Zürich, 6. März 2026 – Berlin Morgen Zeitschrift, Die Vision einer hochmodernen Schweizer Luftwaffe bekommt tiefe Risse. Verteidigungsminister Martin Pfister musste am Freitag eingestehen, dass die Schweiz F-35-Jets nicht in der geplanten Stückzahl von 36 beschaffen kann. Aufgrund massiver Kostensteigerungen rechnet der Bundesrat nun nur noch mit rund 30 Maschinen. Um überhaupt diese reduzierte Flotte zu finanzieren, beantragt Pfister einen Zusatzkredit von 394 Millionen Franken. Doch das ist nicht die einzige Hiobsbotschaft: Die USA priorisieren ihre Patriot-Systeme derzeit für die Ukraine und den Iran-Krieg um, was die Schweizer Lieferung um bis zu fünf Jahre verzögert. Angesichts dieser „priorisierten“ US-Politik prüft Bern nun den Kauf eines zweiten, vorzugsweise europäischen Luftabwehrsystems, um die gefährliche Lücke am Himmel zu schließen.
Kostendruck zwingt Bundesrat zum Handeln
Die Schweizer Verteidigungslandschaft steht vor einer Zäsur. Ursprünglich war der Kauf von 36 hochmodernen Kampfjets des Typs Lockheed Martin F-35A fest eingeplant, um die alternde F/A-18-Flotte zu ersetzen. Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich drastisch verschlechtert. Wie Verteidigungsminister Martin Pfister am Freitag in Bern bestätigte, haben die globalen Preissteigerungen und inflationsbedingte Anpassungen bei der Produktion in den USA dazu geführt, dass das ursprünglich veranschlagte Budget nicht mehr für die volle Stückzahl ausreicht.
Infolge dieser Entwicklung hat der Bundesrat nun offiziell bekannt gegeben, dass die Schweiz F-35-Jets in geringerer Anzahl beschaffen wird als geplant. Statt der 36 Maschinen sollen nun voraussichtlich nur noch rund 30 Einheiten den Weg in die Alpenrepublik finden. Dieser Schritt ist das Ergebnis einer kühlen Kosten-Nutzen-Rechnung, die verhindern soll, dass das Rüstungsprojekt den finanziellen Rahmen des Bundes sprengt, ohne das Parlament um astronomische Summen bitten zu müssen.
Der Zusatzkredit und die parlamentarische Hürde
Um zumindest die 30 Maschinen zu sichern, hat die Regierung einen zusätzlichen Kredit in Höhe von 394 Millionen Schweizer Franken (ca. 505 Millionen Dollar) beantragt. Dieser Betrag soll die Differenz ausgleichen, die durch die gestiegenen Stückkosten entstanden ist. Ohne diesen Kredit müsste die Anzahl der Schweiz F-35-Jets noch weiter reduziert werden, was die operative Integrität der Luftwaffe gefährden könnte.
Der Verteidigungsminister betonte die Notwendigkeit dieser finanziellen Aufstockung. „Durch die gestiegenen Kosten wird die Schweiz voraussichtlich nur 30 statt der geplanten 36 F-35 Jets erwerben können“, erklärte Martin Pfister während einer Pressekonferenz. Diese Aussage verdeutlicht die angespannte Lage, in der sich das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) derzeit befindet. Das Parlament wird in den kommenden Sessionen über diesen Kredit entscheiden müssen, wobei hitzige Debatten zwischen den Lagern zu erwarten sind.
Strategische Lücken durch Lieferverzögerungen
Ein weiteres Problemfeld in der Schweizer Sicherheitsarchitektur ist die Verzögerung bei der Auslieferung des Patriot-Luftabwehrsystems. Die USA haben der Schweiz mitgeteilt, dass sich die Lieferung um vier bis fünf Jahre verzögern wird, da Kapazitäten zur Unterstützung der Ukraine umgeleitet wurden. Diese Nachricht schlug in Bern wie eine Bombe ein, da die Luftverteidigung als Gesamtsystem aus Schweiz F-35-Jets und bodengestützter Abwehr konzipiert war.
Durch das Fehlen der Patriot-Systeme entsteht eine zeitliche Sicherheitslücke, die der Bundesrat nun durch den Kauf eines zweiten, vorzugsweise europäischen Luftabwehrsystems schließen möchte. Diese Diversifizierung der Lieferanten soll die Abhängigkeit von den USA verringern und sicherstellen, dass die Schweiz trotz der Verzögerungen bei den Schweiz F-35-Jets und der Abwehrraketen geschützt bleibt.
Operative Auswirkungen der Flottenverkleinerung
Die Reduktion um sechs Maschinen hat direkte Auswirkungen auf die Einsatzplanung. Militärexperten weisen darauf hin, dass eine kleinere Flotte von Schweiz F-35-Jets weniger Spielraum für gleichzeitige Missionen, Trainingsflüge und notwendige Wartungsintervalle lässt. Während die Stealth-Technologie der F-35A einen technologischen Quantensprung darstellt, bleibt die pure Anzahl der verfügbaren Flugzeuge ein kritischer Faktor für die dauerhafte Wahrung der Lufthoheit.

Die europäische Alternative als Sicherheitsanker
Die Suche nach einem europäischen Luftabwehrsystem zeigt eine neue strategische Flexibilität der Schweiz. Während man sich bei den Schweiz F-35-Jets fest an den US-Hersteller Lockheed Martin gebunden hat, sucht man nun in der Nachbarschaft nach Lösungen für die bodengestützte Verteidigung. Dies könnte die industrielle Zusammenarbeit mit europäischen Partnern stärken und die logistischen Wege verkürzen.
Es bleibt abzuwarten, welche Systeme in die engere Auswahl kommen. Klar ist jedoch, dass die Kombination aus den technologisch überlegenen Schweiz F-35-Jets und einem zuverlässigen europäischen Raketenschirm das Ziel der Schweizer Verteidigungspolitik für die 2030er Jahre bleibt. Die aktuelle Krise bietet somit auch die Chance, die Autonomie durch einen breiteren Mix an Partnern zu erhöhen.
Wirtschaftliche Implikationen und Offset-Geschäfte
Ein wichtiger Aspekt des Kaufs der Schweiz F-35-Jets sind die damit verbundenen Offset-Geschäfte. Lockheed Martin ist verpflichtet, Aufträge an die Schweizer Industrie zu vergeben, um die hohen Beschaffungskosten teilweise zu kompensieren. Bei einer Reduktion der Stückzahl auf 30 Jets stellt sich die Frage, inwieweit auch das Volumen dieser Kompensationsgeschäfte schrumpfen wird. Dies ist besonders für die Schweizer Luftfahrt- und Rüstungsindustrie von großer Bedeutung.
Die Verhandlungen über die Anpassung der Verträge laufen im Hintergrund auf Hochtouren. Der Bundesrat ist bestrebt, trotz der geringeren Anzahl an Schweiz F-35-Jets das Maximum an technologischem Know-how und Arbeitsplätzen für die Schweiz herauszuholen. Die wirtschaftliche Komponente ist oft das Zünglein an der Waage, wenn es darum geht, die Zustimmung des Volkes und des Parlaments für milliardenschwere Rüstungsvorhaben zu gewinnen.
Zukunftsperspektiven der Schweizer Luftverteidigung
Trotz der aktuellen Hürden bleibt die Modernisierung der Luftwaffe alternativlos. Die F/A-18-Flotte erreicht bald das Ende ihrer zertifizierten Flugstunden. Die Schweiz F-35-Jets stellen sicher, dass die Schweiz auch in einem sich rapide verändernden europäischen Sicherheitsumfeld handlungsfähig bleibt. Die Entscheidung für die Reduktion der Stückzahl ist schmerzhaft, aber angesichts der Budgetvorgaben ein notwendiger Schritt zur Sicherung des Gesamtprojekts.
Die kommenden Monate werden zeigen, wie stabil die politische Unterstützung für die Schweiz F-35-Jets ist. Der Bundesrat muss Überzeugungsarbeit leisten, dass 30 hochmoderne Jets besser sind als eine überalterte Flotte, die den Anforderungen moderner Konflikte nicht mehr gewachsen ist. Sicherheit hat ihren Preis, und in einer Zeit der globalen Inflation ist dieser Preis höher als ursprünglich gedacht.




























