CUPERTINO, 8. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Apple hat offiziell bestätigt, dass die mit iOS 27 angekündigten Funktionen der neuen Siri AI auf iPhones und iPads innerhalb der Europäischen Union vorerst nicht erscheinen werden. Das Unternehmen begründet diesen Schritt direkt mit den regulatorischen Anforderungen des Digital Markets Act (DMA). Während Nutzer in anderen Regionen Zugriff auf die erweiterten KI-Fähigkeiten erhalten, müssen sich Kunden in der EU gedulden.
Einschränkungen bei den Systemen
Die Blockade betrifft primär mobile Betriebssysteme. Laut der Pressemitteilung von Apple wird Siri AI auf dem Mac, der Apple Vision Pro sowie der Apple Watch auch in der EU verfügbar sein, da diese Plattformen nicht unter dieselben strengen Auflagen als Gatekeeper fallen. Zu den betroffenen Funktionen auf dem iPhone gehören die neuen Schreibwerkzeuge, ein überarbeitetes visuelles Erlebnis sowie der spezielle Siri-Modus in der Kamera-App.
Für Entwickler in der EU bedeutet dies zudem, dass sie die neuen Möglichkeiten der KI für ihre eigenen Apps auf iOS und iPadOS zum jetzigen Zeitpunkt nicht testen oder integrieren können. Apple hat bislang keinen konkreten Zeitplan für eine mögliche Einführung in der EU genannt.
Konflikt um Datenschutz und Sicherheit
Der Kern des Streits liegt in der Interpretation des Digital Markets Act durch die EU-Regulierungsbehörden. Apple argumentiert, dass Siri AI auf eine tiefe Integration in das System und den Zugriff auf persönliche Nutzerdaten angewiesen ist, um effektiv zu funktionieren. Nach Ansicht der EU müssen jedoch auch Drittanbieter von KI-Systemen einen gleichwertigen Zugriff auf diese Daten und Funktionen erhalten.
Apple befürchtet dabei massive Sicherheitsrisiken für die Endnutzer. Das Unternehmen betont, dass es unter der aktuellen Auslegung des DMA dazu gezwungen wäre, jedem beliebigen virtuellen Assistenten direkten Zugriff auf sensible Informationen und die Kontrolle über andere installierte Anwendungen zu gewähren. Dies könnte laut Apple dazu führen, dass KI-Systeme gekapert werden, um Passwörter oder Fotos zu entwenden, ohne dass der Nutzer dies kontrollieren kann.
Gescheiterte Verhandlungen
Um eine Lösung zu finden, die sowohl die Anforderungen der EU erfüllt als auch die Sicherheit der Privatsphäre garantiert, hat Apple über mehrere Monate hinweg verhandelt. Das Unternehmen entwickelte dazu eine Technologie namens Trusted System Agent, die als Vermittler fungieren sollte. Diese Instanz hätte es anderen KI-Assistenten ermöglichen sollen, sicher auf dieselben Funktionen wie Siri AI zuzugreifen. Apple bot zudem einen Plan für einen schrittweisen Rollout über 18 Monate an. Die Europäische Kommission lehnte diese Vorschläge jedoch ab.
Craig Federighi, Apples Senior Vice President of Software Engineering, äußerte sich zu der aktuellen Sackgasse:
„Wir sind zutiefst enttäuscht, dass unsere EU-Nutzer kein Siri AI auf dem iPhone oder iPad haben werden, wenn wir unsere neuen Software-Releases später in diesem Jahr veröffentlichen. Unsere Hoffnung ist es, Siri AI schließlich in die EU zu bringen, und wir werden weiterhin mit den EU-Regulierungsbehörden an einem Weg nach vorne arbeiten. Ihre Weigerung, konstruktiv an Lösungen mitzuwirken, die Privatsphäre und Sicherheit wahren, bedeutet jedoch, dass wir derzeit keinen Zeitplan für die Verfügbarkeit von Siri AI auf iOS und iPadOS in der EU haben.“
Apple betont, dass die Sicherheit und der Schutz der Nutzerdaten bei der Architektur von Siri AI oberste Priorität haben. Aufgrund der ungelösten regulatorischen Differenzen bleibt die Verfügbarkeit der neuen KI-Funktionen für Apple-Nutzer in der EU damit auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.




























