TEHERAN, 14. Juli (Berlin Morgen Zeitschrift) – Der Konflikt zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten hat sich weiter verschärft, nachdem Teheran am Dienstag ballistische Raketen auf eine US-Luftwaffenbasis in Jordanien abfeuerte. Die Vereinigten Staaten reagierten mit einer fünfstündigen Angriffsserie auf iranische Ziele. Dieser neuerliche Ausbruch der Feindseligkeiten im Ringen um die Kontrolle der strategisch wichtigen Straße von Hormus hat die globalen Ölpreise auf ein Vier-Wochen-Hoch getrieben.
US-Streitkräfte führten die dritte Nacht in Folge massive Angriffe durch. Auslöser war die Ankündigung Irans vom Wochenende, die für den Welthandel unverzichtbare Meerenge zu schließen. US-Präsident Donald Trump reagierte umgehend mit der Wiederaufnahme einer Blockade der iranischen Schifffahrt und schlug zudem eine Gebühr von 20 Prozent für das Geleitschutz-Management in der Wasserstraße vor.
Die jüngsten Gefechte werfen erneut Zweifel am Fortbestand des im vergangenen Monat unterzeichneten Memorandum of Understanding auf. Die Vereinbarung sollte eigentlich zu einer dauerhaften Waffenruhe führen, konnte jedoch die massiven Störungen der globalen Energieversorgung bisher nicht verhindern. Beobachter befürchten weltweit steigende Inflationsraten durch die andauernde Blockade.
Regionale Sicherheitsexperten bewerten die aktuelle Lage als gefährlich, wenngleich die Kampfhandlungen vorerst innerhalb kontrollierter Grenzen verlaufen. Beide Seiten suchen nach einer Position der Stärke für künftige Friedensverhandlungen, doch das Risiko einer unkontrollierbaren Eskalation bleibt präsent.
„Ich bezweifle, dass die beiden Seiten einen umfassenden Krieg wiederaufnehmen werden, vor allem, weil Trump darunter leiden wird – obwohl es auch eine deutliche Möglichkeit gibt, dass die Iraner ihre Hand überreizen. Das gilt natürlich auch für Trump“, erklärte Yezid Sayigh, Senior Fellow am Carnegie Middle East Center.
Politisch ist der Konflikt in den USA zunehmend unpopulär, da die Benzinpreise seit Beginn der Feindseligkeiten spürbar gestiegen sind. Dies stellt ein erhebliches Risiko für die bevorstehenden Kongresswahlen im November dar. Am Dienstag legten die Brent-Rohöl-Futures um 5 Prozent auf 87,49 US-Dollar pro Barrel zu, was den höchsten Stand seit dem 12. Juni markiert.
Der aktuelle Vorfall in Jordanien ist Teil einer umfassenden Konfrontation, die bereits am 28. Februar mit gemeinsamen Angriffen der USA und Israels auf iranische Stellungen ihren Lauf nahm. Iran reagierte damals mit Schlägen gegen Israel und Golfstaaten, die US-Militärstützpunkte beherbergen. Der Krieg hat bereits Tausende Todesopfer gefordert und Millionen Menschen in die Flucht getrieben.
In den betroffenen Gebieten berichten iranische Medien über US-Luftangriffe auf mehrere Städte. Laut der Fars News Agency wurden in Buschehr und Choghadak Explosionen gemeldet. Ein Provinzbeamter bestätigte gegenüber der IRNA, dass vier Bereiche der Stadt Buschehr getroffen wurden, wobei vier Personen verletzt wurden.
Das iranische Korps der Islamischen Revolutionsgarden erklärte, die Basis in Jordanien sei das primäre Ziel gewesen. Das jordanische Militär bestätigte den Abschuss von vier Raketen, die in den eigenen Luftraum eingedrungen waren.
Die US-Navy gab bekannt, dass die angekündigte Blockade der iranischen Schifffahrt am Dienstag um 20:00 Uhr GMT in Kraft getreten ist. Der Iran, der die nördliche Küste der Meerenge kontrolliert, erhebt seinerseits Anspruch auf die Hoheit über das Gewässer und plant ein eigenes System zur Gebührenerhebung. Der iranische Außenminister Abbas Araqchi betonte auf der Plattform X, dass Teheran der ewige Wächter der Straße sei und die von Trump vorgeschlagenen 20 Prozent Gebühren für überzogen halte.
Die Vereinten Nationen lehnen die Einführung solcher Abgaben für internationale Transitrouten strikt ab und sehen dafür keine rechtliche Grundlage. Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate meldete unterdessen den Beschuss zweier Öltanker durch iranische Raketen. Ein indisches Besatzungsmitglied kam dabei ums Leben, acht weitere Personen wurden verletzt.



























