Ottawa (Berlin Morgen Zeitschrift) September 26, 2026 – Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hat die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum kommenden G20-Gipfel in Miami einzuladen, als einen wichtigen Prüfstein bewertet. Wadephul erklärte, diese Einladung biete die Möglichkeit herauszufinden, ob Moskau ernsthaft zu Verhandlungen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine bereit ist.
Prüfstein für Verhandlungen in gutem Glauben
Während eines gemeinsamen Auftritts mit der kanadischen Außenministerin Anita Anand in Ottawa ging der deutsche Außenminister näher auf die diplomatischen Hintergründe der Einladung ein. Wadephul betonte, dass es grundsätzlich im Ermessen der jeweiligen Präsidentschaft liege, Einladungen auszusprechen. Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage komme diesem Schritt jedoch eine erhebliche Bedeutung zu.
„Diese Einladung, die jede Präsidentschaft aussprechen kann, wird ein Prüfstein für Wladimir Putin sein, um zu sehen, ob er bereit ist, in gutem Glauben zu verhandeln“, sagte Wadephul während seines offiziellen Besuchs. Er fügte hinzu, dass man solche Gelegenheiten ergreifen müsse, wenn es um die Beilegung internationaler Konflikte gehe.
Der Außenminister wies darauf hin, dass Berlin gemeinsam mit internationalen Partnern die russische Führung und Wladimir Putin persönlich wiederholt aufgefordert habe, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Sollte Russland echtes Interesse an der Beendigung des Krieges signalisieren, könnte das G20-Treffen den Beginn ernsthafter diplomatischer Gespräche markieren. Zugleich betonte er, dass eine Waffenruhe während der Dauer solcher Gespräche eine Grundvoraussetzung für einen inhaltlichen Austausch sein müsse.
Internationale Reaktionen und diplomatische Abstimmung
Die Ankündigung der Einladung stieß international auf unterschiedliche Reaktionen. Die kanadische Außenministerin Anita Anand erklärte in Ottawa, sie sei überrascht gewesen, von der Entscheidung von US-Präsident Trump zu erfahren, den russischen Staatschef zu dem Treffen im Dezember einzuladen.
Aus Berlin verlautete indes ein abgewogener Kurs. Regierungssprecher Stefan Cornelius teilte mit, die Bundesregierung nehme die US-Einladung zur Kenntnis. Die Vorbereitungen für den Gipfel laufen demnach, wobei sich Berlin eng mit seinen internationalen Verbündeten abstimmt. Die Bundesregierung bekräftigte zudem, dass von normalen Beziehungen zu Russland angesichts des anhaltenden Krieges in der Ukraine keine Rede sein könne.
Auch Vertreter der Europäischen Union betonten, dass die EU kommende G20-Gremien konsequent dazu nutzen werde, den russischen Angriffskrieg zu verurteilen und dessen Beendigung zu fordern – unabhängig davon, ob hochrangige Vertreter aus Moskau oder Wladimir Putin persönlich anwesend sein werden.
Hintergrund des G20-Gipfels
Der G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs ist für den 14. und 15. Dezember im US-amerikanischen Golfresort Trump National Doral Miami unter dem Vorsitz von US-Präsident Donald Trump angesetzt. Wladimir Putin hat seit dem Jahr 2019 und dem Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine im Februar 2022 an keinem G20-Gipfel mehr persönlich teilgenommen.
Ob der Kremlchef die Einladung der US-Administration annehmen wird, ist bislang offen. Berichten aus Kremlkreisen zufolge wird eine persönliche Reise in die Vereinigten Staaten von Russland derzeit geprüft, wobei parallel die diplomatischen und sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen des Treffens auf internationaler Ebene analysiert werden.



























