Die erste und letzte freie Wahl in der DDR – Ein Meilenstein auf dem Weg zur Einheit
18. März 1990: Ein historischer Wahltag
DDR erste freie Wahlen 1990 – Der 18. März 1990 markiert einen Wendepunkt in der deutschen Geschichte.
An diesem Tag fanden in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) die ersten und gleichzeitig letzten freien und demokratischen Wahlen zur Volkskammer statt.
Mit einer überwältigenden Wahlbeteiligung von 93,4 Prozent nahmen die Bürgerinnen und Bürger der DDR ihr Recht auf freie und geheime Wahlen wahr – ein Recht, das ihnen über vier Jahrzehnte lang verweigert worden war.
Diese Wahl war nicht nur das Ergebnis der Friedlichen Revolution von 1989, sondern auch ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur deutschen Wiedervereinigung.
Sie zeigte eindrucksvoll den Wunsch der Bevölkerung nach politischen Veränderungen und nach einem Ende der sozialistischen Diktatur.
DDR erste freie Wahlen 1990 Hintergrund: Der Zusammenbruch der DDR
Die DDR befand sich nach den Massenprotesten im Herbst 1989 in einem tiefgreifenden Umbruch.
Die Bürgerbewegung, Montagsdemonstrationen und der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 hatten das SED-Regime in die Knie gezwungen.
Die alte Führung unter Erich Honecker und später Egon Krenz war gestürzt, und eine Übergangsregierung unter Hans Modrow versuchte, das Land zu stabilisieren.

Mit der Öffnung der Grenzen war jedoch klar, dass die DDR allein nicht überlebensfähig war.
Hunderttausende Menschen verließen weiterhin das Land, die Wirtschaft stand vor dem Kollaps, und der politische Druck wuchs.
Eine demokratische Wahl war unausweichlich, um eine neue Regierung zu legitimieren und über die Zukunft der DDR zu entscheiden.
Der Wahlausgang: Klarer Sieg für die „Allianz für Deutschland“
Die Wahl zur Volkskammer war ein Novum:
Zum ersten Mal durften die Bürger der DDR zwischen verschiedenen Parteien frei wählen.
Die politische Landschaft hatte sich nach dem Zusammenbruch der SED-Diktatur komplett neu geordnet.
Das Wahlergebnis war eine klare Absage an den Sozialismus und eine deutliche Entscheidung für eine schnelle Wiedervereinigung mit der Bundesrepublik.
Die wichtigsten Ergebnisse der Wahl lauteten:
- Allianz für Deutschland (CDU, Demokratischer Aufbruch, Deutsche Soziale Union): 48,1 %
- SPD: 21,9 %
- PDS (Nachfolgepartei der SED): 16,4 %
- Bundnis 90/Grüne und Bürgerbewegungen: 2,9 %
Die „Allianz für Deutschland“, ein konservatives Bündnis unter Führung der Ost-CDU, gewann mit fast der Hälfte aller Stimmen und stellte somit die Weichen für eine schnelle Vereinigung mit der Bundesrepublik.
Volkskammer als Übergangsregierung zur Einheit – DDR erste freie Wahlen 1990
Die neue Volkskammer, die am 5. April 1990 erstmals zusammentrat, hatte eine historische Aufgabe:
Sie musste die DDR aus dem sozialistischen System herausführen und den Weg zur deutschen Einheit ebnen.
Zum Ministerpräsidenten wurde Lothar de Maizière (CDU) gewählt, der sich für eine zügige Wiedervereinigung aussprach.
Die wichtigsten Entscheidungen der neuen Regierung waren:
- Die Einführung der D-Mark in der DDR am 1. Juli 1990 als Teil der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion.
- Die Vorbereitung des Beitritts der DDR zur Bundesrepublik Deutschland gemäß Artikel 23 des Grundgesetzes.
- Die Verhandlungen mit der Bundesregierung unter Helmut Kohl über den Einigungsvertrag.
Der Weg zur Wiedervereinigung – DDR erste freie Wahlen 1990
Mit der Wahl vom 18. März 1990 war der endgültige Zusammenbruch der DDR besiegelt.
Die neue Volkskammer beschloss am 23. August 1990 offiziell den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik.
Am 3. Oktober 1990, nur sechs Monate nach der Wahl, wurde die deutsche Einheit vollzogen – die DDR hörte auf zu existieren.
Bedeutung der Wahl – DDR erste freie Wahlen 1990
Die Volkskammerwahl vom 18. März 1990 war weit mehr als nur eine Parlamentswahl – sie war ein Symbol für das Ende der Diktatur und den Willen der Menschen zur Freiheit.
Es war das erste Mal, dass die DDR-Bürger ihre politische Zukunft selbst bestimmen konnten.
Mit einer Wahlbeteiligung von über 93 Prozent, der höchsten je in Deutschland gemessenen Beteiligung an demokratischen Wahlen, zeigten die Menschen ihre Entschlossenheit, die Zukunft ihres Landes aktiv mitzugestalten.
Heute gilt diese Wahl als Schlussstein der Friedlichen Revolution und als eines der zentralen Ereignisse auf dem Weg zur Wiedervereinigung.
Sie bleibt ein historischer Moment der Demokratie, der zeigt, wie wichtig freie Wahlen für die Gestaltung einer gerechten Gesellschaft sind.
DDR erste freie Wahlen 1990 – Wir bleiben am Ball für Sie. BerlinMorgen.