Teheran (Berlin Morgen Zeitschrift) – Iran hat weltweit andere Länder aufgefordert, die neuen von Amerika gegen Iran verhängten Sanktionen nicht umzusetzen. Teheran bezeichnete die Strategie Amerikas als „Staatsterrorismus“ und erklärte, dass andere Länder die Pflicht hätten, diese Sanktionen zu ignorieren. Dies geschah, während Amerika den Druck auf Iran hinsichtlich der Öffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus erhöhte.
Warum fordert Iran andere Länder auf, die US-Sanktionen abzulehnen?
Das iranische Außenministerium veröffentlichte seinen Appell am Freitag, nachdem Washington unter „Operation Economic Outcast“ eine neue Phase des wirtschaftlichen Drucks eingeleitet hatte. Teheran erklärte, die Sanktionen stellten einen Versuch der Vereinigten Staaten dar, ihre Politik über ihre eigene Gerichtsbarkeit hinaus durchzusetzen, und forderte andere Regierungen auf, nicht zu kooperieren.
Iranische Vertreter haben sekundäre US-Sanktionen wiederholt zurückgewiesen und argumentiert, dass solche Maßnahmen unabhängige Länder rechtlich nicht dazu zwingen könnten, der Außenpolitik Washingtons zu folgen. Der Sprecher des Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, hatte die geplanten Sanktionen bereits als
„Behauptung einer extraterritorialen Souveränität über jeden unabhängigen Mitgliedstaat der Vereinten Nationen“
Die jüngste Erklärung des Außenministeriums ging noch weiter und bezeichnete die amerikanische Kampagne als „Staatsterrorismus“ und erklärte, Länder sollten davon absehen, die Maßnahmen umzusetzen. Teherans Position stellt den Streit nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht dar, sondern auch im Rahmen einer umfassenderen Debatte über Souveränität und internationales Recht.
Worauf zielt Washingtons neue Sanktionskampagne ab?
Die Operation Economic Outcast wurde am 24. August von der Trump-Regierung eingeleitet. Die Maßnahme wurde als langfristige Kampagne bezeichnet, die darauf abzielt, Iran von internationalen Finanz- und Wirtschaftssystemen abzuschneiden. Das US-Finanzministerium erklärte, der Plan ziele darauf ab, die wirtschaftlichen Wege abzuschneiden, über die die iranische Regierung und das Korps der Islamischen Revolutionsgarde operieren.
Die ersten Maßnahmen des Plans sollten unter anderem Netzwerke ins Visier nehmen, die an Ölschmuggel, der Umgehung von Sanktionen und der Erwirtschaftung von Einnahmen beteiligt sind. Die USA haben außerdem fünf Wirtschaftssektoren aufgeführt, die sie als entscheidend für die Aufrechterhaltung der iranischen Wirtschaft betrachten. Dazu gehören digitale Vermögenswerte, Technologie, Gold, Luftfahrt und Schifffahrt. Der Plan richtet sich gegen ausländische Unternehmen, die weiterhin Geschäfte mit Iran betreiben. US-Finanzminister Scott Bessent bezeichnete die Strategie als eine Entscheidung für Iran und seine Wirtschaftspartner, entweder isoliert zu werden oder wieder in die globale Wirtschaft integriert zu werden.
Wie haben iranische Vertreter auf den Druck der USA reagiert?
Iran hat diplomatischen Widerstand mit zunehmend deutlichen Warnungen an Länder verbunden, die mit Washington kooperieren könnten.
Am 22. August warnte der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Rezaei, die Nachbarländer davor, sich der amerikanischen Kampagne anzuschließen.
„Wir sagen allen nahegelegenen Ländern, dass sie sich nicht dem Wirtschaftskrieg der USA anschließen sollen, andernfalls werden wir sie als Feinde betrachten“,
sagte Rezaei.
Die Warnung erfolgte nach der Drohung von US-Präsident Donald Trump mit wirtschaftlichen Konsequenzen gegen Länder, die Teheran mit dem versorgen, was Amerika als lebenswichtige Unterstützung für Iran betrachtet. Bei dieser Drohung warnte Präsident Trump, dass Iran das „richtige Abkommen“ schließen und den Druck auf die iranische Wirtschaft erhöhen müsse. Der jüngste Aufruf des Außenministeriums ist somit ein diplomatischer und strategischer Versuch Teherans, die USA daran zu hindern, ihre Sanktionen in ein umfassenderes Wirtschaftsembargo umzuwandeln.
Hat Iran bereits zuvor ähnliche Warnungen ausgesprochen?
Ja. Tatsächlich hat sich Iran häufig gegen internationale Maßnahmen ausgesprochen, die darauf abzielen, seine Wirtschaft zu isolieren. Eines der bedeutendsten Beispiele ist das Jahr 2018, als Präsident Trump aus dem Atomabkommen mit Iran ausstieg und harte Sanktionen gegen das Land verhängte. Amerika wollte außerdem Druck auf ausländische Unternehmen und Banken ausüben, damit diese keine Geschäfte mit Teheran machen. Europa war mit dem extraterritorialen Charakter dieser Sanktionen nicht einverstanden und beschloss, seine Blocking-Verordnung einzusetzen, um seine Bürger und Unternehmen vor amerikanischen Sanktionen zu schützen.



























