BANGKOK, 13. Juli (Berlin Morgen Zeitschrift) – Bei einem verheerenden Brand in einem Pub im Norden der thailändischen Hauptstadt Bangkok sind in der Nacht zum Montag 27 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende weitere Gäste wurden bei dem Unglück verletzt, als in dem beliebten Lokal kurz vor Mitternacht ein Feuer ausbrach. Behördenangaben zufolge befinden sich zahlreiche Verletzte in kritischem Zustand. Die Polizei hat nun Ermittlungen eingeleitet, bei denen Fahrlässigkeit im Vordergrund steht.
Ermittler prüfen derzeit, ob bei dem Brand Sicherheitsvorkehrungen missachtet wurden. Vorläufige Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Flammen sich extrem schnell ausbreiteten. Augenzeugenberichte und Videoaufnahmen vom Unglücksort zeigen, wie sich dichter Rauch entwickelte, bevor eine gewaltige Flammenwand aus dem Eingangsbereich schoss. Gäste, die in Panik aus dem Lokal flüchten wollten, fanden sich in einer lebensgefährlichen Situation wieder.
Schwere Vorwürfe gegen Betreiber
Die Einsatzkräfte, die kurz nach dem Alarm am Unglücksort eintrafen, sahen sich mit einer chaotischen Lage konfrontiert. Viele Gäste versuchten vergeblich, über den hinteren Bereich des Gebäudes zu entkommen, fanden dort jedoch keine freien Auswege vor. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei waren Notausgänge versperrt, verschlossen oder durch Hindernisse wie Getränkekisten blockiert. Zudem wird geprüft, ob bei der Dekoration des Pubs leicht entflammbare Materialien verwendet wurden.
Der nationale Polizeichef Kittiratt Phanphet erklärte gegenüber Medienvertretern, dass die bisherigen Indizien eine gezielte Untersuchung wegen Fahrlässigkeit unumgänglich machen. Der Betreiber des Pubs befindet sich nach Informationen der Behörden selbst auf der Intensivstation, was die Befragungen des Personals durch die Kriminalpolizei zusätzlich erschwert.
Gefangen in den Toiletten
Feuerwehrmann Chakrit Khongkom schilderte die schwierigen Bedingungen bei der Rettungsaktion. Als die ersten Einheiten vor Ort waren, sei das Lokal bereits in Flammen gestanden. Viele der Opfer wurden später in der Nähe der sanitären Anlagen gefunden.
„Wir haben einen Rettungs- und Suchtrupp hineingeschickt und festgestellt, dass viele Menschen in der Toilette waren. Die meisten von ihnen versuchten, nach hinten zu entkommen, weil sie sahen, dass die Flammen vorne waren“, sagte Chakrit Khongkom.
Die Hoffnung der Gäste, am hinteren Teil des Lokals in Sicherheit zu gelangen, erfüllte sich nicht. Einige Überlebende berichteten, dass der beißende Rauch die Orientierung innerhalb der Räumlichkeiten fast unmöglich machte. Viele Gäste erlitten schwere Rauchgasvergiftungen, während andere Verbrennungen davontrugen.
Mängel bei Sicherheitsvorkehrungen
Der Gouverneur von Bangkok, Chadchart Sittipunt, wies auf die strukturellen Probleme am Unglücksort hin. Offiziell war der Pub als Restaurant mit Live-Musik lizenziert und erst im April dieses Jahres einer Inspektion unterzogen worden. Bei dieser Überprüfung waren Ausgänge und Feuerlöscher vorschriftsmäßig vorhanden. Dennoch stellte sich bei einer Vor-Ort-Besichtigung durch den Premierminister heraus, dass ein eigentlich als Notausgang deklarierter Durchgang mit einem Riegel verschlossen war. Der Besitzer soll befürchtet haben, dass Kunden die Zeche prellen könnten, ohne zu bezahlen.
Die Untersuchung konzentriert sich nun auch auf die Deckenverkleidung und die verbaute Schalldämmung. Offenbar kamen hier Materialien zum Einsatz, die ein schnelles Übergreifen der Flammen begünstigt haben könnten. Das Unglück weckt bittere Erinnerungen an ähnliche Vorfälle in Thailand, bei denen Sicherheitsvorschriften in der Gastronomie oft ignoriert wurden. Behörden prüfen nun, wie es dazu kommen konnte, dass ein zertifizierter Betrieb solche Sicherheitsmängel aufweisen konnte.



























