Brüssel, 16. März 2026 – Berlin Morgen Zeitschrift, Außenminister Johann Wadephul hat in Brüssel eine NATO-Beteiligung an der Iran Blockade Hormus klar ausgeschlossen und erklärt, das Bündnis habe keine entsprechenden Beschlüsse gefasst. Die Blockade besteht seit dem 28. Februar 2026, nachdem US-israelische Luftangriffe den iranischen Obersten Führer Ali Khamenei töteten und sein Nachfolger Mojtaba Khamenei die Sperrung anordnete. Die Iran Blockade Hormus hat den Ölpreis auf bis zu 126 Dollar pro Barrel getrieben und den Schiffsverkehr nahezu vollständig zum Erliegen gebracht. Während US-Präsident Trump NATO-Mitglieder zur Unterstützung drängt, zeigte sich Dänemark als einziger europäischer Partner offen für einen eigenen Beitrag zur Sicherung der Meerenge.
Wadephuls klare Absage an eine NATO-Beteiligung
Auf die Frage nach einer möglichen Rolle des Bündnisses bei der Sicherung der Meerenge antwortete Wadephul vor den versammelten Journalisten in Brüssel: „Ich sehe nicht, dass die NATO eine Entscheidung in diese Richtung getroffen hat oder die Verantwortung für die Straße von Hormus übernehmen könnte. Falls das der Fall wäre, würden sich die NATO-Gremien entsprechend damit befassen.“ Mit dieser Aussage distanzierte sich Berlin deutlich von Forderungen aus Washington, die eine stärkere Allianzbeteiligung im Zusammenhang mit der Iran Blockade Hormus verlangen. Der deutsche Außenminister machte damit klar, dass Deutschland eine Entscheidung dieser Tragweite nicht im Alleingang, sondern nur über die regulären NATO-Strukturen mittragen würde.
„Ich sehe nicht, dass die NATO einen entsprechenden Beschluss gefasst hat oder die Verantwortung für die Straße von Hormus übernehmen könnte. Wäre dies der Fall, würden sich die NATO-Gremien entsprechend damit befassen“, sagt Wadephul im Vorfeld einer Sitzung des Rates „Auswärtige Angelegenheiten“ der EU.
Trumps Druck auf europäische Verbündete wächst
US-Präsident Donald Trump hatte den Ton gegenüber den europäischen NATO-Mitgliedern in den vergangenen Wochen deutlich verschärft. Er warnte, dass die Allianz einer „sehr schlechten“ Zukunft entgegensehe, sollten die europäischen Partner Washington bei der Bewältigung der Iran Blockade Hormus nicht aktiv unterstützen. Damit verbindet Trump die Frage der Meerengen-Sicherheit direkt mit der Glaubwürdigkeit und dem Zusammenhalt des gesamten Bündnisses. Aus Berliner Sicht ist diese Verknüpfung jedoch problematisch, da sie die NATO in einen regionalen Konflikt hineinzieht, für den bislang kein gemeinsamer Beschluss existiert. Wadephul betonte, dass Entscheidungen dieser Art ausschließlich durch die zuständigen NATO-Gremien getroffen werden könnten und nicht durch bilateralen Druck einzelner Mitglieder.
Wie die Iran Blockade Hormus entstand
Um die aktuelle Krise vollständig einordnen zu können, lohnt ein Blick auf die Ereignisse, die zur Iran Blockade Hormus geführt haben. Am 28. Februar 2026 führten die USA und Israel koordinierte Luftangriffe auf iranische Militär- und Nuklearanlagen durch, bei denen der damalige Oberste Führer Ali Khamenei ums Leben kam. Sein Sohn Mojtaba Khamenei übernahm daraufhin die Führung und ordnete umgehend die Sperrung der Straße von Hormus als direkte Vergeltungsmaßnahme an. Die Islamische Revolutionsgarde, kurz IRGC, setzt die Blockade seitdem mit einem kombinierten Einsatz aus Drohnen, Schiffsminen und Anti-Schiff-Raketen durch. Tehran bezeichnet die Iran Blockade Hormus als seinen stärksten wirtschaftlichen Hebel gegenüber dem Westen und nutzt sie gezielt, um die USA und ihre Verbündeten zur Einstellung der Militäroperationen zu zwingen.
Deutschland zwischen Bündnispflicht und eigenem Kurs
Wadephuls Zurückhaltung ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer tiefer liegenden deutschen Außenpolitikdebatte. Berlin hat seit Jahren Mühe, zwischen transatlantischer Bündnistreue und eigenem strategischem Urteil zu navigieren – und dieser Konflikt tritt gerade mit ungewohnter Schärfe ans Licht. Während Dänemark pragmatisch vorwärtsdenkt, wirkt die deutsche Position beinahe defensiv. Für Europa ist das problematisch: Fehlt eine gemeinsame Linie, füllt Washington dieses Vakuum mit Druck statt mit Dialog. Sollte die Energiekrise sich weiter zuspitzen, wird Berlin kaum umhinkommen, seine Haltung zu überdenken – nicht weil Trump es verlangt, sondern weil die wirtschaftlichen Konsequenzen für deutsche Industrie und Verbraucher irgendwann untragbar werden.

Wirtschaftliche Folgen für den globalen Energiemarkt
Die Auswirkungen der Iran Blockade Hormus auf die Weltwirtschaft sind bereits jetzt erheblich und dürften sich in den kommenden Wochen weiter verschärfen. Durch die Straße von Hormus fließen unter normalen Umständen rund 20 Prozent der weltweiten täglichen Ölversorgung. Seit der Sperrung sind die globalen Ölpreise drastisch gestiegen: Anfang März 2026 überschritt der Preis erstmals wieder die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel und erreichte zwischenzeitlich einen Höchststand von 126 Dollar. Der tägliche Schiffsverkehr durch die Meerenge brach von durchschnittlich 153 Durchfahrten auf nahezu null zusammen.
Neben dem direkten physischen Zugangshindernis hat sich ein weiteres Problem herausgebildet: Führende Reedereien wie Maersk und Hapag-Lloyd haben ihre Transits eigenständig ausgesetzt, weil internationale Versicherungsgesellschaften keine Deckung mehr für Schiffe in der aktiven Konfliktzone anbieten. Experten beschreiben diesen Effekt als einen „versicherungsgetriebenen Stillstand“, der die Iran Blockade Hormus in ihrer Wirkung noch verstärkt.
Dänemark zeigt sich offener als Deutschland
Während Berlin eine NATO-Beteiligung klar ablehnt, klingt die Haltung Kopenhagens deutlich offener. Der dänische Außenminister erklärte, sein Land müsse unvoreingenommen prüfen, welchen Beitrag es zur Wiederherstellung der freien Schifffahrt durch die Meerenge leisten könne. Dänemark signalisiert damit eine grundsätzliche Bereitschaft zur aktiven Beteiligung, ohne sich auf ein konkretes Format festzulegen. Diese unterschiedlichen Positionen innerhalb der EU zeigen, wie gespalten die europäischen Partner bei der Frage einer gemeinsamen Antwort auf die Iran Blockade Hormus sind.
Operation Aspides und die Grenzen des Militärischen
Die USA und mehrere europäische Staaten versuchen derzeit im Rahmen der Operation Aspides, bewaffnete Geleitschutzaktionen für Öltanker in der Region zu organisieren. Bis Mitte März 2026 ist es jedoch nicht gelungen, den normalen Schiffsverkehr durch die gesperrte Meerenge wiederherzustellen. Die Herausforderungen sind enorm: Drohnenangriffe, Minensperren und das Fehlen einer klaren Eskalationsgrenze machen jeden Konvoieinsatz zu einem kalkulierten Risiko.




























