Cambridge (Berlin Morning Magazine) Oktober 23, 2026 – Professor Patrick Barrie von der Universität Cambridge hat seinen Weltmeistertitel im Tiddlywinks-Einzel erfolgreich verteidigt, nachdem er den US-amerikanischen Herausforderer Dave Lockwood in einem siebenstündigen Wettkampf besiegt hatte. Das Finale fand im Pub Castle Inn in Cambridge statt und endete mit einem knappen Endergebnis von 26 zu 23 Punkten für den amtierenden Champion.
Erfolgreiche Titelverteidigung im Castle Inn in Cambridge
Der 61-jährige Patrick Barrie, der am Institut für Chemieingenieurwesen und Biotechnologie der Universität Cambridge tätig ist, setzte sich am Donnerstag im World Singles Tiddlywinks Championship durch. Sein 73-jähriger Kontrahent Dave Lockwood reiste aus der Nähe von Washington, D.C., an, um das Traditionsduell auszutragen. Gemäß dem Regelwerk des Wettbewerbs entspricht das Format einer Herausforderung im Profiboxen, bei der der amtierende Weltmeister direkt von einem nationalen Einzelmeister herausgefordert wird.
Geschichte und Entwicklung des modernen Tiddlywinks-Sports
Das historische Spiel Tiddlywinks, bei dem kleine Kunststoffscheiben durch den Druck einer größeren Scheibe in einen Becher geschnipst werden, hat seine Wurzeln in der viktorianischen Ära. Die moderne Wettkampfform geht laut Angaben der English Tiddlywinks Association auf eine Gruppe von Studenten des Christ’s College in Cambridge zurück, die sich im Jahr 1955 zusammenschlossen, um feste Regeln für das Präzisionsspiel zu definieren.
Taktische Anforderungen und emotionale Bilanz des Weltmeisters
Nach dem knapp zweistelligen Sieg äußerte sich Barrie zu seinem Erfolg und beschrieb das Gefühl als eine Mischung aus Freude und Erleichterung. Er erklärte, dass der Wettkampf über sieben Stunden hinweg äußerst hart umkämpft gewesen sei. Als Favorit im Vorfeld der Partie hat auf ihm ein erheblicher Erwartungsdruck gelastet. Barrie betonte, dass der Sport zwar oft als Kinderspiel wahrgenommen werde, auf Wettkampfebene jedoch eine komplexe Kombination aus physischer Feinmotorik, strategischem Denken und Nervenstärke erfordere. Es dauert Jahre, um die nötige taktische Reife zu entwickeln.
Karriereende und gesundheitlicher Hintergrund des US-Herausforderers
Der unterlegene Finalist Dave Lockwood, in Spielerkreisen als „The Dragon“ bekannt, kündigte nach der Niederlage seinen schrittweisen Rückzug aus dem aktiven Leistungssport an. Lockwood gab an, sich im Laufe des Jahres einer Operation aufgrund einer Hirnblutung unterzogen zu haben. Obwohl er sich zu nahezu 100 Prozent erholt habe, sei es nach 56 Jahren im Turniersport an der Zeit, den Schwerpunkt auf die Familie, Enkelkinder und Reisen zu verlagern. Er beglückwünschte Barrie und bezeichnete ihn als einen der besten Spieler der Spielgeschichte.
Regelwerk und weltweite Struktur des Turniersports
Der Schiedsrichter des Finales und Vorsitzende der English Tiddlywinks Association, Harley Jones, verglich die taktische Tiefe von Tiddlywinks mit Schach, erweitert um eine physische Komponente, bei der Präzisionsfehler möglich sind. Jones merkte an, dass es weltweit nur zwei offizielle nationale Einzelmeisterschaften gibt – die englische und die US-amerikanische. Die globale Weltrangliste umfasst aktuell etwa 120 aktive Turnierspieler, die innerhalb des letzten Jahres an offiziellen Wettkämpfen teilgenommen haben.

























