließen könnten.

Fiskalische Auswirkungen der Grenzsicherung
Die Kosten für die Aufrechterhaltung der stationären Kontrollstellen sind beträchtlich. Neben den Personalkosten fallen Ausgaben für temporäre Bauten und Logistik an. Eine Aufhebung der Deutsch-polnische Grenzkontrollen würde den Bundeshaushalt entlasten und Kapazitäten schaffen, die an anderen Brennpunkten der inneren Sicherheit dringend benötigt werden.
Soziokulturelle Integration im Grenzraum
Abschließend darf die psychologische Komponente nicht unterschätzt werden. Offene Grenzen fördern den Austausch und das gegenseitige Verständnis. Wenn die Deutsch-polnische Grenzkontrollen bis zum Sommer 2026 der Vergangenheit angehören, wäre dies ein klares Bekenntnis zu einem vereinten Europa, in dem Nachbarn ohne Misstrauen aufeinander zugehen können.
Vision eines barrierefreien Brandenburgs an der Oderfront
Die Weichen für eine Zukunft ohne Schlagbäume müssen jetzt gestellt werden, um die wirtschaftliche und gesellschaftliche Dynamik der Region nicht länger auszubremsen. Es bedarf einer mutigen Entscheidung der Bundespolitik, um den berechtigten Forderungen der betroffenen Bürger und Unternehmen nachzukommen. Eine Rückkehr zur Normalität ist nicht nur ein Wunsch der Pendler, sondern eine Notwendigkeit für die nachhaltige Entwicklung eines lebendigen, grenzüberschreitenden Lebensraums im Herzen des Kontinents.



























