Bonn, 26. Februar 2026 – Berlin Morgen Zeitschrift, Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, hat scharfe Kritik an der aktuellen Telekommunikationsreform der Europäischen Union geübt. Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz zum vierten Quartal bezeichnete Höttges den als „Digital Networks Act“ bekannten Entwurf als unzureichend und warnte vor wachsender Bürokratie. Zwar sieht die Telekommunikationsreform vor, Funkfrequenzen künftig unbefristet zu vergeben, was die Planungssicherheit erhöhen soll, doch zentrale Forderungen der Branche wurden ignoriert. Insbesondere kritisierte Höttges, dass US-Tech-Giganten wie Google und Meta weiterhin nicht verpflichtend an den Netzkosten beteiligt werden. Statt der erhofften Entlastung bringe die Telekommunikationsreform laut Höttges lediglich „mehr Vorschriften und mehr Bürokratie“.
Die Last der Bürokratie in der EU
Der Kern der Kritik liegt in der zunehmenden regulatorischen Dichte, die mit der neuen Gesetzgebung einhergeht. Anstatt den Unternehmen den nötigen Freiraum für Milliardeninvestitionen zu lassen, scheint der Fokus verstärkt auf Kontrolle und administrativen Hürden zu liegen. Timotheus Hoettges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, macht deutlich, dass die aktuelle Telekommunikationsreform weit hinter den Erwartungen der Wirtschaft zurückbleibt. Er sieht die Gefahr, dass Europa im globalen Wettbewerb gegen die USA und China weiter an Boden verliert, wenn die Rahmenbedingungen nicht radikal vereinfacht werden.
Ein Zitat zur aktuellen Lage der Branche
Um die Stimmung in der Chefetage der Telekommunikationsriesen zu verdeutlichen, lohnt ein Blick auf die klaren Worte des Telekom-Chefs.
„Wir sehen immer mehr Bürokratie, immer mehr Anforderungen“, erklärte Timotheus Hoettges während einer Pressekonferenz in dieser Woche.
Der Digital Networks Act als Streitfall
Ein wesentlicher Bestandteil der Telekommunikationsreform ist der sogenannte Digital Networks Act. Dieser sollte ursprünglich die Investitionsbedingungen verbessern, doch in der praktischen Ausgestaltung zeigen sich tiefe Risse. Zwar bietet die Aussicht auf längerfristige Frequenznutzungen eine gewisse Planungssicherheit, doch die gleichzeitig steigenden Anforderungen an die Netzneutralität und Datensicherheit gleichen diesen Vorteil in den Augen der Betreiber wieder aus. Die Branche fordert eine Balance, die Innovation ermöglicht, statt sie durch starre Regelwerke im Keim zu ersticken.

Die Forderung nach Deregulierung
Damit eine Telekommunikationsreform wirklich Früchte tragen kann, ist nach Meinung von Experten eine umfassende Deregulierung notwendig. Der Markt in Europa ist im Vergleich zu anderen Wirtschaftsräumen stark fragmentiert. Zahlreiche kleine Anbieter konkurrieren unter regulatorischen Bedingungen, die Konsolidierungen und damit effizientere Investitionsstrukturen erschweren. Eine echte Reform müsste den Mut aufbringen, alte Zöpfe abzuschneiden und den Wettbewerb über die Qualität der Infrastruktur statt über rein regulatorische Preisdeckelungen zu definieren.
Finanzierungslücken durch Daten-Giganten
Ein weiterer wunder Punkt der Telekommunikationsreform ist das Ausbleiben einer sogenannten „Fair Share“-Regelung. Seit Jahren fordern die europäischen Netzbetreiber, dass sich große Content-Anbieter, die einen Großteil des Datenvolumens beanspruchen, an den Kosten für den Netzausbau beteiligen. Die aktuelle Reformplanung sieht hierfür jedoch lediglich freiwillige Kooperationen vor. Ohne eine verbindliche Beteiligung der Big-Tech-Unternehmen bleibt die Finanzierungslast allein bei den Telekommunikationsfirmen hängen, was das Tempo des Glasfaserausbaus spürbar drosselt.
Investitionssicherheit durch Frequenzpolitik
Innerhalb der Telekommunikationsreform wird auch über die Vergabe von Funkfrequenzen gestritten. Die Telekommunikationsunternehmen benötigen diese Ressourcen für den Betrieb von 5G- und künftigen 6G-Netzen. Die Idee, Frequenzen für eine nahezu unbegrenzte Dauer zur Verfügung zu stellen, wird zwar begrüßt, doch die damit verbundenen Auflagen zur Netzabdeckung in ländlichen Gebieten werden als wirtschaftlich kaum darstellbar kritisiert. Hier klafft eine Lücke zwischen politischem Wunschdenken und betriebswirtschaftlicher Realität.
Technologische Souveränität in Gefahr
Wenn die Telekommunikationsreform scheitert, steht nicht weniger als die technologische Souveränität des Kontinents auf dem Spiel. Eine moderne Gesellschaft ist auf leistungsfähige Netze angewiesen. Wenn die Provider aufgrund zu hoher regulatorischer Kosten ihre Investitionen zurückfahren müssen, wird die digitale Infrastruktur zum Flaschenhals für alle anderen Industriezweige. Von der Automobilindustrie bis hin zur Medizintechnik sind alle Sektoren auf eine erstklassige Vernetzung angewiesen, die durch die aktuelle Gesetzgebung eher gefährdet als gefördert wird.
Innovationskraft versus Paragrafenreiterei
Die Dynamik der digitalen Welt verträgt sich nur schwer mit den langsamen Mühlen der europäischen Gesetzgebung. Bis eine Telekommunikationsreform verabschiedet und in nationales Recht umgesetzt ist, hat sich die Technologie oft schon wieder weiterentwickelt. Dies führt zu einer permanenten Diskrepanz zwischen Gesetz und technischer Notwendigkeit. Die Forderung nach mehr Flexibilität und weniger starren Paragrafen ist daher mehr als verständlich, um auf neue Entwicklungen wie Quanten-Computing oder Edge-Computing reagieren zu können.
Wettbewerbsfähigkeit im globalen Kontext
Vergleicht man die Situation in Europa mit den USA, wird das Dilemma der Telekommunikationsreform besonders deutlich. In den Vereinigten Staaten ermöglichen lockerere Regeln und höhere Investitionsanreize einen deutlich schnelleren Rollout neuer Technologien. Europa droht, zu einem digitalen Freilichtmuseum zu werden, in dem man zwar über Datenschutz und Regulierung diskutiert, während die technische Musik woanders spielt. Ein Umdenken ist zwingend erforderlich, um den Anschluss nicht vollends zu verlieren.
Die Bedeutung von 5G für die Industrie
Ein wesentlicher Treiber für die Wirtschaft ist die 5G-Technologie, deren Ausbau eng mit der Telekommunikationsreform verknüpft ist. Industrie 4.0, autonomes Fahren und intelligente Logistiksysteme funktionieren nur mit extrem niedrigen Latenzzeiten und hohen Bandbreiten. Wenn die Reform den Ausbau dieser Netze durch zu hohe Kosten oder bürokratische Hürden bremst, schadet das nicht nur den Telekommunikationsunternehmen, sondern dem gesamten Industriestandort.
Ausblick auf die parlamentarische Debatte
In den kommenden Monaten wird die Telekommunikationsreform die parlamentarischen Gremien beschäftigen. Es bleibt zu hoffen, dass die Abgeordneten die Warnrufe aus der Praxis ernst nehmen und substanzielle Änderungen am Entwurf vornehmen. Die Forderung nach Deregulierung darf nicht als bloßes Lobbying abgetan werden, sondern muss als notwendiger Schritt für eine funktionierende digitale Infrastruktur verstanden werden. Die Weichenstellungen von heute entscheiden über den Wohlstand von morgen.
Zusammenfassung der kritischen Punkte
Die Liste der Versäumnisse ist lang. Von der fehlenden Kostenbeteiligung der Big-Tech-Firmen über die langwierigen Frequenzvergaben bis hin zur erdrückenden Bürokratie bietet der aktuelle Entwurf reichlich Zündstoff. Eine erfolgreiche Telekommunikationsreform müsste diese Punkte mutig angehen. Die Branche steht bereit zu investieren, fordert aber im Gegenzug faire und stabile Rahmenbedingungen, die über eine Legislaturperiode hinaus Bestand haben.





























