PARIS, 21. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – In Europa hat das extreme Wetter am Dienstag zu schweren Krisen geführt, während Einsatzkräfte in mehreren Ländern gegen verheerende Naturkatastrophen ankämpften. Besonders in Südwesteuropa sorgten anhaltende Hitzewellen für extreme Bedingungen, die zu Bränden und Wassermangel führten. Gleichzeitig warnten Meteorologen auf dem Balkan vor gefährlichen Unwettern und heftigem Hagel.
Brände in Frankreich
In der französischen Region Gironde starben zwei Feuerwehrleute im Einsatz nahe einem Flughafen, wie Innenminister Laurent Nunez mitteilte. Der Vorfall ereignete sich, während die Region in höchster Alarmbereitschaft für Waldbrände stand. Bereits zwei Wochen zuvor war ein weiterer Feuerwehrmann in der Alpenregion Savoie ums Leben gekommen.
Ein weiterer Waldbrand im Département Var vernichtete innerhalb weniger Stunden 500 Hektar Land. Nach Angaben der örtlichen Behörden breitete sich das Feuer in Richtung der Gemeinde Cotignac aus. Der französische Verband zur Waldbrandprävention stufte die Lage als völlig außer Kontrolle ein. Mindestens 150 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, während die Rettungskräfte fieberhaft arbeiteten.
Lage in Spanien
In Spaniens zentraler Provinz Guadalajara wütete ein massiver Waldbrand bereits den sechsten Tag in Folge unkontrolliert. Mehr als 1.200 Anwohner mussten evakuiert werden, da die Flammen sich rasant ausbreiteten. Temperaturen von über 40 Grad Celsius trieben die Waldbrandgefahr auf ein extremes Niveau.
Die Situation erinnert an die Ereignisse zwei Wochen zuvor in der südspanischen Provinz Almería, wo das bisher tödlichste Feuer des Jahrzehnts 13 Menschen das Leben kostete. Wissenschaftler erklären, dass der von Menschen verursachte Klimawandel die Intensität von Hitzewellen, Dürren und Waldbränden drastisch verstärkt. Dies schaffe zugleich ideale Bedingungen für plötzliche und zerstörerische Stürme.
Dürre und Unwetter
In England kündigte der Versorger Thames Water Nutzungseinschränkungen für rund zehn Millionen Kunden in und um London an. Der Einsatz von Gartenschläuchen und Rasensprengern wurde verboten, um die verbleibenden Wasservorräte zu sichern. Nach Angaben der britischen Regierungsbehörde für Dürre hatten die südlichen und östlichen Landesteile bisher keinen Regen im Juli erhalten.
Auf dem Balkan und in Südosteuropa verschärfte sich die Lage durch extrem niedrige Wasserpegel und drohende Unwetter. Behörden in der Region warnten vor einem abrupten Wetterumschwung von der anhaltenden Hitze zu heftigen Hagelschlägen. In Kroatien wurden im Badeort Rovinj mehrere Personen bei einem plötzlichen Hagelsturm leicht verletzt.
„Wir konnten nichts retten und haben sowohl die Ernte als auch die Bäume verloren“, sagte der sizilianische Landwirt Marco Barbaccia zu den Schäden durch die Flammen.
Die Unwetterfronten und die extreme Hitze breiteten sich weiter aus. Meteorologen prognostizierten, dass die Schlechtwetterfronten und heftigen Unwetter von Kroatien aus auf Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Nordmazedonien Übergreifen werden.



























