Manama, 15. März 2026 – Berlin Morgen Zeitschrift, Die globale Industrie steht vor einem neuen Schock, da massive Störungen der Lieferkette den weltgrößten Aluminiumschmelzer Alba zur Teilabschaltung zwingen. Das Unternehmen aus Bahrain gab am Sonntag bekannt, drei Produktionslinien stillzulegen, was 19 % seiner Gesamtkapazität entspricht. Grund für den drastischen Schritt ist die anhaltende Blockade der Straße von Hormuz infolge des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran. Die Störungen der Lieferkette verhindern nicht nur den Export von Fertigprodukten, sondern stoppen auch die lebensnotwendige Zufuhr des Rohstoffs Aluminiumoxid. Da die Schmelzhütten im Nahen Osten rund 9 % des weltweiten Angebots abdecken, drohen nun Engpässe auf dem Weltmarkt.
Alba Bahrain zieht die Notbremse bei der Aluminiumproduktion
Die Entscheidung von Aluminium Bahrain B.S.C. (Alba), die Reduktionslinien 1, 2 und 3 vorübergehend stillzulegen, markiert einen Wendepunkt in der regionalen Industriegeschichte. Als weltweit größte Aluminiumhütte an einem einzigen Standort ist Alba das Rückgrat der bahrainischen Wirtschaft. Die aktuelle Instabilität führt jedoch dazu, dass Störungen der Lieferkette den Betrieb der älteren Schmelzlinien unwirtschaftlich und riskant machen.
„Diese gezielte, anlagenspezifische Maßnahme zielt darauf ab, die Nutzung der vorhandenen Rohstoffvorräte bei Alba zu optimieren und der Betriebsstabilität in den Reduktionsanlagen 4, 5 und 6 Vorrang einzuräumen“, erklärte ein Unternehmenssprecher.
Die Straße von Hormus als globales logistisches Risiko
Die geopolitische Lage hat sich seit Anfang März 2026 massiv verschärft. Die Straße von Hormus gilt als die Halsschlagader des Welthandels, insbesondere für Energie und Rohstoffe aus dem Nahen Osten. Wenn diese Route unterbrochen wird, sind Störungen der Lieferkette auf globaler Ebene unvermeidlich. Schätzungen zufolge stammen etwa 9 % des weltweiten Aluminiumangebots aus dieser Region.
Experten warnen, dass der Ausfall von Alba-Kapazitäten die Preise an der London Metal Exchange (LME) kurzfristig in die Höhe treiben könnte. Für die verarbeitende Industrie in Europa und Asien bedeutet dies eine Suche nach alternativen Bezugsquellen, die jedoch aufgrund der bereits angespannten Marktlage kaum vorhanden sind.
Force Majeure und die wirtschaftliche Absicherung
Bereits am 4. März 2026 sah sich Alba gezwungen, den Status der „höheren Gewalt“ (Force Majeure) auszurufen. Dieser rechtliche Schritt schützt das Unternehmen vor Schadensersatzforderungen, wenn vertraglich zugesicherte Liefermengen aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse – wie in diesem Fall dem Krieg – nicht geliefert werden können.
Durch die Störungen der Lieferkette ist die physische Auslieferung an Kunden in aller Welt zum Erliegen gekommen. Die Unternehmensleitung betont jedoch, dass die Linien 4, 5 und 6 weiterhin mit Priorität betrieben werden. Hierfür wird das verbleibende Rohstoffinventar strategisch reserviert, um eine vollständige Werksabschaltung zu verhindern, die technisch und finanziell verheerend wäre.
Technische Herausforderungen einer kontrollierten Stilllegung
Eine Aluminiumhütte kann nicht wie ein Lichtschalter ausgeschaltet werden. Der Prozess der Reduktion erfordert konstante Hitze und elektrische Energie. Wenn die Schmelze in den Elektrolysezellen erstarrt, entstehen Schäden in Millionenhöhe. Alba führt daher eine „kontrollierte und sichere Abschaltung“ durch, um die Infrastruktur der Linien 1 bis 3 für eine spätere Wiederinbetriebnahme zu konservieren.
Diese präventive Maßnahme zeigt, wie ernst die Störungen der Lieferkette bewertet werden. Man stellt sich in Manama auf eine länger anhaltende Krise ein. Das Ziel ist es, die Betriebsstabilität des Kernunternehmens zu sichern, während die globalen Logistiknetzwerke nach neuen Wegen suchen – etwa über Landwege durch Saudi-Arabien, die jedoch kapazitär stark begrenzt sind.

Internationale Auswirkungen auf die Metallmärkte
Da der Nahe Osten ein zentraler Knotenpunkt für Primäraluminium ist, reagieren die Märkte weltweit nervös. Die Störungen der Lieferkette betreffen nicht nur Bahrain, sondern auch benachbarte Produzenten in den VAE und Katar, die ähnliche logistische Hürden überwinden müssen. Sollte die Blockade der Straße von Hormus über das zweite Quartal 2026 hinaus anhalten, droht ein massiver Versorgungsengpass für die Automobil- und Luftfahrtindustrie.
Die Zukunft der bahrainischen Aluminiumindustrie
Trotz der aktuellen Teil-Stilllegung bleibt Alba ein Symbol für den industriellen Aufstieg Bahrains. Die Bewältigung der Störungen der Lieferkette wird zeigen, wie resilient moderne Großbetriebe gegen geopolitische Schocks sind. Die Regierung in Manama unterstützt das Unternehmen dabei, Arbeitsplätze zu sichern und die Energiekosten während der reduzierten Produktion stabil zu halten.
Weltweite Logistik-Resilienz
Die Ereignisse in Bahrain im Jahr 2026 sind eine Warnung für globale Konzerne. Die Abhängigkeit von Just-in-time-Lieferungen und singulären Transportwegen ist ein Risiko, das neu bewertet werden muss. Solange die Störungen der Lieferkette anhalten, bleibt die industrielle Produktion in der Golfregion ein Spielball der Geopolitik.
Konsequenzen für europäische Abnehmer
Für europäische Industriekunden bedeutet der Kapazitätsabbau bei Alba eine drastische Verteuerung. Viele Unternehmen versuchen bereits jetzt, ihre Lagerbestände aufzustocken, was die Störungen der Lieferkette durch Panikkäufe zusätzlich befeuert. Eine Lösung scheint erst in Sicht, wenn diplomatische Bemühungen die Durchfahrt durch den Persischen Golf wieder sicherstellen.




























