Berlin (Berlin Morgen Zeitschrift) September 13, 2026 – Das Museum für Ekelhaftes in Berlin zeigt mehr als 90 ungewöhnliche und polarisierende Lebensmittel aus der ganzen Welt. Die Ausstellung beleuchtet die psychologischen, kulturellen und ökologischen Aspekte des menschlichen Ekels und bietet interaktive Stationen, Geruchsproben sowie eine tägliche Verkostungsbar für die Besucher.
Die Dauerausstellung in der Schützenstraße stellt herkömmliche Vorstellungen von Nahrung infrage, indem sie kulinarische Traditionen präsentiert, die in verschiedenen Kulturen starke visuelle und körperliche Reaktionen hervorrufen. Museumsdirektoren und Kuratoren haben die Installation so konzipiert, dass sie untersucht, wie Ekel als grundlegende menschliche Emotion funktioniert, und gleichzeitig zeigt, dass kulinarische Vorlieben weltweit stark variieren. Was in einer Region als Delikatesse gilt, kann für Menschen aus einem anderen Kulturkreis völlig ungenießbar oder abstoßend sein.
Globale kulinarische Exponate und kontroverse Gerichte
Das Museum umfasst fast 100 Exponate aus internationalen Quellen, angefangen bei fermentierten Spezialitäten bis hin zu ungewöhnlichen tierischen Produkten. Zu den bekanntesten Ausstellungsobjekten gehören peruanische Frosch-Smoothies, Sardiniens madeninfizierter Käse namens Casu Marzu und Schwedens berüchtigter, streng riechender fermentierter Hering, der Surströmming. Besucher treffen zudem auf Thailands duftende oder intensive Durianfrucht, Mäusewein aus China—der durch das Einlegen haarloser Babymäuse in Reiswein hergestellt wird—sowie Schafaugensaft.
Europäische und deutsche Regionalspeisen sind ebenfalls im Ausstellungsraum vertreten. Gerichte wie traditioneller Eierlikör, das Berliner Schnitzel—historisch zubereitet aus gekochtem Kuheneuter—und der Milbenkäse aus Sachsen-Anhalt verdeutlichen, dass ungewöhnliche Lebensmittelproduktions- und Verzehrmethoden auf allen Kontinenten zu finden sind. Die Präsentationen beinhalten realistische synthetische Nachbildungen für Produkte mit kurzer Haltbarkeit neben konservierten Originalen und gekühlten Bereichen.
Psychologische Funktion und kulturelle Perspektiven des Ekels
Ausstellungstafeln und Informationstafeln erklären, dass Ekel sich primär als Schutzmechanismus entwickelt hat, um Menschen vor Krankheiten, Giften und ungenießbaren Substanzen zu bewahren. Dennoch wird die Ausprägung dieser Emotion stark von gesellschaftlicher Konditionierung und kulturellen Normen beeinflusst. Objekte, die Abscheu auslösen, tun dies häufig auf Basis visueller Reize, intensiver Gerüche oder ethischer Bedenken hinsichtlich des Tierschutzes.
Das Museum beleuchtet Massentierhaltungspraktiken und kontroverse Lebensmittel wie Foie gras, um zum Nachdenken über die ökologischen und ethischen Konsequenzen moderner Ernährungsgewohnheiten anzuregen. Mithilfe von Informationsvideos, Audioguides und beschreibenden Texttafeln ermutigt die Institution die Besucher, sich ihren ersten sensorischen Reaktionen zu stellen und zu analysieren, weshalb bestimmte Gerichte Ablehnung hervorrufen.
Nachhaltige Proteinquellen und interaktive Verkostungserlebnisse
Über die Präsentation schockierender oder ungewohnter Lebensmittel hinaus befasst sich die Ausstellung mit zukünftigen globalen Ernährungsherausforderungen. Dedizierte Bereiche widmen sich umweltverträglichen alternativen Proteinen, darunter essbare Insekten wie Grillen, Mehlwürmer und Buffalowürmer, neben laborgezüchtetem Fleisch und Produkten auf Algenbasis. Diese Exponate zeigen potenzielle Lösungen für die ökologischen Auswirkungen, die mit der traditionellen Nutztierhaltung verbunden sind.
Für Besucher, die sich aktiv auf das Material einlassen möchten, betreibt die Einrichtung eine tägliche Verkostungsbar. Mutige Teilnehmer haben die Möglichkeit, wechselnde Tagesprodukte zu probieren, zu denen Insekten-Snacks, gewürzte Grillen oder regionale Spezialitäten wie Haggis gehören können. Das Management weist darauf hin, dass das Verkostungserlebnis den Gästen erlaubt, ihre persönlichen Grenzen zu testen und unterschiedliche Reaktionen zu beobachten, die von sofortiger Akzeptanz bis hin zur völligen Verweigerung reichen.



























