Genf (Berlin Morgen Zeitschrift) September 23, 2026 – Die Vereinten Nationen haben vor erheblichen globalen Gesundheitsrisiken durch das bevorstehende El-Nino-Phänomen gewarnt, das den Prognosen zufolge das stärkste seit vier Jahrzehnten werden könnte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft das Klimaphänomen als „Risikomultiplikator“ ein, da schwere Regenfälle, Dürren und Rekordtemperaturen die Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Cholera, Malaria und Dengue-Fieber begünstigen und weltweit Millionen Menschen von Ernährungsunsicherheit bedrohen.
Die Vereinten Nationen betonen in ihren aktuellen Berichten, dass die schwerwiegenden Auswirkungen des Wetterphänomens vor allem dort auftreten dürften, wo extreme Wetterereignisse mit geschwächten Gesundheitssystemen, begrenztem Zugang zu medizinischer Versorgung, Vertreibung oder anhaltenden humanitären Krisen zusammentreffen. Die WHO fordert Regierungen weltweit auf, umgehend Massnahmen zur Risikominderung zu ergreifen, um Menschenleben zu schützen und drohende humanitäre Krisen abzuwenden.
Prognostizierte Stärke Und Meteorologische Hintergründe
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gab bereits Anfang September bekannt, dass das aktuelle El-Nino-Ereignis das stärkste seit Beginn vergleichbarer Aufzeichnungen vor vier Jahrzehnten werden voraussichtlich sein wird. Die klimatischen Folgen dieses Naturphänomens werden nach Einschätzung von Experten bis weit in das Jahr 2027 hinein anhalten. Obwohl El Niño ein natürliches Klimaphänomen ist, betonen Wissenschaftler, dass es in Kombination mit bereits rekorderhitzten globalen Temperaturen zu einer beispiellosen Verstärkung von Wetterextremen führt.
Armel Castellan, Berater für extreme Hitze beim gemeinsamen Klima- und Gesundheitsprogramm von WHO und WMO, erklärte dazu, dass jede El-Nino-Phase zwar unterschiedlich verlaufe, die aktuelle Situation jedoch durch das Zusammentreffen mit ohnehin schon rekordverdächtigen Temperaturen einen einzigartigen Charakter erhalte. Die Erwärmung der Oberflächengewässer im Pazifischen Ozean führt global zu veränderten Niederschlagsmustern, die in einigen Regionen schwere Überschwemmungen und in anderen verheerende Dürreperioden auslösen.
Gesundheitsrisiken Durch Vektorübertragene Krankheiten Und Cholera
Die WHO warnt ausdrücklich vor den direkten gesundheitlichen Folgen der Wetterumschwünge. Heftige Regenfälle und Überschwemmungen schaffen ideale Bedingungen für den Ausbruch von Cholera sowie für die rasche Vermehrung von krankheitsübertragenden Insekten, insbesondere Stechmücken. Infolgedessen rechnet die Organisation mit einem signifikanten Anstieg von Krankheiten wie Malaria, Dengue-Fieber, Chikungunya sowie Gelbfieber und Zika.
Teresa Zakaria, Leiterin der WHO-Abteilung für Risikoreduzierung, humanitäre Einsätze und Klimawandel, bezeichnete El Niño als bedeutende Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. Sie wies darauf hin, dass durch Dürren und Überschwemmungen Lebensgrundlagen zerstört, Wohnräume vernichtet und der Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie Nahrungsmitteln drastisch eingeschränkt wird.
Ernährungsunsicherheit Und Belastung Der Gesundheitssysteme
Nach Angaben der WHO sind weltweit bereits mehr als 150 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Es wird erwartet, dass diese Zahl weiter steigt, da gestörte Regenfälle und extreme Wetterereignisse die landwirtschaftliche Produktion sowie die Einkommen der Haushalte massiv beeinträchtigen. Die Kombination aus Mangelernährung, fehlendem sauberen Wasser und dem Ausbruch von Infektionskrankheiten setzt bereits überlastete Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern zusätzlich unter Druck.
Besonders in der südlichen Hemisphäre – darunter Regionen in Südamerika, im südlichen Afrika und in Australien – wird die Situation durch den Übergang in die wärmere Jahreszeit verschärft. Experten warnen, dass dies das Risiko von Dürren, verheerenden Waldbränden sowie starker Luftverschmutzung durch Rauchgasentwicklungen in den kommenden Monaten weiter erhöhen kann.
Handlungsaufforderungen Und Präventive Massnahmen Der WHO
Angesichts der prognostizierten Entwicklungen drängen die UN-Organisationen auf präventives Handeln. Teresa Zakaria betonte vor Medienvertretern in Genf, dass ein konkretes Zeitfenster existiere, um aktiv zu werden, bevor sich die potenziellen Risiken zu einer unkontrollierbaren Gesundheitskrise auswachsen.
Regierungen und lokale Gesundheitsbehörden werden aufgefordert, saisonale Wetterprognosen frühzeitig zu nutzen, um die Widerstandsfähigkeit der medizinischen Infrastruktur zu erhöhen. Dazu gehören die Verbesserung der Krankheitsüberwachung, der Aufbau funktionierender Frühwarnsysteme sowie die gezielte Vorab-Bereitstellung von medizinischen Hilfsgütern und Medikamenten in besonders gefährdeten Regionen. Nur durch koordinierte und sofortige Massnahmen auf nationaler sowie internationaler Ebene lasse sich das Ausmass von Leid und Verlusten an Menschenleben begrenzen.



























