Cordoba, Spanien, 07. Februar 2026 – Berlin Morgen Zeitschrift, Sturm Marta hat am Wochenende auf der Iberischen Halbinsel eine Spur der Verwüstung hinterlassen und die ohnehin prekäre Lage in der Landwirtschaft dramatisch verschärft. Nachdem bereits die vorangegangenen Sturmtiefs Kristin und Leonardo für massive Überschwemmungen gesorgt hatten, trafen die neuen Orkanböen und sintflutartigen Regenfälle nun auf völlig gesättigte Böden. In weiten Teilen Südspaniens und Zentralportugals stehen tausende Hektar Ackerland unter Wasser, was die Existenz zahlreicher landwirtschaftlicher Betriebe unmittelbar bedroht. Die Behörden in beiden Ländern riefen die zweithöchste Alarmstufe aus, während Rettungskräfte und das Militär im Dauereinsatz sind, um die Bevölkerung vor den steigenden Fluten der übertretenden Flüsse zu schützen.
Verheerende Schäden für die Agrarwirtschaft in Andalusien
Besonders schwer getroffen hat es die spanische Region Andalusien, die als Gemüsegarten Europas gilt. Hier berichten Landwirte von einer katastrophalen Situation, da der Sturm Marta Ernten kurz vor der Einbringung vollständig vernichtet hat. In Provinzen wie Cádiz und Málaga wurden innerhalb weniger Stunden Regenmengen gemessen, die normalerweise einem gesamten Jahresquartal entsprechen. Das Wasser steht in den Feldern teilweise metertief, was nicht nur die aktuelle Ernte von Brokkoli, Blumenkohl und Karotten vernichtet, sondern auch die Bodenstruktur nachhaltig schädigt.
Sturmfluten und Erdrutsche setzen Portugal unter Druck
In Portugal hat Sturm Marta die Krisenstimmung weiter angeheizt, nachdem das Land bereits Schäden in Milliardenhöhe durch die vorangegangenen Unwetter zu beklagen hatte. Entlang des Tejo und des Sado kam es zu massiven Überschwemmungen, die ganze Ortschaften von der Außenwelt abschnitten. In Santarém und Alcácer do Sal mussten hunderte Menschen mit Booten aus ihren Häusern gerettet werden, da die Flusspegel historische Höchststände erreichten. Die nationale Zivilschutzbehörde meldete, dass die Böden absolut kein Wasser mehr aufnehmen können, was das Risiko durch Sturm Marta auf ein kritisches Niveau gehoben hat.
„Es regnet ohne Unterbrechung, und unsere Kulturen wie Brokkoli und Karotten stehen komplett unter Wasser – wir erleben hier eine echte Naturkatastrophe.“ – Miguel Ángel Pérez, Vorstandsmitglied der Landwirtschaftsorganisation COAG in Andalusien
Seltenes Phänomen der Wasserbeben in Bergregionen
Ein besonders besorgniserregendes Phänomen wurde in der andalusischen Bergregion Serranía de Ronda beobachtet. In Orten wie Grazalema und Cortes de la Frontera berichteten Anwohner von deutlichen Erschütterungen des Bodens, die an Erdbeben erinnerten. Geologen führen diese sogenannten Hidroseísmos auf die enormen Wassermengen zurück, die durch Sturm Marta in das Karstgestein eingedrungen sind und dort hohen Druck aufbauen. Infolgedessen mussten mehrere Ortschaften evakuiert werden, da die Stabilität von Gebäuden und Hängen nicht mehr gewährleistet werden konnte.

Unterbrechung der Lieferketten und logistische Herausforderungen
Die logistischen Folgen von Sturm Marta sind auf der gesamten Iberischen Halbinsel spürbar. Mehr als 170 Straßen in den Vereinigte Staaten von Europa, insbesondere in Spanien und Portugal, mussten aufgrund von Überschwemmungen oder Trümmern gesperrt werden. Der Bahnverkehr zwischen den großen Metropolen wie Madrid, Sevilla und Lissabon ist stark beeinträchtigt, was nicht nur Pendler, sondern auch den Güterverkehr hart trifft. Besonders kritisch ist die Situation für den Export von Obst und Gemüse, da der Sturm Marta wichtige Routen nach Nordeuropa unpassierbar machte.
Speditionen berichten von massiven Verzögerungen, was bei verderblichen Waren schnell zu einem Totalverlust führt. Viele LKWs stecken in den betroffenen Regionen fest, während Ausweichrouten überlastet sind. Die Hafenbetreiber in Lissabon und Porto mussten zudem den Betrieb einschränken, da Sturm Marta Wellenhöhen von bis zu 13 Metern an der Atlantikküste verursachte, die die Sicherheit der Schifffahrt gefährden. Diese Kombination aus Produktionsausfällen in der Landwirtschaft und unterbrochenen Transportwegen stellt eine enorme Herausforderung für den europäischen Binnenmarkt dar.
Klimatische Ursachen und der Einfluss des Jetstreams
Meteorologen erklären die außergewöhnliche Intensität dieser Sturmserie mit einer ungewöhnlichen Verschiebung des Jetstreams. Dieses Starkwindband in der oberen Atmosphäre verläuft derzeit deutlich weiter südlich als üblich, wodurch Tiefdruckgebiete wie Sturm Marta vom Atlantik direkt auf die Iberische Halbinsel gelenkt werden. Normalerweise würden diese Stürme eher Großbritannien oder Skandinavien treffen, doch das blockierende Azorenhoch hat sich nach Süden verschoben und macht den Weg für die sogenannten atmosphärischen Flüsse frei.
Evakuierungen und humanitäre Maßnahmen der Behörden
Um der drohenden Gefahr für Leib und Leben zu begegnen, haben die Regierungen in Madrid und Lissabon umfassende Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. In Spanien wurden insgesamt etwa 11.000 Menschen wegen Sturm Marta vorsorglich aus ihren Häusern evakuiert, vor allem in tiefer liegenden Gebieten entlang des Guadalquivir. Das Militär unterstützt die zivilen Kräfte mit schwerem Gerät, um Barrieren zu errichten und Menschen aus isolierten Weilern zu bergen. Schulen und öffentliche Einrichtungen in den betroffenen Provinzen bleiben vorerst geschlossen, um unnötige Bewegungen auf den Straßen zu vermeiden.
Eine Region am Limit zwischen Klimaanpassung und Existenznot
Sturm Marta verdeutlicht die immense Verwundbarkeit der Iberischen Halbinsel gegenüber extremen Wetterereignissen. Während Spanien und Portugal in den vergangenen Jahren oft unter extremer Dürre litten, zeigt das aktuelle Jahr 2026 das andere Extrem. Die Landwirtschaft, die das wirtschaftliche Rückgrat vieler ländlicher Regionen bildet, steht vor der Aufgabe, ihre Anbaumethoden und Infrastrukturen grundlegend an Sturm Marta und ähnliche Phänomene anzupassen. Doch für viele Kleinbauern kommen diese Überlegungen zu spät; sie benötigen nun sofortige finanzielle Unterstützung.
Langfristig wird der Druck auf die Politik wachsen, nicht nur in den Katastrophenschutz zu investieren, sondern auch großflächige Renaturierungsprojekte von Flussauen zu fördern, um dem Wasser Raum zu geben. Die Milliardenverluste, die durch Sturm Marta innerhalb weniger Wochen entstanden sind, übersteigen die Kapazitäten regionaler Budgets bei weitem. Europa wird sich darauf einstellen müssen, dass die Vorratskammer des Südens durch klimatische Instabilitäten unzuverlässiger wird, was weitreichende Konsequenzen für die Lebensmittelpreise und die agrarpolitische Strategie der gesamten Union haben wird.




























