Aguascalientes, 12. Februar 2026 – Berlin Morgen Zeitschrift, Im Zuge der Strategie für Chinas Ausbau der Elektromobilität stehen BYD und Geely im Finale um den Kauf des Nissan-Mercedes-Werks in Mexiko. Während Mercedes-Benz seine Produktion aufgrund von US-Zöllen nach Ungarn verlagert, planen die chinesischen Hersteller die Übernahme der Fabrik mit einer Jahreskapazität von 230.000 Fahrzeugen. Dieser strategische Schritt in Aguascalientes ermöglicht es China, trotz der Abschottungspolitik Washingtons, seine Marktanteile in Nord- und Lateinamerika im Jahr 2026 massiv auszuweiten
Strategische Neuausrichtung im Schatten der Handelszölle
Die geopolitische Gemengelage hat sich im ersten Quartal 2026 drastisch zugespitzt. Mexiko, traditionell ein enger Partner der USA, steht vor der Herausforderung, einerseits die Vorgaben des USMCA-Abkommens zu erfüllen und andererseits von den massiven Investitionen aus Fernost zu profitieren. Chinas Ausbau der Elektromobilität ist dabei längst keine reine Exportfrage mehr. Chinesische OEMs (Original Equipment Manufacturer) haben erkannt, dass der dauerhafte Erfolg in der westlichen Hemisphäre nur über die lokale Produktion führen kann.
Durch den Erwerb von Anteilen an bestehenden Zuliefernetzwerken und die Verhandlungen über stillgelegte Produktionsstätten im Bundesstaat Guanajuato versuchen BYD und Geely, die „Made in Mexico“-Regelung zu nutzen. Dies würde ihnen theoretisch erlauben, die hohen Einfuhrzölle zu umgehen und gleichzeitig die Logistikketten nach Norden zu verkürzen. Experten beobachten diesen Prozess mit einer Mischung aus Bewunderung für die technologische Geschwindigkeit und Sorge um die etablierten US-Hersteller.
BYD als Vorreiter der vertikalen Integration
BYD hat im Februar 2026 bestätigt, dass das Projekt für eine eigene Gigafactory in Mexiko nach einer kurzen Pause im Vorjahr nun mit doppelter Geschwindigkeit vorangetrieben wird. Der Konzern verfolgt hierbei ein Modell, das weit über die reine Montage hinausgeht. Ziel ist die komplette vertikale Integration vor Ort – von der Batteriezelle bis zur finalen Softwareanpassung. Chinas Ausbau der Elektromobilität wird somit direkt in die mexikanische Industrielandschaft implantiert.
„Wir sehen Mexiko nicht nur als Tor zum Norden, sondern als das pulsierende Herz der neuen automobilen Weltordnung, in der Effizienz und Technologie die alten Hierarchien ersetzen.“ – Anonymisierter Branchen-Analyst bei der Expo Transporte 2025/2026.
Die Strategie von BYD scheint aufzugehen. Trotz der Preissteigerungen durch die neuen Zölle konnte die Marke ihren Marktanteil im Segment der Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge in Mexiko Anfang 2026 auf fast 70 % steigern. Die Erschwinglichkeit der Modelle bleibt das schlagende Argument gegenüber der Konkurrenz aus Detroit.

Geely und die Multi Brand Offensive
Während BYD auf die Kraft der eigenen Marke setzt, operiert Geely in Mexiko eher wie ein diplomatisches Netzwerk. Mit einer Rekordzahl von über 80 Vertragshändlern landesweit hat der Konzern eine Infrastruktur geschaffen, die auch für europäische Premiumhersteller bedrohlich wirkt. Chinas Ausbau der Elektromobilität findet bei Geely durch die Einführung spezialisierter Submarken statt, die genau auf die Bedürfnisse des mexikanischen Mittelstands zugeschnitten sind.
Ein besonderer Fokus liegt im Jahr 2026 auf dem Ausbau des „Global Safety Center“ in Mexiko. Geely versucht damit, das Image chinesischer Fahrzeuge nachhaltig zu transformieren. Es geht nicht mehr nur um den Preis, sondern um globale Sicherheitsstandards und KI-gestützte Fahrassistenzsysteme. Damit bereitet der Konzern den Boden für eine langfristige Dominanz, die weit über das laufende Jahrzehnt hinausreicht.
Die Auswirkungen auf die lokale Zulieferindustrie
Ein oft übersehener Aspekt ist der Sogeffekt, den die chinesischen Giganten auf ihre heimischen Zulieferer ausüben. Firmen wie Anhui Zhongding haben bereits mit dem Bau massiver Komponentenwerke in Mexiko begonnen. Chinas Ausbau der Elektromobilität bringt somit ein ganzes Ökosystem nach Nordamerika. Für die mexikanische Wirtschaft ist dies ein zweischneidiges Schwert: Einerseits entstehen tausende hochqualifizierte Arbeitsplätze, andererseits wächst die Abhängigkeit von chinesischem Know-how und Kapital.
Die Geschwindigkeit, mit der chinesische Unternehmen Genehmigungsprozesse durchlaufen und Fabriken hochziehen, setzt die lokale Verwaltung unter Druck. Dennoch überwiegt in den betroffenen Bundesstaaten wie Nuevo León und Guanajuato der Optimismus, da die Investitionen die Modernisierung der Stromnetze und der Verkehrsinfrastruktur beschleunigen.
Technologische Souveränität durch lokale Batterieproduktion
Der Kern der chinesischen Strategie ist die Kontrolle über die Batterietechnologie. BYD, als weltweit führender Hersteller von Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP), plant, die Produktion seiner „Blade Battery“ direkt in Mexiko anzusiedeln. Chinas Ausbau der Elektromobilität erreicht damit eine neue Qualität der Autonomie. Lokale Batterien bedeuten nicht nur niedrigere Kosten, sondern auch eine höhere Resilienz gegenüber globalen Lieferketten-Schocks.
Diese technologische Überlegenheit ermöglicht es den chinesischen Herstellern, Garantien und Servicepakete anzubieten, die bisher unvorstellbar waren. In Mexiko-Stadt gehören Schnellladestationen, die ein Fahrzeug in weniger als zehn Minuten für 400 Kilometer Reichweite laden, bereits zum Stadtbild – ein direkter Erfolg der chinesischen Infrastruktur-Initiativen.
Politische Spannungen und die USMCA-Prüfung
Das Jahr 2026 ist auch das Jahr der Vorbereitung auf die Überprüfung des USMCA-Abkommens. Die USA beobachten den massiven Chinas Ausbau der Elektromobilität in ihrem südlichen Nachbarland mit größtem Argwohn. Es wird befürchtet, dass Mexiko als „Hintertür“ für chinesische Produkte genutzt wird. Die mexikanische Regierung muss hier einen diplomatischen Drahtseilakt vollführen, um die wirtschaftlichen Vorteile nicht durch politische Sanktionen des Nordens zu gefährden.
Bisher zeigt sich Mexiko jedoch standhaft. Die Argumentation lautet, dass die Dekarbonisierung des Verkehrssektors ohne die chinesische Technologie und deren Preisvorteile nicht schnell genug voranschreiten könne. Diese Position wird durch die steigende Nachfrage der mexikanischen Bevölkerung gestützt, die den Übergang zum E-Auto fordert.
Fokus auf Nachhaltigkeit und grüne Energie
Ein interessanter Nebeneffekt ist, dass Chinas Ausbau der Elektromobilität in Mexiko zu einem verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien führt. Die neuen Fabriken fordern zunehmend „grünen Strom“, um ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und auf dem Weltmarkt bestehen zu können. Dies zwingt die mexikanische Energiepolitik zu einer schnelleren Abkehr von fossilen Brennstoffen, als es nationale Programme allein vermocht hätten.
Chinesische Konzerne investieren daher oft parallel in Solar- und Windparks, um ihre Standorte autark zu versorgen. Dies schafft eine Symbiose zwischen Automobilbau und Energiewirtschaft, die als Blaupause für andere Schwellenländer dienen könnte.
Der Kampf um die Talente
Nicht nur Fabriken und Maschinen werden importiert, sondern auch ein neuer Arbeitsstil. Der Wettbewerb um die besten Ingenieure und Softwareentwickler in Mexiko hat sich durch Chinas Ausbau der Elektromobilität massiv verschärft. Chinesische Unternehmen locken mit Gehältern und Aufstiegschancen, die oft über denen der traditionellen OEMs liegen.
Gleichzeitig investieren BYD und Geely in Bildungsprogramme an mexikanischen Universitäten, um die nächste Generation von Fachkräften gezielt auf ihre Systeme zu schulen. Diese langfristige Bindung von Talenten ist ein wesentlicher Pfeiler ihrer Expansionsstrategie.
Logistik und Exportwege der Zukunft
Die Häfen an der Pazifikküste Mexikos erleben durch Chinas Ausbau der Elektromobilität einen beispiellosen Boom. Der Umschlag von Fahrzeugteilen und Rohstoffen aus Asien hat sich innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Gleichzeitig werden die Schienenverbindungen in die USA massiv ausgebaut, um die in Mexiko produzierten Fahrzeuge effizient zu verteilen.
Die Logistikbranche in Mexiko stellt sich auf die neuen Anforderungen ein. Spezialisierte Transportlösungen für Elektrofahrzeuge, die besondere Brandschutzvorgaben erfüllen müssen, sind mittlerweile Standard. Dies zeigt, wie tiefgreifend die gesamte Wertschöpfungskette durch die chinesische Offensive transformiert wird.
Globale Tektonik der Automobilbranche 2026
Was wir derzeit in Mexiko erleben, ist kein lokales Phänomen, sondern die Manifestation einer globalen Verschiebung. Chinas Ausbau der Elektromobilität hat die Spielregeln verändert. Es geht nicht mehr darum, wer das prestigeträchtigste Erbe hat, sondern wer am schnellsten skaliert und die effizienteste Software liefert.
Mexiko hat sich in diesem Spiel als der ultimative Austragungsort positioniert. Die Kombination aus geografischer Lage, industrieller Basis und dem Hunger chinesischer Konzerne nach Weltmarktführerschaft schafft eine Dynamik, die die Automobilwelt noch lange beschäftigen wird.





























