WASHINGTON, 23. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – US-Präsident Donald Trump hat Iran und seinen Houthi-Verbündeten nach neuen Angriffen im Roten Meer mit harten militärischen Konsequenzen gedrocht. Die Drohungen folgten auf Angriffe der jemenitischen Kämpfer auf zwei saudi-arabische Öltanker in einer der wichtigsten Seestraßen der Welt. Die Sorge vor weiteren Unterbrechungen der Handelsrouten ließ den globalen Ölpreis schlagartig ansteigen. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent kletterte um mehr als sechs Prozent und überschritt erstmals seit Mai wieder die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel.
Militärische Rolltreppe im Nahen Osten
Zwei Wochen nach dem effektiven Zusammenbruch eines vorübergehenden Waffenstillstands startete das US-Militär in der Nacht zum Donnerstag eine weitere Welle von Luftangriffen auf Ziele im Iran. Als Reaktion darauf feuerte der Iran Raketen auf benachbarte arabische Staaten ab, in denen sich amerikanische Stützpunkte befinden. Iranische Staatsmedien meldeten am Donnerstagabend den Einschlag einer Rakete auf der Insel Qeschm in der Straße von Hormus. Die Angriffe ereigneten sich im fünften Monat des Konflikts, der bereits Tausende Menschenleben gefordert hat.
Trumps scharfe Warnung an Teheran
Nachdem die Houthi-Rebellen die Verantwortung für die Angriffe auf die Tanker übernommen hatten, erklärte Trump, er werde Teheran für jede weitere Aktion verantwortlich machen. Die Houthis, welche die nördlichen und westlichen Regionen des Jemen kontrollieren, hatten diese Woche eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Saudi-Arabien leitet täglich Millionen Barrel Öl über Pipelines zum Roten Meer um, um die iranische Blockade im Persischen Golf zu umgehen.
Auf der Plattform Truth Social warnte Trump vor den Folgen weiterer Attacken:
„Sollten sie dies erneut tun, werden die USA den Iran zur Rechenschaft ziehen – da die Huthi als Handlanger bzw. Stellvertreter des Iran agieren –, und es werden massive militärische Vergeltungsmaßnahmen gegen den Iran und natürlich gegen die Huthi selbst verhängt werden.“
Gegenüber dem Nachrichtendienst Axios ergänzte der US-Präsident, dass er die Wiederaufnahme umfassender Kampfhandlungen im Iran erwäge und kurz vor einer Entscheidung stehe.
Angriffe auf Öltanker im Roten Meer
Die Houthis gaben bekannt, Raketen- und Drohnenangriffe auf die saudi-arabischen Tanker Encelia und Layla durchgeführt zu haben. Aus Kreisen der maritimen Sicherheit hieß es, dass die Encelia nahe dem saudi-arabischen Hafen Dschizan einen Notruf abgesetzt habe. Die saudi-arabische Staatsagentur SPA bestätigte, dass der Treffer ein Feuer am Bug des Schiffes verursachte. Infolge der Berichte verdoppelten sich die Versicherungskosten für Frachtschiffe im südlichen Roten Meer für einige Unternehmen umgehend.
Ausweitender Konflikt in der Region
Neben den Vorfällen auf See meldete der Iran Angriffe auf US-Militärkomplexe in Jordanien sowie auf Stellungen im Kuwait. Die jordanische Armee gab an, vier iranische Raketen und sechs Drohnen abgefangen zu haben. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, sie hätten eine Einheit für elektronische Kriegsführung auf der kuwaitischen Basis Al-Adiri getroffen. Dies sei eine Antwort auf US-Angriffe am iranischen Grenzübergang Schalamtscheh gewesen.
Reaktionen im US-Kongress
Die steigenden Ölpreise heizen die weltweite Inflation an und setzen die republikanischen Verbündeten von Trump vor den bevorstehenden Kongresswahlen unter Druck. Das US-Repräsentantenhaus stimmte am Donnerstag für eine Resolution, die den Präsidenten zur Einstellung der Militäraktionen auffordert. Der US-Senat lehnte einen ähnlichen Entwurf jedoch wenige Stunden später ab.


























