Bukarest, 25. Februar 2026 – Berlin Morgen Zeitschrift, Die rumänische Koalitionsregierung hat am Dienstag ein Dekret verabschiedet, das einen weitreichenden Stellenabbau in Rumänien 2026 vorsieht. Um das höchste Haushaltsdefizit innerhalb der Europäischen Union zu senken, sollen etwa 10 % der besetzten Stellen in der öffentlichen Verwaltung gestrichen werden. Allein in den Stadtverwaltungen und Rathäusern sind bis spätestens 2027 Kürzungen von 12.794 Arbeitsplätzen geplant. Ministerpräsident Ilie Bolojan betonte die Notwendigkeit dieser Maßnahmen, um das Staatsbudget zu entlasten und die Kreditwürdigkeit des Landes zu sichern.
Während der Stellenabbau in Rumänien 2026 bereits im laufenden Jahr Einsparungen von 1,6 Milliarden Lei erzielen soll, bleiben sensible Bereiche wie staatliche Krankenhäuser und das Militär unter bestimmten Bedingungen von den Kürzungen ausgenommen. Parallel dazu wurden milliardenschwere Förderpakete verabschiedet, um die nach einer technischen Rezession schwächelnde Wirtschaft wieder anzukurbeln.
Fiskalische Notbremse in Bukarest
Die Entscheidung der Regierung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Nachdem Rumänien Ende 2025 in eine technische Rezession gerutscht ist, war der Handlungsdruck auf die Vier-Parteien-Koalition immens. Das neue Dekret sieht vor, dass etwa 10 % der tatsächlich besetzten Stellen in der gesamten öffentlichen Verwaltung gestrichen werden. Dies ist ein beispielloser Schritt in der jüngeren Geschichte des Landes, der darauf abzielt, das Defizit von über 9 % des BIP (Stand 2024) auf zunächst 6,2 % in diesem Jahr zu drücken.
Der Stellenabbau in Rumänien ist dabei kein isoliertes Ereignis, sondern Teil eines strategischen Konsolidierungspfads. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahrzehnts die von der EU geforderte Defizitobergrenze von 3 % zu erreichen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Staatsausgaben massiv reduziert werden, wobei die Lohnkosten im öffentlichen Sektor einen der größten Hebel darstellen.
Kommunalverwaltungen unter Sparzwang
Besonders hart trifft es die Rathäuser und lokalen Behörden. Bis spätestens 2027 müssen in diesem Bereich insgesamt 12.794 Arbeitsplätze abgebaut werden. Der Stellenabbau in Rumänien lässt den Bürgermeistern jedoch eine gewisse Flexibilität: Sie können die Entlassungen bis 2027 hinauszögern, sofern sie bereits in diesem Jahr die gesamten Lohnkosten um mindestens 10 % senken.
Diese Regelung soll den lokalen Verwaltungen Zeit geben, ihre Strukturen zu optimieren, ohne die grundlegende Versorgung der Bürger sofort zu gefährden. Dennoch bleibt die Vorgabe strikt. Die Einsparungen sind fest im Haushaltsplan für 2026 und die Folgejahre verankert. Es wird erwartet, dass allein durch diese Maßnahmen im Jahr 2026 rund 1,6 Milliarden Lei eingespart werden, ein Betrag, der sich ab 2027 auf jährlich 3 Milliarden Lei fast verdoppeln soll.
Strategische Ausnahmen für die Sicherheit
Trotz der harten Sparvorgaben gibt es Bereiche, die von den Kürzungen weitgehend verschont bleiben. Staatliche Krankenhäuser, das Militär sowie Stellen im Bereich der nationalen Sicherheit sind von dem pauschalen Stellenabbau in Rumänien ausgenommen. Die Regierung begründet dies mit der Notwendigkeit, die soziale Stabilität und die Verteidigungsbereitschaft in politisch unruhigen Zeiten aufrechtzuerhalten.
Allerdings sind diese Ausnahmen an strikte Bedingungen geknüpft. Auch in diesen Sektoren wird eine Effizienzsteigerung erwartet. Experten weisen darauf hin, dass eine bloße Verschonung bestimmter Ressorts nicht ausreichen wird, wenn nicht gleichzeitig die Verwaltungsprozesse modernisiert werden. Der Fokus liegt hierbei auf einer verstärkten Digitalisierung, um den Wegfall von Stellen in anderen Bereichen zu kompensieren.

Politische Widerstände und Stabilität
Die Koalitionsregierung hat seit ihrem Amtsantritt im Juni letzten Jahres bereits sechs Misstrauensvoten überstanden. Die meisten dieser Abstimmungen waren eine direkte Reaktion auf geplante Steuererhöhungen und den nun beschlossenen Stellenabbau in Rumänien. Dass die Koalition trotz der internen Differenzen über die Budgetgestaltung für 2026 zusammenhält, wird von Analysten als Zeichen der Entschlossenheit gewertet.
Premierminister Ilie Bolojan kündigte an, den Haushaltsplan für das laufende Jahr bereits in der nächsten Woche dem Parlament vorzulegen. Dies ist ein entscheidender Schritt, um das Vertrauen der internationalen Märkte und der Ratingagenturen zurückzugewinnen. Ein stabiles Investment-Grade-Rating ist für Rumänien essenziell, um die Kosten für die Staatsverschuldung niedrig zu halten.
Investive Impulse gegen die Rezession
Um den negativen Effekten der Sparpolitik entgegenzuwirken, hat die Regierung zeitgleich ein massives Förderpaket geschnürt. Rund 5 Milliarden Euro sollen bis 2032 in Form von staatlichen Beihilfen, Steuerbefreiungen und Investitionsanreizen in die Wirtschaft fließen. Dies soll sicherstellen, dass der Stellenabbau in Rumänien nicht zu einer dauerhaften Lähmung der Binnennachfrage führt.
Die Strategie folgt einem dualen Ansatz: Sparen bei den konsumtiven Staatsausgaben und Investieren in produktive Wirtschaftszweige. Ziel ist es, die Privatwirtschaft so zu stärken, dass sie die freigesetzten Arbeitskräfte aus dem öffentlichen Sektor perspektivisch aufnehmen kann. Ob dieser Übergang reibungslos gelingt, bleibt eine der größten Herausforderungen für die kommenden zwei Jahre.
Die Rolle der Digitalisierung im Reformprozess
Ein wesentlicher Pfeiler, um den Stellenabbau in Rumänien ohne massiven Qualitätsverlust in der öffentlichen Verwaltung umzusetzen, ist die digitale Transformation. Viele Prozesse in den rumänischen Behörden gelten nach wie vor als übermäßig bürokratisch und papierlastig. Durch die Einführung moderner E-Government-Lösungen sollen Kapazitäten freiwerden, die den personellen Aushub rechtfertigen.
Kritiker geben jedoch zu bedenken, dass die digitale Infrastruktur in ländlichen Regionen oft noch lückenhaft ist. Hier könnte der Stellenabbau in Rumänien zu längeren Wartezeiten für die Bürger führen, wenn die Technik nicht rechtzeitig bereitsteht. Die Regierung hat daher versichert, Teile der eingesparten Mittel direkt in die IT-Infrastruktur der Kommunen zu reinvestieren.
Internationale Reaktionen und Markterwartungen
Die Europäische Kommission und internationale Finanzinstitutionen beobachten die Entwicklungen in Bukarest genau. Der Stellenabbau in Rumänien wird als notwendiges Übel angesehen, um die makroökonomische Stabilität in Osteuropa zu sichern. Investoren reagierten verhalten optimistisch auf die Ankündigung, da sie ein klares Bekenntnis zur Schuldengrenze signalisiert.
Wirtschaftsjournalist Dan Bucsa fasst die Lage wie folgt zusammen:
„Der nun eingeleitete Stellenabbau in Rumänien ist die einzige verbleibende Option, um eine drohende Herabstufung der Kreditwürdigkeit zu verhindern und den Staatshaushalt auf ein tragfähiges Fundament zu stellen.“
Soziale Auswirkungen und öffentlicher Diskurs
In der Bevölkerung regt sich jedoch Widerstand. Gewerkschaften haben bereits Proteste gegen den Stellenabbau in Rumänien angekündigt. Sie befürchten, dass die Kürzungen vor allem die unteren Einkommensschichten in der Verwaltung treffen, während die hohen politischen Ämter unangetastet bleiben. Die Regierung bemüht sich hier um Transparenz und betont, dass die Kürzungen quer durch alle Hierarchieebenen der Verwaltung erfolgen sollen.
Es wird erwartet, dass die kommenden Monate von intensiven Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern geprägt sein werden. Der Erfolg der Reform hängt maßgeblich davon ab, wie gut die Regierung den sozialen Frieden wahren kann, während sie gleichzeitig die harten Sparziele verfolgt.
Langfristige Perspektiven für den Staatssektor
Betrachtet man die langfristigen Auswirkungen, könnte die aktuelle Krise als Katalysator für eine modernere Verwaltung dienen. Der erzwungene Stellenabbau in Rumänien bietet die Chance, verkrustete Strukturen aufzubrechen und eine effizientere, bürgernähere Verwaltung aufzubauen. Wenn die versprochenen Investitionen in die Wirtschaft Früchte tragen, könnte das Land gestärkt aus dieser Konsolidierungsphase hervorgehen.
Bukarests Balanceakt zwischen Effizienz und Bürgernähe
Letztlich ist die Reform ein Test für die politische Reife der rumänischen Demokratie. Es geht nicht nur um Zahlen in einer Bilanz, sondern um die Neudefinition der Rolle des Staates in einer modernen Marktwirtschaft. Der Stellenabbau in Rumänien markiert den Beginn einer Ära, in der Qualität vor Quantität im öffentlichen Dienst stehen muss, um im europäischen Wettbewerb bestehen zu können.





























