BEIRUT, 21. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Die libanesische Armee hat am Dienstag mit der Stationierung von Truppen in der südlibanesischen Stadt Zawtar al-Gharbiyeh in der Region Nabatieh begonnen, nachdem sich die israelischen Streitkräfte aus dem Gebiet zurückgezogen hatten. Dies bestätigte ein hochrangiger libanesischer Sicherheitsbeamter im Rahmen eines von den Vereinigten Staaten vermittelten Plans zur Deeskalation.
Das Abkommen sieht vor, dass die libanesischen Streitkräfte in Teilen des Südlibanons die Waffen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz einsammeln, während sich die israelischen Truppen schrittweise zurückziehen. Das israelische Militär hatte am Montag erklärt, dass die Umsetzung dieses Vorhabens als Pilotzonenprogramm angelaufen sei.
Zwischenfall bei der Verlegung
Kurz nach Beginn der Verlegung gab das libanesische Militär bekannt, dass israelische Streitkräfte in der Nähe seiner Einheiten Schüsse abgegeben hatten. Die Armeeführung warnte, dass ein solcher Zwischenfall die laufenden Schritte gefährden könnte, während die Truppen vor Ort ihren Auftrag fortsetzten.
Das israelische Militär erklärte dazu, dass seine Soldaten Warnschüsse in die Luft abgegeben hätten. Dies geschah, nachdem libanesisches Personal in Begleitung eines Pionierfahrzeugs etwa 150 Meter weit in eine Zone in der Nähe der benachbarten Ortschaft Zawtar al-Sharqiyeh vorgedrungen war und Barrieren passierte.
Zerstörte Infrastruktur
Die Übergabe des Territoriums vom Dienstag gilt als erste Bewährungsprobe für das Abkommen, mit dem Beirut die Kontrolle über einen etwa zehn Kilometer tiefen Streifen Landes im Süden zurückerlangen möchte. Dutzende Dörfer in diesem Gebiet wurden dem Erdboden gleichgemacht, und die öffentliche Infrastruktur wurde schwer beschädigt.
Krankenhäuser, Kraftwerke und Wasserpumpen sind von den Zerstörungen betroffen, weshalb Zehntausende vertriebene libanesische Staatsbürger weiterhin nicht in ihre Heimatdörfer zurückkehren können. Die jüngsten heftigen Kämpfe zwischen der Hisbollah und Israel hatten Anfang März begonnen, kurz nachdem die USA und Israel Luftangriffe gegen den Iran gestartet hatten.
Sicherheitslage und Warnungen
Die Militärführung in Beirut erneuerte ihren Aufruf an alle Zivilisten, das betroffene Gebiet vorerst nicht zu betreten. Die Bewohner sollten auf eine offizielle Entwarnung warten und den Anweisungen der stationierten Soldaten strikt Folge leisten, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten.
Ein hoher libanesischer Offizier erklärte gegenüber Medien, dass Pionierteams das gesamte Stadtgebiet derzeit systematisch nach nicht explodierter Munition absuchen. Noch sei sehr viel Arbeit notwendig, bevor das Areal überhaupt als sicher eingestuft und offiziell für die Zivilbevölkerung freigegeben werden könne.
„Armee-Pionierteams sind in Zawtar al-Gharbiyeh eingezogen, und wir warten auf weitere Instruktionen“
Sagte der Bürgermeister der Stadt, Abed Ezzeddin.
„Wir werden die Einwohner informieren, sobald das Gebiet offiziell als sicher bestätigt und vollständig unter der Kontrolle der Armee ist.“
Ezzeddin beschrieb das Ausmaß der Zerstörung als extrem massiv und betonte, dass mehr als die Hälfte der Ortschaft komplett zerstört worden sei. Die verbliebenen Gebäude hätten so schwer gelitten, dass das Dorf gegenwärtig als unbewohnbar gilt.



























