Brüssel (Berlin Morgen Zeitschrift) 17. September 2026 – Europäische LIFE-Projekte in Spanien und Portugal greifen auf traditionelle Landwirtschafts- und Forstmethoden zurück, um das Risiko von Waldbränden zu verringern und die Klimaresilienz zu stärken. Die Initiativen konzentrieren sich auf gezielte Beweidung und naturnahe Landschaftspflege, um dem steigenden Trend zerstörerischer Sommerbrände entgegenzuwirken.
Rückkehr zu Traditionellen Bewirtschaftungsmethoden im Kampf Gegen Naturkatastrophen
Angesichts zunehmend extremer Wetterbedingungen und steigender Sommertemperaturen in Südeuropa setzen verschiedene regionale Initiativen im Rahmen des EU-LIFE-Programms verstärkt auf präventive Natur- und Landschaftspflege. Wie offizielle Berichte der Europäischen Kommission und der zuständigen Exekutivagentur CINEA darlegen, reicht die reine Brandbekämpfung nach Ausbruch des Feuers angesichts veränderter klimatischer Bedingungen nicht mehr aus. Um der enormen Akkumulation von brennbarem Material in verlassenen ländlichen Regionen entgegenzuwirken, fördern EU-Mittel gezielt die Wiederbelebung historischer Bewirtschaftungstechniken. Dazu gehören traditionelle Formen der Weidewirtschaft, das gezielte Auslichten von Wäldern sowie kontrollierte, vorgeschriebene Brandrodungen zur Reduzierung von Unterholz.
In Portugal widmet sich insbesondere das mehrjährige Projekt LIFE MARONESA der Bewältigung dieser Herausforderungen. Mit einem Budget von knapp zwei Millionen Euro und einer Laufzeit von über sechs Jahren zielt die Initiative darauf ab, die Entvölkerung von Bergweiden und Gemeinschaftsflächen umzukehren. Durch die Rückkehr zur Haltung der traditionellen portugiesischen Maronesa-Rinder auf Brachflächen soll nicht nur die brandfördernde Biomasse dezimiert, sondern zugleich die Bodenqualität verbessert und die Kohlenstoffbindung gefördert werden. Projektbeteiligte etablierten zu diesem Zweck einen rund 209 Hektar großen Demonstrationsbetrieb in Vila Pouca de Aguiar, der tierwohlgerechte, ökonomisch nachhaltige sowie ökologische Bewirtschaftungsansätze vereint und als Vorbild für weitere Regionen dient.
Regionale Initiativen zur Reduzierung von Brandlasten in Spanien
Auch in Spanien demonstrieren Projekte wie LIFE MIDMACC und LIFE LANDSCAPE FIRE praktische Erfolge bei der Prävention von Waldbränden. Das fünfjährige Projekt LIFE MIDMACC mit einem Fördervolumen von 2,6 Millionen Euro ist in den spanischen Regionen La Rioja, Aragón und Katalonien aktiv. Dort wird verbuschte Landschaft durch das Räumen von Gestrüpp, die Einführung von Nutztieren und die Auslichtung überwachsener Waldgebiete aufbereitet. Wissenschaftliche Begleituntersuchungen, die unter anderem mithilfe von Drohnen durchgeführt werden, zeigen laut Projektkoordinatorin Diana Pascual, dass bewirtschaftete Wälder nachweislich einen höheren Wasserhaushalt aufweisen und dadurch widerstandsfähiger gegen Entzündungen sind.
Ergänzend dazu setzt das länderübergreifende Projekt LIFE LANDSCAPE FIRE in Spanien und Portugal auf den freilaufenden Einsatz von Ziegenherden. Die Tiere fressen trockenes Gras und Sträucher ab, die andernfalls als hocheffiziente Brandlast im Sommer dienen würden. Koordinator André Mota betont, dass diese Maßnahme dazu beigetragen hat, die Zahl der Brände in den betroffenen Projektgebieten deutlich zu halbieren. Neben der Beweidung kommt bei LIFE LANDSCAPE FIRE auch die Technik des kontrollierten Brennens zum Einsatz, bei der Fachleute gezielt brennbare Vegetation unter kontrollierten Bedingungen abbrennen, um Weideland zu pflegen und unkontrollierte Großbrände zu verhindern.
Einbindung Ländlicher Gemeinschaften und Zukünftige Ausrichtung der EU-Politik
Die erfolgreiche Implementierung dieser Maßnahmen hängt maßgeblich von der Einbeziehung der lokalen Bevölkerung und ansässiger Landwirte ab. Experten und Projektverantwortliche betonen, dass eine langfristige Reduzierung des Waldbrandrisikos nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Behörden, Landnutzern und Naturschützern gelingen kann. Die EU-Kommission unterstützt diese Vorhaben im Rahmen ihrer Klimaschutz- und Anpassungsstrategien kontinuierlich mit erheblichen Finanzmitteln, um die Widerstandskraft europäischer Ökosysteme gegenüber dem Klimawandel nachhaltig zu sichern.



























