Berlin (Berlin Morgen Zeitschrift) 11. September 2026 – Die Vereinigten Arabischen Emirate haben neue Investitionen in Höhe von 40 Milliarden Euro (46,5 Milliarden US-Dollar) in Deutschland zugesagt, wobei Rechenzentrumsinfrastruktur, künstliche Intelligenz, Spitzentechnologie und Energie die Kernpfeiler des Pakets bilden. Die Ankündigung erfolgte während des Staatsbesuchs von UAE-Präsident Sheikh Mohamed bin Zayed Al Nahyan in Berlin, wo er Bundeskanzler Friedrich Merz traf, um einen erneuerten Strategischen Dialog zu starten und einen deutsch-VAE-Investitionsrat zu etablieren. Geplant sind etwa 1 Gigawatt neue Rechenzentrumskapazität, wobei 10 Milliarden Euro für Bayern vorgesehen sind.
Die Hauptgeschichte beginnt mit der am Donnerstag, dem 10. September 2026, veröffentlichten gemeinsamen Erklärung, in der beide Regierungen das VAE-Investitionspaket in Höhe von 40 Milliarden Euro begrüßten und damit die bestehenden wirtschaftlichen Verpflichtungen Abu Dhabis in Deutschland in Höhe von 34 Milliarden Euro mehr als verdoppelten. Die Zusage umfasst Industrie, fortschrittliche digitale Infrastruktur, künstliche Intelligenz, Rechenzentren und Energiesicherheit, so offizielle Verlautbarungen der deutschen Bundeskanzlei und der VAE-Staatsnachrichtenagentur WAM.
Investitionspaket und strategischer Rahmen
Die 40-Milliarden-Euro-Investition ist Teil einer umfassenderen Bemühung, die ursprünglich 2004 etablierte Partnerschaft zwischen den VAE und Deutschland wiederzubeleben, wobei beide Führer den Besuch als zu einem „entscheidenden Moment für beide Länder und für die breitere internationale Ordnung“ stattfindend beschrieben. Neben der finanziellen Zusage vereinbarten beide Seiten die Einrichtung eines deutsch-VAE-Investitionsrats und eines neuen Strategischen Dialogs, die die bilaterale Zusammenarbeit in mehreren Sektoren vertiefen sollen.
Der VAE-Minister für Industrie und Spitzentechnologie, Sultan Ahmed Al Jaber, erklärte, die Investition spiegele Abu Dhabis Absicht wider, seine langjährige strategische und wirtschaftliche Beziehung zu Deutschland auszubauen, die deutsche industrielle Wettbewerbsfähigkeit und das langfristige Wirtschaftswachstum zu unterstützen. Gegenüber Bloomberg News sagte er, Deutschland sei seit Jahrzehnten ein wichtiger strategischer und wirtschaftlicher Partner, und die geplante Investition ziele darauf ab, Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit führenden deutschen Industrie- und Technologieunternehmen zu schaffen.
Das Investitionspaket soll die Energiesicherheit und Lieferketten stärken und gleichzeitig qualifizierte Beschäftigung in Deutschland unterstützen, so Minister Al Jaber in Berlin. Zum Zeitpunkt der Ankündigung wurden keine spezifischen Branchen oder einzelnen Unternehmen als Empfänger der Investition genannt.
Fokus auf Rechenzentren und digitale Infrastruktur
Eine zentrale Komponente der Investition ist die Entwicklung neuer Rechenzentren mit einer kombinierten Kapazität von etwa 1 Gigawatt, wie in der gemeinsamen Erklärung dargelegt. Deutschland hat zugesagt, Bedingungen zu schaffen, um die Umsetzung dieser Rechenzentrumsprojekte zu erleichtern, so Beamte.
Die Erklärung enthält eine gemeinsame Absichtserklärung zur Investition in Rechenzentren in Deutschland sowie Bestimmungen zur Zusammenarbeit bei Datenhosting und Informationssystemen durch die Einrichtung von „Datenbotschaften“. Der Fokus auf Dateninfrastruktur steht im Einklang mit der breiteren Strategie der VAE, ihre Wirtschaft zu diversifizieren und sich als Schlüsselakteur in den schnell wachsenden Sektoren künstliche Intelligenz und Cloud-Computing zu etablieren.
Rechenzentren und künstliche Intelligenz bilden einen zentralen Teil der wirtschaftlichen Diversifizierungspläne der VAE, wobei staatlich unterstützte Investoren zuvor erhebliches Kapital in Rechenzentrumsplattformen im asiatisch-pazifischen Raum und operative Einrichtungen in den Vereinigten Staaten gebunden haben. Die Zusage von 1 Gigawatt Kapazität stellt eine erhebliche Erweiterung der deutschen digitalen Infrastruktur dar, obwohl spezifische Standorte über die bayerische Zuteilung hinaus zum Zeitpunkt der Ankündigung nicht offengelegt wurden.
Bayern erhält 10-Milliarden-Euro-Zuteilung
Von den gesamten 40 Milliarden Euro Investitionen werden 10 Milliarden Euro (11,6 Milliarden US-Dollar) in Projekte in Bayern fließen, einem der wichtigsten Industrie- und Technologiezentren Deutschlands. Der VAE-Staatsminister für Außenhandel, Thani Bin Ahmed Al Zeyoudi, bestätigte die bayerische Zuteilung in einem Interview mit Bloomberg und erklärte, der Rest werde auf verschiedene Sektoren einschließlich künstlicher Intelligenz verteilt.
Fast 25 Prozent der Gesamtinvestition werden nach Bayern im Süden Deutschlands fließen, obwohl keine weiteren Details zu spezifischen Projekten oder Empfängern innerhalb des Staates genannt wurden. Die Zuteilung spiegelt das Vertrauen der VAE in Deutschlands industrielle, technologische und Innovationsfähigkeiten wider, so Beamte.
Zusätzliche Geschäftsvereinbarungen und Handelskontext
Neben der Investitionszusage in der Schlagzeile wurden 29 Geschäftsvereinbarungen zwischen Unternehmen im Wert von knapp über 9,36 Milliarden Euro vereinbart, an denen Einrichtungen wie Adnoc, Masdar, RWE und Covestro beteiligt sind. Details zu diesen einzelnen Vereinbarungen wurden zum Ankündigungszeitpunkt nicht offengelegt.
Die VAE sind Deutschlands größter Handelspartner in der Golfregion, wobei der bilaterale Handel im Vorjahr 13 Milliarden Euro (15 Milliarden US-Dollar) überstieg. Das neue Investitionspaket kommt zu den bestehenden 34 Milliarden Euro Investitionen der VAE in Deutschland hinzu und unterstreicht den wachsenden wirtschaftlichen Fußabdruck des Golfstaates in Europas größter Volkswirtschaft.
Beide Regierungen deuteten an, dass die Investition darauf abzielt, Deutschlands industrielle Kapazität zu unterstützen und gleichzeitig Unternehmen aufzubauen, die Wachstumsmärkte in der Golfregion, Asien und Afrika bedienen können. Das Paket umfasst Zusagen in den Bereichen Industrie, Spitzentechnologie, KI, Rechenzentren, digitale Infrastruktur und Energiesicherheit.
Verteidigungszusammenarbeit und breitere Partnerschaftselemente
Die beiden Länder kündigten zudem Pläne zur Vertiefung der Verteidigungszusammenarbeit an, obwohl in verfügbaren Berichten keine spezifischen Details genannt wurden. Der Strategische Dialog umfasst einen 12-Punkte-Plan, der Bereiche von der Zusammenarbeit bei Kriminalität und Justiz bis hin zu Rechenzentren und Informationssystemen abdeckt.
In der gemeinsamen Erklärung wurde festgestellt, dass der Staatsbesuch zu einem bedeutenden Moment für die internationalen Beziehungen kam, wobei beide Führer die Bedeutung der Stärkung der Beziehungen angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit und globaler Konflikte betonten. Der erneuerte Partnerschaftsrahmen soll auf dem strategischen Dialog von 2004 zwischen den beiden Nationen aufbauen.
Umsetzungsmechanismen und nächste Schritte
Der neu etablierte deutsch-VAE-Investitionsrat wird als Mechanismus dienen, um die Geschäftsverbindungen zwischen den beiden Nationen zu stärken und den Einsatz des zugesagten Kapitals zu überwachen. Der Investitionsrat und der Strategische Dialog sollen eine laufende Steuerung und Koordinierung des Investitionsprogramms bieten.
Deutsche Beamte deuteten an, dass Bedingungen geschaffen würden, um die Umsetzung von Rechenzentrumsprojekten zu erleichtern, obwohl regulatorische und genehmigungsrechtliche Zeitpläne nicht spezifiziert wurden. Die gemeinsame Erklärung enthält Bestimmungen zur Prüfung der Zusammenarbeit bei Datenhosting und Informationssystemen, was darauf hindeutet, dass weitere technische und politische Gespräche folgen werden.
Beide Seiten charakterisierten die Investition als langfristige Verpflichtung gegenüber Europas größter Volkswirtschaft, wobei die VAE das Paket als Teil ihrer Strategie zur Ausweitung der wirtschaftlichen Beziehungen über mehrere Kontinente hinweg positionieren. Die Investition umfasst künstliche Intelligenz, digitale Infrastruktur, Industrie, Spitzentechnologie und Energie, so die offizielle Ankündigung.


























