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Home Europäische Union

Huawei und ZTE Ausschluss aus EU Infrastruktur durch neue Gesetze empfohlen

by Erwin Schultz
2026-05-04
in Europäische Union
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Austausch der Hardware von Huawei und ZTE im Mobilfunknetz
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BRÜSSEL, 4. Mai (Berlin Morgen Zeitschrift) – Die EU-Kommission empfiehlt den Mitgliedstaaten offiziell, Huawei und ZTE aus der kritischen Konnektivitätsinfrastruktur auszuschließen. In Brüssel wurden neue Cybersicherheitsregeln vorgestellt, die einen verbindlichen Bann von Hochrisiko-Anbietern innerhalb von 36 Monaten vorsehen, um die digitale Souveränität Europas gegen potenzielle Spionage und staatliche Einflussnahme abzusichern.

Verbindlichkeit für die Cybersicherheit

Bisher konnten die EU-Staaten selbst entscheiden, wie sie mit Anbietern umgehen, die als Sicherheitsrisiko eingestuft werden. Doch die neue Initiative der Kommission sieht vor, den Ausschluss von Huawei und ZTE rechtlich zu zementieren. Falls die geplanten Änderungen am Cybersicherheitsgesetz verabschiedet werden, müssten Mobilfunkbetreiber innerhalb einer Frist von 36 Monaten sämtliche Komponenten dieser Hersteller aus den sensiblen Kernbereichen ihrer Netze entfernen. Dieser Schritt soll eine Zersplitterung des Binnenmarktes verhindern, da bisher nur etwa ein Drittel der Mitgliedstaaten konsequent gegen Hochrisiko-Anbieter vorgegangen ist.

Ausweitung auf weitere kritische Sektoren

Der Vorschlag der Kommission beschränkt sich nicht nur auf den Mobilfunksektor. Die geplanten Beschränkungen für Huawei und ZTE sollen auf insgesamt 18 Sektoren ausgeweitet werden, die für das Funktionieren der modernen Gesellschaft essenziell sind. Dazu gehören neben der klassischen Telekommunikation auch die Energieversorgung, das Gesundheitswesen und sogar die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge sowie Unterseekabel. Durch diesen ganzheitlichen Ansatz möchte die EU sicherstellen, dass keine technologischen Abhängigkeiten entstehen, die in geopolitischen Krisenzeiten als Druckmittel gegen europäische Demokratien verwendet werden könnten.

Wirtschaftliche Herausforderungen

Der angeordnete Austausch von Hardware, der oft als „Rip and Replace“ bezeichnet wird, stellt die europäischen Telekommunikationsanbieter vor enorme logistische und finanzielle Herausforderungen. Schätzungen von Branchenexperten gehen davon aus, dass der vollständige Verzicht auf Huawei und ZTE die Betreiber in der gesamten Union zwischen 3,4 und 4,3 Milliarden Euro kosten könnte. Verbände wie Connect Europe äußerten bereits Bedenken, dass diese massiven Investitionen ohne staatliche Ausgleichszahlungen den Ausbau der digitalen Netze verlangsamen könnten. Dennoch betont die Kommission, dass die langfristigen Kosten eines Sicherheitsbruchs die kurzfristigen Umbaukosten bei weitem übersteigen würden.

EU-Zentrale entscheidet über Verbot von Huawei und ZTE

Spannungen mit Peking verschärfen sich

Die Reaktion aus der Volksrepublik China auf die Ankündigung aus Brüssel fiel erwartungsgemäß scharf aus. Die chinesische Regierung warnt vor einem Rückfall in protektionistische Zeiten und bezeichnete die Maßnahmen als diskriminierend gegenüber chinesischen Unternehmen. Peking hat bereits mit wirtschaftlichen Gegenmaßnahmen gedroht, sollte die EU den Ausschluss von Huawei und ZTE tatsächlich gesetzlich vorschreiben. Erste Anzeichen für diese Spannungen zeigen sich bereits in aktuellen Handelsstreitigkeiten über Agrarprodukte und Elektroautos, was die Komplexität der diplomatischen Beziehungen zwischen der EU und China weiter erhöht.

Die Suche nach europäischen Alternativen

Um die entstehende Lücke zu füllen, empfiehlt die EU den verstärkten Einsatz von heimischer Technologie. Unternehmen wie Nokia und Ericsson stehen bereit, um die Marktanteile zu übernehmen, die durch das Verbot von Huawei und ZTE freiwerden. Obwohl diese Anbieter oft als teurer gelten, bieten sie den Vorteil, dass sie innerhalb des europäischen Rechtsrahmens agieren und strengen Transparenzregeln unterliegen. Dieser Prozess soll nicht nur die Sicherheit erhöhen, sondern auch die europäische Tech-Branche stärken und die Abhängigkeit von globalen Lieferketten aus autoritär geführten Staaten reduzieren.

Ende der Naivität im digitalen Machtpoker

Dieser radikale Kurswechsel Brüssels markiert das endgültige Ende der Naivität in der europäischen Außenwirtschaftspolitik. Lange Zeit wiegte man sich im Glauben, technologische Abhängigkeiten ließen sich durch rein ökonomische Vernunft kontrollieren. Doch die Realität der systemischen Rivalität hat die Diplomatie eingeholt. Für Deutschland bedeutet dieser Schritt eine schmerzhafte und kostspielige Kurskorrektur, da jahrelang die Warnungen der Sicherheitsdienste zugunsten günstiger Hardware ignoriert wurden. Zukünftig wird die Widerstandsfähigkeit der Netze zum alles entscheidenden Standortfaktor. Wer heute beim Umbau zögert, riskiert morgen nicht nur die Integrität seiner Daten, sondern verspielt das Vertrauen in die digitale Souveränität des gesamten Kontinents. Es ist eine strategische Weichenstellung, die weit über Mobilfunkmasten hinausreicht.

Frequently Asked Questions

Die Europäische Kommission stuft beide Unternehmen als Hochrisiko-Anbieter ein. Hauptgrund ist das chinesische Sicherheitsgesetz, das Firmen zur Zusammenarbeit mit Geheimdiensten verpflichten kann. Brüssel möchte so potenzielle Spionage und Sabotage in der kritischen Infrastruktur verhindern und die digitale Souveränität Europas stärken.
Sollten die neuen gesetzlichen Regelungen wie geplant verabschiedet werden, sieht der Entwurf eine Frist von 36 Monaten vor. Innerhalb dieser drei Jahre müssen Mobilfunkbetreiber sämtliche Komponenten der betroffenen Hersteller aus den sicherheitskritischen Bereichen ihrer 5G- und Glasfasernetze vollständig entfernen.
Der Fokus liegt nicht mehr allein auf dem 5G-Netz. Die Empfehlung umfasst insgesamt 18 kritische Sektoren. Dazu gehören unter anderem die Energieversorgung, das Gesundheitswesen, die Glasfaserinfrastruktur, Unterseekabel sowie Sicherheits-Scanner und Komponenten für großflächige Solaranlagen.
Länder, die weiterhin auf Technik von Huawei und ZTE setzen, müssen mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Dazu zählen Vertragsverletzungsverfahren durch die EU-Kommission sowie finanzielle Sanktionen. Zudem verlieren diese Staaten den Zugriff auf EU-Fördergelder für Infrastrukturprojekte, etwa aus dem Global-Gateway-Programm.
Der Austausch der Infrastruktur kostet die Netzbetreiber Milliarden. Industrieverbände warnen, dass diese Kosten an die Endkunden weitergegeben werden könnten oder sich der Ausbau neuer Technologien verzögert. Als sicherere Alternativen gelten europäische Anbieter wie Nokia und Ericsson, deren Produkte im Einkauf jedoch oft teurer sind.
Erwin Schultz

Erwin Schultz

Autor und Journalist aus Berlin - neben Liebesgeschichten schreibt er gerne über Politik und Wirtschaft.

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