Brüssel, 21. Februar 2026 – Berlin Morgen Zeitschrift, Die EU-Kommission reagiert mit großer Besorgnis auf das Urteil des US-Supreme Court, das die rechtliche Grundlage für Trumps pauschale Importzölle entzogen hat. Das Gericht entschied, dass der Präsident seine Befugnisse überschritten habe, als er einen Wirtschaftlicher Notstand USA im Jahr 2026 ausrief, um Zölle von 15 Prozent auf EU-Waren zu rechtfertigen. Kommissionssprecher Olof Gill erklärte am Freitag, man stehe in engem Kontakt mit Washington, um die Auswirkungen auf den im Sommer geschlossenen Handelspakt zu klären.
Das Urteil stellt nicht nur bereits gezahlte Zölle in Frage, sondern gefährdet auch die europäischen Zusagen über Investitionen in Höhe von 600 Milliarden Dollar. Da der Wirtschaftlicher Notstand USA 2026 nun rechtlich gekippt wurde, fordern EU-Abgeordnete wie Bernd Lange eine sofortige Neubewertung des als „unbalanced“ kritisierten Abkommens.
Supreme Court stoppt Trumps Zoll-Alleingang
In einer bahnbrechenden 6-zu-3-Entscheidung stellten die Richter am Freitag fest, dass der Präsident seine Kompetenzen massiv überschritten hat. Die Rechtsgrundlage für die 15-prozentigen Pauschalzölle auf EU-Waren war der „International Emergency Economic Powers Act“ (IEEPA) von 1977. Das Gericht urteilte jedoch unmissverständlich, dass dieser Wirtschaftlicher Notstand USA nicht dazu instrumentalisiert werden darf, um ohne Zustimmung des Kongresses flächendeckende Zölle zu erheben.
„Wir nehmen das Urteil des US Supreme Court zur Kenntnis und analysieren es sorgfältig“, erklärte ein Sprecher der Europäischen Kommission in Brüssel. Die Entscheidung betrifft die sogenannten reziproken Zölle, die seit dem „Liberation Day“ im vergangenen April den Handel belasteten. Das Gericht betonte, dass die Verfassung die Zollgewalt dem Kongress zuschreibt, nicht dem Weißen Haus.
EU-Kommission unter Zugzwang nach dem Washingtoner Urteil
Die Brüsseler Behörde fordert nun umgehend Aufklärung von der US-Administration. Der stellvertretende Chefsprecher Olof Gill betonte am Freitag die Notwendigkeit von Stabilität. Er stellte klar, dass Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks Vorhersehbarkeit benötigen, um Investitionen zu planen. Ein Wirtschaftlicher Notstand USA als Dauerzustand zur Rechtfertigung von Handelsschranken wurde vom Gericht nun offiziell untersagt.
Für die EU ist die Lage prekär: Der Sommer-Deal sah vor, dass Brüssel im Gegenzug für moderate US-Zölle massiv in den amerikanischen Energiesektor investiert. Rund 750 Milliarden Dollar für Energieprodukte und 600 Milliarden Dollar für strategische Sektoren wurden zugesagt. Wenn die Zölle nun rechtlich fallen, steht die Gegenleistung der EU zur Disposition.

Parlamentarischer Widerstand gegen den unbalancierten Deal
Bernd Lange, der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament, hat für Montag eine Dringlichkeitssitzung einberufen. Die Abgeordneten in Straßburg und Brüssel sehen in dem Urteil eine Chance, das Abkommen neu zu bewerten. Viele Kritiker hatten den Deal von Anfang an als „unbalanciert“ bezeichnet, da er einseitig Washington bevorteilte.
„Wir bleiben in engem Kontakt mit der US-Administration, während wir Klarheit über die Schritte suchen, die sie als Reaktion auf dieses Urteil zu unternehmen gedenken“, sagte Olof Gill, stellvertretender Chefsprecher der Europäischen Kommission, nach Bekanntgabe des Urteils.
Die jüngste Entscheidung des US Supreme Court wirft ein Schlaglicht auf die fragile Architektur transatlantischer Handelsabkommen und unterstreicht die zunehmende Unsicherheit für europäische Unternehmen auf dem US-Markt. Für Deutschland und die EU ist dies nicht nur ein juristisches Detail: Industrieunternehmen könnten bereits gezahlte Zölle zurückfordern oder künftige Investitionsentscheidungen neu kalkulieren müssen. Die politische Dimension ist ebenfalls spürbar, da das Urteil das Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Souveränität und internationalen Verpflichtungen infrage stellt. Kurzfristig könnten Handelsströme stocken, langfristig wird die EU gezwungen sein, ihre Verhandlungsstrategie gegenüber Washington zu überdenken – ein Weckruf für stabilere, rechtlich robuste Abkommen im transatlantischen Raum.
Folgen für europäische Exporteure und Investoren
Für die Wirtschaft bedeutet das Urteil zunächst ein juristisches Vakuum. Während das Gericht die Zölle für illegal erklärte, gibt es noch keinen automatischen Mechanismus für Rückzahlungen. Unternehmen, die seit April 2025 Milliarden an Zöllen gezahlt haben, hoffen nun auf Entschädigungen. Der Missbrauch der Klausel Wirtschaftlicher Notstand USA hat europäische Firmen massiv belastet.
„Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks hängen in der Luft“, so Olof Gill weiter. Die EU-Kommission plädiert weiterhin für niedrige Zollsätze, warnt jedoch davor, dass ohne eine klare Antwort aus dem Weißen Haus die Handelsbeziehungen in ein Chaos stürzen könnten. Die Frage der Rückerstattungen wird nun voraussichtlich die Gerichte für internationalen Handel über Jahre beschäftigen.
Geopolitische Instabilität durch Missbrauch von Notstandsgesetzen
Die Entscheidung des Supreme Courts hat Signalwirkung über die USA hinaus. Wenn ein Präsident den Wirtschaftlicher Notstand USA erklärt, um protektionistische Ziele zu verfolgen, untergräbt dies die globale Welthandelsordnung. Das Urteil stellt klar, dass auch ein US-Präsident nicht in einem rechtsfreien Raum agiert. Für Handelspartner wie China, Kanada und Mexiko bedeutet dies ebenfalls eine Atempause, da auch ihre Zölle auf derselben illegalen Basis beruhten.
Brüssel beobachtet genau, ob das Weiße Haus versuchen wird, die Zölle über andere Gesetze, wie den „Trade Expansion Act“ von 1962, wieder einzuführen. In diesem Fall würde der Handelskonflikt lediglich in eine neue juristische Runde gehen, ohne die grundlegenden Spannungen zu lösen.
Transatlantische Unsicherheit im Jahr 2026
Das Jahr 2026 markiert einen Wendepunkt in der Handelspolitik. Die Forderung der EU-Kommission nach Klarheit ist ein diplomatischer Weckruf. Es geht nicht mehr nur um Prozentsätze, sondern um die Einhaltung internationaler Standards. Ein künstlich herbeigeführter Wirtschaftlicher Notstand USA darf nicht länger als Instrument der Erpressung in Handelsgesprächen dienen.
Sollte Washington keine Kooperation zeigen, droht die EU mit der Wiedereinführung ihrer eigenen Vergeltungszölle, die derzeit bis August 2026 ausgesetzt sind. Dies würde eine Eskalation bedeuten, die keine der beiden Seiten in einer ohnehin fragilen Weltwirtschaft gebrauchen kann.
Einzigartige Perspektive zur Renaissance der Handelsdiplomatie
Das Ende der Ära willkürlicher Notstandszölle könnte paradoxerweise den Weg für eine ehrlichere Diplomatie ebnen. Anstatt sich hinter dem Vorwand Wirtschaftlicher Notstand USA zu verstecken, müssen beide Blöcke nun an den Verhandlungstisch zurückkehren und über echte strukturelle Probleme wie digitale Dienstleistungssteuern und Industriesubventionen sprechen. Das Urteil des Supreme Courts bietet die Chance, das „Recht des Stärkeren“ wieder durch die „Stärke des Rechts“ zu ersetzen. Brüssel hat nun den Hebel in der Hand, ein faireres Abkommen einzufordern, das nicht auf Drohungen, sondern auf gegenseitigem Nutzen basiert.




























