Berlin (Berlin Morgen Zeitschrift) September 13, 2026 — Eine 43-jährige Frau, die eine Davidstern-Kette trug, wurde am frühen Freitagmorgen im Berliner Zentrum körperlich angegriffen und mit einer zerbrochenen Glasflasche verletzt, nachdem es zu einer Konfrontation mit antisemitischen Beleidigungen gekommen war. Der Vorfall, der von der Staatsschutzabteilung des Berliner Kriminalamts untersucht wird, ereignete sich im Bezirk Mitte vor dem Hintergrund einer gestiegenen Zahl antisemitischer Straftaten in ganz Deutschland. Im Zusammenhang mit dem Überfall wurden bislang keine Festnahmen gemeldet.
Zeitlicher Ablauf und Tathergang
Nach Angaben der Berliner Polizei vom Samstag ereignete sich der Vorfall gegen 02:30 Uhr Ortszeit auf der Torstraße im zentralen Berliner Bezirk Mitte. Zwei Männer, deren Identität den Behörden noch nicht bekannt ist, näherten sich der 43-jährigen Frau, nachdem sie eine von ihr getragene Davidstern-Kette bemerkt hatten. Die Verdächtigen konfrontierten das Opfer wegen des religiösen Symbols und äußerten antisemitische Beleidigungen. Als die Auseinandersetzung eskalierte, attackierte einer der beiden Männer die Frau mit einer zerbrochenen Glasflasche.
Verletzungen und medizinische Versorgung
Das Opfer erlitt mehrere Schnittwunden an der Hand, als es versuchte, sich während der Auseinandersetzung gegen die Schläge zu wehren. Rettungskräfte versorgten die Frau zunächst vor Ort und brachten sie anschließend zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus. Die Behörden gaben keine weiteren Updates zum gesundheitlichen Zustand des Opfers bekannt. Nach dem Angriff flohen die beiden Tatverdächtigen zu Fuß; Medienberichten zufolge gab es bis Samstag noch keine Festnahmen.
Polizeiliche Ermittlungen und Staatsschutz
Die Ermittlungen zu dem Vorfall am frühen Morgen wurden an die Staatsschutzabteilung des Berliner Landeskriminalamts übergeben, eine auf politisch motivierte Kriminalität, Extremismus und Hasskriminalität spezialisierte Dienststelle. Der Angriff ereignete sich in der Zeit um das jüdische Neujahrsfest Rosch HaSchana, das am Freitagabend begann. Der Tatort in der Torstraße liegt in der Nähe der historischen Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße, wobei die Polizei noch nicht festgestellt hat, ob das Opfer die Stätte zuvor besucht hatte.
Statistischer Anstieg antisemitischer Straftaten
Der Angriff in der Torstraße fügt sich in eine Reihe jüngster Gewalttaten in der Hauptstadt ein. Daten der Berliner Staatsanwaltschaft zeigen, dass im Jahr 2025 insgesamt 820 Verfahren mit antisemitischem Hintergrund eingeleitet wurden, verglichen mit 756 Verfahren im Vorjahr. Zahlen der Berliner Polizei belegen zudem, dass im Jahr 2025 stadtweit 2.268 antisemitische Straftaten registriert wurden, was einem Anstieg von 24,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht; 64 dieser Fälle wurden offiziell als Gewalttaten eingestuft.
Gesamtkontext und gesellschaftliche Auswirkungen
Der Vorfall geschieht vor dem Hintergrund anhaltend hoher Zahlen gemeldeter antisemitischer Vorfälle in ganz Deutschland seit dem Hamas-Angriff auf den Süden Israels am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Krieg. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) berichtete, dass zahlreiche Angehörige der jüdischen Gemeinde in Deutschland ihr öffentliches Verhalten infolge anhaltender Belästigungen, Einschüchterungen und Gewalt verändert haben und es häufig vermeiden, religiöse Symbole offen zu zeigen oder im öffentlichen Raum Hebräisch zu sprechen.

























