Brüssel, 25. Februar 2026 – Berlin Morgen Zeitschrift, Die Europäische Kommission hat eine drastische Verschärfung der EU-Importkontrollen für Inhaltsstoffe aus China angekündigt. Ab morgen (26. Februar) müssen alle Lieferungen von Arachidonsäure-Öl – einer Schlüsselkomponente für Babymilch – an den EU-Außengrenzen gemeldet werden. Jede zweite Sendung wird einer physischen Identitätsprüfung unterzogen, um Kontaminationen mit dem gefährlichen Cereulid-Toxin auszuschließen. Diese Reaktion folgt auf eine massive Rückrufwelle bei Herstellern wie Nestlé, Danone und Lactalis. Während die EFSA die Grenzwerte für Babynahrung bereits gesenkt hat, intensiviert die EU nun die EU-Importkontrollen, um gesundheitliche Risiken wie Erbrechen und Krämpfe bei Säuglingen künftig zu verhindern. Parallel dazu führt die Staatsanwaltschaft in Paris Ermittlungen gegen führende Lebensmittelkonzerne durch.
Brüssel reagiert auf weltweite Rückrufwellen
Die Entscheidung der Kommission ist eine direkte Antwort auf Vorfälle, die die Branche seit Ende letzten Jahres in Atem halten. Betroffen ist vor allem Arachidonsäureöl, ein essenzieller Zusatzstoff in der Säuglingsnahrung. Durch die neuen EU-Importkontrollen soll sichergestellt werden, dass keine belasteten Chargen mehr den europäischen Markt erreichen.
Bisher verließen sich die Behörden weitgehend auf die Selbstkontrolle der Hersteller. Doch nach massiven Problemen bei Branchenriesen wie Nestlé und Danone reicht das Vertrauen nicht mehr aus. Die staatliche Überwachung rückt nun unmittelbar an die Außengrenzen der Union.
Strenge Überprüfung an den Grenzkontrollstellen
Die neuen Vorschriften sehen vor, dass jede einzelne Lieferung von Arachidonsäureöl aus China an speziellen Grenzkontrollstellen (BCP) angemeldet werden muss. Die EU-Importkontrollen umfassen dabei nicht nur eine reine Prüfung der Dokumente.
Zusätzlich zur Dokumentenprüfung wird bei jeder zweiten Sendung (50 % Quote) eine physische Kontrolle inklusive Identitätsprüfung durchgeführt. Dies stellt einen enormen logistischen Aufwand dar, der jedoch als alternativlos gilt, um die Gesundheit der Säuglinge zu schützen. Ohne ein offizielles Gesundheitszertifikat und aktuelle Laborberichte aus China ist eine Einfuhr ab sofort unmöglich.
Das Risiko durch Cereulid Toxine
Das Hauptaugenmerk der Fahnder liegt auf dem Cereulid-Toxin, einem Stoffwechselprodukt des Bakteriums Bacillus cereus. Dieses Toxin ist extrem hitzebeständig und kann durch herkömmliche Pasteurisierungsprozesse oft nicht vollständig eliminiert werden. Die gesundheitlichen Folgen für Babys sind gravierend und reichen von heftigem Erbrechen bis hin zu schweren Dehydrierungen durch Durchfall.
In diesem Zusammenhang betont die zuständige EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Stella Kyriakides:
„Wir verstärken die EU-Importkontrollen konsequent, um sicherzustellen, dass die strengen Sicherheitsstandards für Säuglingsnahrung ohne Ausnahme eingehalten werden und giftige Substanzen gar nicht erst in die Produktionskette gelangen.“
Neue Grenzwerte und die Rolle der EFSA
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat bereits im Vorfeld reagiert und die zulässigen Höchstmengen für das Toxin drastisch gesenkt. Diese wissenschaftliche Grundlage ist der Ankerpunkt für die neuen EU-Importkontrollen. Labore müssen nun deutlich feinere Analysemethoden anwenden, um die Sicherheit der Produkte zu zertifizieren.
Der neue Schwellenwert von $0,014$ µg/kg Körpergewicht gilt als eine der strengsten Normen weltweit. Dies zwingt chinesische Exporteure dazu, ihre eigenen Qualitätssicherungsverfahren grundlegend zu überarbeiten, wenn sie weiterhin Zugang zum europäischen Binnenmarkt haben wollen.
Haftungsfragen und Eigenverantwortung der Industrie
Trotz der staatlichen EU-Importkontrollen bleibt die rechtliche Verantwortung bei den Inverkehrbringern. Die Kommission hat klargestellt, dass die Hersteller verpflichtet sind, nur sichere Waren in die Regale zu stellen. Die Grenzkontrollen dienen als zusätzliches Sicherheitsnetz, entbinden Unternehmen wie Lactalis oder Nestlé jedoch nicht von ihrer Sorgfaltspflicht.
Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt bereits gegen mehrere Konzerne. Es steht der Vorwurf im Raum, dass Warnsignale innerhalb der Lieferkette ignoriert oder zu spät gemeldet wurden. Die verstärkten EU-Importkontrollen fungieren hierbei auch als politisches Signal an die Industrie: Der Schutz der Konsumenten steht über wirtschaftlichen Interessen.
Auswirkungen auf die globale Lieferkette
China ist einer der Hauptlieferanten für funktionelle Öle in der Lebensmittelindustrie. Die Verschärfung der EU-Importkontrollen könnte zu kurzfristigen Engpässen führen, da die bürokratischen Hürden und die Testdauer die Lieferzeiten verlängern. Experten erwarten, dass viele Unternehmen nun versuchen werden, ihre Rohstoffe vermehrt aus europäischen Quellen oder anderen Drittstaaten zu beziehen.
Dies könnte langfristig zu einer Verteuerung von Premium-Säuglingsnahrung führen. Dennoch ist der Konsens in Brüssel klar: Sicherheit hat keinen Preis. Die EU-Importkontrollen sind der notwendige Filter, um das Vertrauen der Eltern in die Marke „EU-Sicherheitsstandard“ zu sichern.
Technologische Aufrüstung in der Analytik
Um die Effizienz der EU-Importkontrollen zu gewährleisten, investieren die Mitgliedstaaten verstärkt in modernste Labortechnologien. Massenspektrometrie und automatisierte Screening-Verfahren sollen helfen, die 50-Prozent-Quote der physischen Prüfungen ohne Wochenlange Verzögerungen zu bewältigen.
Nur durch diese technologische Unterstützung können die EU-Importkontrollen ihr Ziel erreichen, ohne den legalen Handel vollständig zum Erliegen zu bringen. Es ist ein Balanceakt zwischen maximalem Schutz und reibungsloser Logistik.
Proaktiver Schutzmechanismus für die vulnerabelsten Verbraucher
Abschließend lässt sich festhalten, dass die EU mit diesen Maßnahmen eine Vorreiterrolle einnimmt. Die Kombination aus strengen Grenzwerten, lückenloser Zertifizierungspflicht und physischen Stichproben macht die EU-Importkontrollen zu einem der effektivsten Instrumente des Verbraucherschutzes im Jahr 2026. Es bleibt abzuwarten, wie schnell die globalen Lieferanten ihre Standards an die neuen europäischen Anforderungen anpassen können.






























