LAUSANNE, 23. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Das Internationale Olympische Komitee hat eine Beschwerde der Menschenrechtsgruppe FairSquare gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino abgewiesen. Wie ein Sprecher des Komitees am Freitag mitteilte, liege der Sachverhalt außerhalb der Zuständigkeit der hauseigenen Ethikkommission.
Die Organisation FairSquare hatte angekündigt, Beschwerde wegen Infantinos wiederholtem Verstoß gegen die Regeln zur politischen Neutralität einzulegen. Damit verschärfte die Menschenrechtsgruppe ihre Kampagne, mit der sie bereits die Ethikverfahren des Fußball-Weltverbandes infrage gestellt hatte.
Bereits im vergangenen Jahr hatte FairSquare eine Beschwerde bei der Ethikkommission der FIFA eingereicht. Darin warf die Organisation dem FIFA-Chef vor, in der Öffentlichkeit mehrfach seine Unterstützung für die Aktionen und die Politik von US-Präsident Donald Trump geäußert zu haben.
Die zuständigen Ermittler des Olympischen Komitees überprüften das eingereichte Dokument nach offiziellen Angaben eingehend. Ein Sprecher erklärte zum Ausgang des Verfahrens:
„Die IOC-Ethikkommission hat festgestellt, dass sich die vorliegende Beschwerde, auch in Bezug auf den FIFA-Präsidenten, ausschließlich auf die Entscheidungen des Fachverbandes zu dessen Governance und Führung sowie auf die Umsetzung der Sportregeln bezieht, die beide außerhalb des Anwendungsbereichs des IOC-Ethikcodes liegen.“
Damit falle das Anliegen der Menschenrechtsgruppe nicht in die Zuständigkeit des Gremiums, ergänzte der Sprecher. FairSquare sei entsprechend über diese Entscheidung informiert worden.
Infantino, der seit dem Jahr 2020 Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees ist, geriet wegen mehrerer gemeinsamer Auftritte mit Donald Trump in die Kritik. Diese Vorfälle bildeten einen zentralen Schwerpunkt der Beschwerde von FairSquare.
Während der Weltmeisterschaft, die gemeinsam von den USA, Mexiko und Kanada ausgerichtet wurde, kam es zu mehreren umstrittenen Vorfällen mit dem US-Präsidenten. Im New York New Jersey Stadium ertönten laute Buhrufe aus den Zuschauerrängen, als Trump und Infantino gemeinsam für die Pokalübergabe nach dem Finalspiel den Rasen betraten.
Zudem erklärte Trump während des Turniers, er habe Infantino angerufen, um eine Rote Karte für den US-Stürmer Folarin Balogun überprüfen zu lassen. Balogun war nach der Karte im Spiel gegen Bosnien und Herzegowina für die darauffolgende Partie gesperrt worden, erhielt jedoch die Erlaubnis, im Achtelfinale gegen Belgien wieder anzutreten. Die USA verloren das Spiel mit 1:4. Der US-Präsident erhielt im Dezember zudem den ersten FIFA-Friedenspreis für seine Bemühungen um Dialog und Deeskalation in weltweiten Konfliktregionen.



























