PARIS, 25. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Angesichts einer massiven Hitzewelle, die Frankreich und weite Teile Europas fest im Griff hat, hat die Polizei von Paris ein striktes Alkoholverbot im öffentlichen Raum erlassen.
Die Maßnahme soll die Gesundheitsrisiken minimieren, die durch den Konsum alkoholischer Getränke bei extremen Temperaturen entstehen. Die Regelung tritt ab Freitagmittag in Kraft und betrifft sowohl das Trinken auf Straßen und in Parks als auch den Verkauf von Alkohol zum Mitnehmen.
Polizeichef Patrice Faure kündigte die offizielle Verfügung an, um die medizinische Infrastruktur vor einer Überlastung zu schützen. Das öffentliche Alkoholverbot gilt freitags und samstags jeweils in der Zeit von 12:00 Uhr mittags bis 07:00 Uhr am Folgetag. Zusätzlich untersagen die Behörden in diesem Zeitraum den Verkauf von alkoholischen Getränken zur Mitnahme in Geschäften und speziellen Weinhandlungen, beginnend ab 18:00 Uhr.
„Ich werde heute Abend ein Edikt veröffentlichen, das den Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit ab morgen Mittag untersagt. Wie Sie wissen, kann das Trinken von Alkohol bei praller Sonne verheerende Auswirkungen haben“, erklärte Polizeichef Patrice Faure gegenüber dem Sender BFM TV.
Von den neuen Einschränkungen ausgenommen sind die Außenbereiche von Restaurants und Bars. Gäste können dort weiterhin alkoholische Getränke konsumieren, sofern die Einrichtungen über eine entsprechende Genehmigung für ihre Außenterrassen verfügen. Auch der Verzehr in Innenräumen von Gastronomiebetrieben bleibt von dem Erlass unberührt.
Die Entscheidung der Stadtverwaltung basiert auf einer alarmierenden Zunahme von medizinischen Notfällen. Die Rettungskräfte der Pariser Feuerwehr meldeten, dass sich die Zahl der Notfalleinsätze innerhalb eines einzigen Tages verdoppelt hat und auf über 2.500 Operationen angestiegen ist. Krankenhäuser und Rettungsdienste erreichen zunehmend ihre Belastungsgrenzen.
Experten betonen, dass Alkohol bei Temperaturen, die in Paris mittlerweile weit über 40 Grad Celsius klettern, die Dehydrierung des Körpers massiv beschleunigt. Dies begünstigt schwere hitzebedingte Erkrankungen und Hitzeschläge, die bei der aktuellen Witterung ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen.
Um der extremen Hitze entgegenzuwirken, aktiviert Paris zusätzlich sein unterirdisches Kühlsystem. Die Stadt verfügt über ein 50 Kilometer langes Netz aus Rohren, durch die gekühltes Wasser aus der Seine gepumpt wird. Diese Infrastruktur kühlt kritische Bereiche wie Krankenhäuser und spezielle „chambres de fraîcheur“ in städtischen Gebäuden. Diese öffentlichen Kühlräume bieten insbesondere gefährdeten Bewohnern einen Zufluchtsort, ohne das öffentliche Stromnetz durch den massiven Einsatz konventioneller Klimaanlagen zusätzlich zu belasten. Die Stadtverwaltung hofft, durch die Kombination aus Alkoholverbot und aktiver Kühlung die Sicherheit der Bevölkerung in diesen Tagen zu gewährleisten.




























