ABUJA, 22. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Bundesaußenminister Johann Wadephul hat Nigeria bei einem Besuch in Abuja die Unterstützung Deutschlands im Sicherheitsbereich zugesagt und gleichzeitig das Ziel formuliert, die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen weiter auszubauen. Während der Gespräche mit der nigerianischen Außenministerin Bianca Odumegwu-Ojukwu verdeutlichte der deutsche Chefdiplomat die zentrale Rolle des westafrikanischen Landes für die Stabilität der gesamten Region.
Bedrohung durch Extremismus in Westafrika
Die Sicherheitslage in Westafrika bleibt aufgrund von extremistischen Gruppen angespannt. Ableger von al-Qaida und dem Islamischen Staat haben ihre Präsenz in Ländern wie Burkina Faso, Mali und Niger in den vergangenen Jahren spürbar erweitert. Diese Zunahme an Instabilität vergrößert die internationalen Sorgen über die Gesamtlage in der Sahelzone.
Wadephul betonte vor Ort, dass die Auswirkungen dieser Krise längst nicht mehr auf das Binnenland beschränkt seien. Die Übergreifen der Instabilität bedrohe zunehmend sämtliche Küstenstaaten in der Region. Nigeria nehme in diesem Zusammenhang eine entscheidende Position ein, da das Land seit Jahren an vorderster Front gegen Terrorismus und gewaltsamen Extremismus kämpfe.
Finanzieller Beitrag zur Reintegration
Um die Folgen des jahrelangen Terrors abzumildern, stellt die Bundesregierung finanzielle Mittel bereit. Für dieses Jahr sind zehn Millionen Euro eingeplant, die speziell für die Rückkehr und Reintegration von vertriebenen Personen genutzt werden sollen. Diese Menschen wurden zuvor aus Gemeinschaften vertrieben, die unter der Kontrolle von Boko Haram oder dem Islamischen Staat standen.
Die nigerianische Außenministerin Odumegwu-Ojukwu hob hervor, dass dauerhafte internationale Partnerschaften unverzichtbar seien, um Bedrohungen durch Terrorismus, grenzüberschreitende organisierte Kriminalität und andere Sicherheitsrisiken wirksam zu bekämpfen. Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern gelte als wichtiges Instrument für die langfristige Stabilisierung Westafrikas.
„Die Ausstrahlungseffekte der Krise in der Sahelzone bedrohen zunehmend alle Küstenstaaten der Region“, sagte Wadephul in Abuja nach Gesprächen mit der nigerianischen Außenministerin Bianca Odumegwu-Ojukwu.
Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit
Neben Fragen der zivilen und militärischen Sicherheit bildete die Wirtschaft einen Schwerpunkt der Gespräche in der nigerianischen Hauptstadt. Wadephul bezeichnete Nigeria als einen zentralen Partner für Deutschland. Grund dafür ist die Stellung des Landes als größte Volkswirtschaft Westafrikas sowie seine führende politische Rolle innerhalb der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS.
Die ökonomischen Beziehungen zwischen beiden Staaten verzeichnen ein stetiges Wachstum. Im vergangenen Jahr stieg der bilaterale Handel um etwa zehn Prozent an. Nigeria sichert sich damit weiterhin den Platz als zweitwichtigster Handelspartner Deutschlands in der Region Sub-Sahara-Afrika. Derzeit sind mehr als 100 deutsche Unternehmen auf dem nigerianischen Markt aktiv und sichern vor Ort Arbeitsplätze sowie Investitionen.
























