Berlin (Berlin Morgen Zeitschrift) 11. September 2026 – Deutschland hat Emirates die Genehmigung erteilt, tägliche Flüge zwischen Dubai und dem Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) durchzuführen, und beendet damit eine 30-jährige Beschränkung, die die Fluggesellschaft auf vier deutsche Ziele begrenzte. Die während des Staatsbesuchs von UAE-Präsident Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan bekannt gegebene Genehmigung erlaubt bis zu sieben wöchentliche Flüge ohne Fifth-Freedom-Rechte. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger bestätigte, die Entscheidung stärke die Luftverkehrsbeziehungen, während Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner die verbesserte internationale Anbindung der Hauptstadt begrüßte.
Emirates hat die behördliche Genehmigung für die Aufnahme direkter Flüge zwischen Dubai und Berlin erhalten und damit Verhandlungen abgeschlossen, die sich über drei Jahrzehnte erstreckten. Die deutsche Bundesregierung autorisierte die Fluggesellschaft aus Dubai, Dienste zum Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) als fünftes Ziel in Deutschland aufzunehmen, neben bestehenden Routen nach Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg.
Die Vereinbarung wurde offiziell am 10. September 2026 während eines offiziellen Staatsbesuchs von UAE-Präsident Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan in Berlin bekannt gegeben, bei dem er Gespräche mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner führte. Die Entscheidung ist Teil eines umfassenderen Luftverkehrsabkommens zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten, das auch Investitionszusagen in Höhe von 40 Milliarden Euro in den Bereichen digitale Infrastruktur, Rechenzentren, Energie und künstliche Intelligenz umfasste.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger bezeichnete das Ergebnis als „zukunftsweisend“, das Deutschland enger an die UAE binde und gleichzeitig den Schutz deutscher Luftverkehrsinteressen wahre. Die zusätzlichen Verkehrsrechte sind auf maximal sieben Flüge pro Woche begrenzt, was effektiv eine tägliche Verbindung zwischen den beiden Hauptstädten ermöglicht.
Betriebliche Beschränkungen und Routenspezifikationen
Gemäß den Bestimmungen des bilateralen Abkommens wird Emirates Flüge auf der Berlin-Route ausschließlich zwischen Deutschland und den UAE betreiben, ohne Fifth-Freedom-Rechte, die es der Fluggesellschaft ermöglichen würden, Dienste von Berlin in Drittländer fortzusetzen. Diese Beschränkung adressiert langjährige Bedenken deutscher Behörden hinsichtlich des Schutzes inländischer Luftverkehrsdrehkreuze vor Konkurrenz im Umsteigeverkehr.
Minister Bilger erklärte ausdrücklich:
„Die zusätzlichen Flüge der Fluggesellschaft sind auf maximal sieben pro Woche begrenzt. Gleichzeitig schließen wir aus, dass die Fluggesellschaft Flüge zwischen dem fünften Einreisepunkt und Drittstaaten betreibt. Dies stärkt Deutschland als Luftverkehrsstandort.“
Das Brandenburger Verkehrsministerium reagierte positiv und stellte fest, die Maßnahme
„schaffe die Voraussetzungen für eine regelmäßige Emirates-Verbindung zum Flughafen Berlin-Brandenburg“.
Die Begrenzung auf vier Ziele für UAE-Fluggesellschaften in Deutschland stammte aus einem bilateralen Luftverkehrsabkommen von 1994, dessen Erweiterung Emirates seit Jahren angestrebt hatte. Die Fluggesellschaft argumentierte, Berlin sei im Langstreckenverkehr unterversorgt und tägliche Boeing-777-300ER-Dienste würden Beschäftigung, Tourismus und eine bessere Integration mit ihrem Dubai-Drehkreuz generieren.
Politischer und wirtschaftlicher Kontext des Staatsbesuchs
Die Routengenehmigung fiel mit hochrangigen diplomatischen Gesprächen zwischen deutscher und emiratischer Führung zusammen. Der Berlin-Besuch von Präsident Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan umfasste Diskussionen mit Kanzler Merz, die auf die Ausweitung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und den Abschluss der Luftverkehrsvereinbarungen gerichtet waren.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner begrüßte die Ankündigung und erklärte:
„Mit täglichen Emirates-Langstreckenflügen von Berlin nach Dubai rücken zwei wachsende Wirtschaftsregionen noch näher zusammen. Damit wird der Flughafen der Hauptstadt international besser angebunden.“
Der Bürgermeister betonte die symbolische und kommerzielle Bedeutung für den BER, der seit seiner verspäteten Eröffnung mit begrenzten interkontinentalen Angeboten operiert.
Das Luftverkehrsabkommen wurde von einem umfassenden Investitionspaket begleitet, bei dem die UAE sich zu 40 Milliarden Euro für deutsche Projekte verpflichtete. Davon sind laut Emirates News Agency (WAM) 10 Milliarden Euro für den Freistaat Bayern bestimmt. Das Investitionsprogramm zielt auf digitale Infrastruktur, Rechenzentren, Energiesysteme und die Entwicklung künstlicher Intelligenz ab.
Lufthansa-Opposition und Branchenreaktionen
Die deutsche Flagcarrier Lufthansa, die die Erweiterung des Emirates-Zugangs zu deutschen Flughäfen persistent bekämpft hatte, reagierte kritisch auf die Ankündigung. Die Fluggesellschaft erklärte, das Abkommen „verlagere wirtschaftliche Produktivität und Arbeitsplätze in den Golf und verstärke unlauteren Wettbewerb weiter“. Lufthansa argumentierte seit langem, dass ein Großteil des Emirates-Verkehrs aus Deutschland in Dubai zu Zielen in Asien, Afrika und Ozeanien umsteigt und Passagiere von ihren Drehkreuzen Frankfurt und München abzieht.
Die European Cockpit Association (ECA) hatte deutsche Behörden zuvor vor der Gewährung zusätzlicher Verkehrsrechte an UAE-Fluggesellschaften gewarnt und Bedenken hinsichtlich des Wettbewerbsgleichgewichts im europäischen Luftverkehrsmarkt geäußert. Lufthansa sowie die Länder Hessen und Bayern hatten gegen die Erweiterung lobbyiert, obwohl interne Unternehmensquellen Frustration darüber äußerten, die Rechteerweiterung nicht verhindert zu haben.
Trotz der Opposition bestehen bereits planmäßige Dubai-Dienste ab BER für andere Carrier: Condor wird den Betrieb am 25. Oktober 2026 aufnehmen, während Eurowings, eine Lufthansa-Tochter, am 1. November 2026 Flüge aufnimmt. Der Eintritt von Emirates fügt einen Full-Service-Network-Carrier mit größerer Kapazität und Konnektivität über Dubai hinaus hinzu.
Umsetzungszeitplan und Pläne für Dienstaufnahme
Emirates hat noch keinen genauen Starttermin für den Berlin-Dienst bestätigt, obwohl die Fluggesellschaft zuvor Slots am BER reserviert und einen Start im Dezember 2026 mit Boeing-777-Flugzeugen evaluiert hatte. Flugzeuglieferverzögerungen änderten anschließend diese ursprünglichen Pläne, laut Berichten aus der Luftfahrtbranche.
UAE-Staatsminister für Außenhandel Thani Bin Ahmed Al Zeyoudi deutete in einem Bloomberg-Interview an, die Finalisierung der operativen Details bleibe laufend.
„Die Herstellung der Verbindung ‚wurde bereits gewissermaßen zwischen beiden Seiten vereinbart'“,
sagte Al Zeyoudi.
„’Wir finalisieren nur noch die letzten Details, hoffentlich vor Jahresende.'“
Mit nun gewährten Verkehrsrechten kann Emirates mit der Finalisierung von Flugplanung und operativen Vorbereitungen fortfahren. Die Fluggesellschaft hatte zuvor ihre Bereitschaft erklärt, jährlich mehr als 100 Millionen Euro an Betriebsausgaben, Personal, Flughafengebühren, Treibstoff und anderen Ausgaben für Berlin- und Stuttgart-Routen zu investieren, vorbehaltlich der Genehmigung durch das deutsche Bundesverkehrsministerium.
Verbesserungen der Konnektivität des Flughafens Berlin
Die Aufnahme von Emirates-Diensten stellt eine bedeutende Entwicklung für den Flughafen Berlin-Brandenburg dar, der seit Aufnahme des Betriebs sein Langstreckennetz erweitern wollte. Bürgermeister Wegner merkte an, die Route werde die internationale Anbindung der Hauptstadt verbessern und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Region Berlin-Brandenburg und den UAE stärken.
Die bestehenden Dubai-Verbindungen des BER durch Condor und Eurowings bieten Punkt-zu-Punkt-Dienste, während Emirates Netzwerkkonnektivität über ihr Dubai-Drehkreuz zu Zielen in ganz Asien, Afrika und Ozeanien bietet. Diese Unterscheidung positioniert Emirates als ersten Full-Service-Network-Carrier auf der Berlin-Dubai-Route.
Der Staatsbesuch umfasste auch Diskussionen über die Ausweitung der breiteren wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den UAE, wobei das Luftverkehrsabkommen als eine Komponente der Vertiefung bilateraler Beziehungen diente. Die Investitionszusagen und Luftverkehrsvereinbarungen signalisieren gemeinsam eine verstärkte wirtschaftliche Integration zwischen den beiden Nationen.



























