NEW YORK, 12. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Der Weltraumkonzern SpaceX hat am Freitag ein beeindruckendes Debüt an der Nasdaq in New York hingelegt. Die Aktien des von Elon Musk geführten Unternehmens verzeichneten zum Handelsauftakt einen rasanten Anstieg von 19 Prozent.
Durch diesen massiven Kurssprung kletterte die Marktbewertung von SpaceX auf über 2 Billionen US-Dollar. Damit positioniert sich das Unternehmen aus dem Stand als das sechstwertvollste Unternehmen in den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig katapultierte dieser Erfolg Elon Musk zum weltweit ersten Billionär.
Investoren zeigten sich äußerst enthusiastisch bei der Zeichnung der Anteilsscheine, nachdem das Unternehmen einen Rekord-Börsengang im Volumen von 75 Milliarden Dollar hinter sich gebracht hatte. Insgesamt wechselten am ersten Handelstag mehr als 510 Millionen Aktien den Besitzer, was einem Handelswert von etwa 84 Milliarden Dollar entspricht. Bemerkenswert ist dieser Anstieg vor allem deshalb, da SpaceX bisher keine Gewinne erzielt und bei den Umsätzen deutlich hinter etablierten Tech-Giganten zurückbleibt, die an der Börse ähnlich hoch bewertet werden.
Der Handelsstart verlief reibungsloser, als viele Marktbeobachter im Vorfeld angenommen hatten. Es gab keine technischen Probleme, wie sie beispielsweise beim chaotischen Börsendebüt von Meta im Jahr 2012 aufgetreten waren. Zum Ende des ersten Handelstages notierten die Anteilsscheine bei 160,95 Dollar, was die Gesamtbewertung auf 2,1 Billionen Dollar fixierte. Mit diesem Ergebnis zog SpaceX an Broadcom vorbei und nähert sich nun der Marktkapitalisierung von Amazon, die derzeit bei 2,6 Billionen Dollar liegt.

Starke Nachfrage und Marktvertrauen
Die Stimmung an der Börse war geprägt von einem großen Vertrauensvorschuss der Investoren. Sowohl institutionelle Großanleger als auch private Fans von Elon Musk griffen bei der Aktie zu. Seth Hickle, Chief Investment Officer bei Mindset Wealth Management in Indianapolis, betonte die besondere Bedeutung des Unternehmens für den Markt.
„Für viele Investoren ist SpaceX das nächste große Ding, vergleichbar mit den Eisenbahnen während der Industriellen Revolution, und sie sind bereit, dafür eine Art Elon-Musk-Aufschlag zu zahlen“, sagte Hickle.
Die Vorbereitungsphase auf den Börsengang war jedoch von Nervosität geprägt. Einige Anleger sorgten sich, ob die Handelsplattform dem Ansturm gewachsen sein würde, besonders angesichts der jüngsten Kursschwankungen im Technologiesektor. Zudem stehen weitere milliardenschwere Börsengänge von KI-Unternehmen wie OpenAI und Anthropic in den Startlöchern, was den Druck auf die Investoren erhöht, ihre Portfolios neu zu gewichten.
Herausforderungen für die Zukunft
Trotz der Euphorie raten Analysten zur Vorsicht. Da der Streubesitz der Aktie vergleichsweise gering ist und die Bewertung im Verhältnis zum Umsatz – das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei etwa 112 – extrem hoch erscheint, rechnen Experten mit einer erhöhten Volatilität in den kommenden Wochen. Im vergangenen Jahr musste das Unternehmen einen Verlust von fast 5 Milliarden Dollar verbuchen, was die fundamentale Bewertung zusätzlich erschwert.
Ob sich das aktuelle Kursniveau langfristig halten lässt, wird sich erst noch zeigen müssen. Die breite Streuung der Aktien war ein Erfolgspunkt des Börsengangs, da rund 20 Prozent der Zuteilungen an Privatanleger gingen. Dies ist ein deutlich höherer Anteil als bei typischen Börsengängen. Viele der frühen Mitarbeiter, die den Aufstieg von SpaceX von der Idee bis zum Marktführer begleitet haben, konnten durch ihre Aktienoptionen signifikante Vermögenszuwächse verzeichnen.
Der Erfolg des IPOs markiert den Höhepunkt der langjährigen Ambitionen von Musk im Bereich der Raumfahrt und der Satellitentechnologie. Das Emissionsvolumen von 75 Milliarden Dollar übertraf das Volumen des Börsengangs von Saudi Aramco aus dem Jahr 2019 um mehr als das Doppelte. Während SpaceX aufgrund fehlender Profitabilität vorerst nicht in den S&P 500 aufgenommen wird, ist eine Aufnahme in den Nasdaq 100 in den kommenden Wochen sehr wahrscheinlich. Dies dürfte eine zusätzliche Nachfrage durch passive Indexfonds auslösen.




























