PARIS, 27. Juli (Berlin Morgen Zeitschrift) – Die Behörden in Frankreich und Spanien nutzen am Montag günstige Wetterbedingungen, um massive Waldbrände einzudämmen.
Die Rettungskräfte stehen unter enormem Zeitdruck, da im Laufe der Woche eine neue Hitzewelle erwartet wird. In der französischen Region Bordeaux sowie an zahlreichen Orten im benachbarten Spanien bedrohen die Flammen weiter Wohngebiete und die Natur.
In Frankreich mussten nach Behördenangaben rund 220.000 Menschen evakuiert werden, darunter zahlreiche Urlauber und Anwohner. Weiter südlich in Spanien wurden rund 100.000 Bürger aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen oder Schutz zu suchen.
Frankreichs Premierminister Sebastien Lecornu erklärte, das Land erlebe eine beispiellose Waldbrandsaison, in der die verbrannte Fläche bereits das Rekordjahr 2022 übertroffen habe. In Spanien bleibt die Lage besonders in der östlichen Provinz Castellon und in den Bergen nordwestlich von Madrid kritisch.
Kritische Lage in Spanien
In der ostspanischen Provinz Castellon behindern zudem alte Munitionsreste aus dem Spanischen Bürgerkrieg die Löscharbeiten. Nach Angaben von Einsatzkräften explodieren die Fundstücke im Boden, sobald die Flammen sie erreichen.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez betonte am Montag, dass es sich hierbei nicht um isolierte Ereignisse handele. Die Situation zeige die Härte der aktuellen Klimabedingungen.
„Was wir erleben, ist der schmerzhafteste Ausdruck eines Klima-Notstands, der Waldbrände immer heftiger macht“, sagte Sanchez.
Wirtschaft und Weinbau
Die Brände im Südwesten Frankreichs treffen laut Wirtschaftsminister Roland Lescure vor allem die tourismusabhängige Wirtschaft hart. Dennoch gibt es Entwarnung für einen der wichtigsten Wirtschaftszweige der Region.
Die berühmten Weinbaugebiete um Bordeaux sind bisher verschont geblieben. Nach Angaben des Branchenverbandes CIVB bereitet vor allem die anhaltende Trockenheit den Winzern Sorgen.
Kampf gegen die Zeit
Innenminister Fernando Grande-Marlaska betonte die Dringlichkeit der kommenden Tage. Am Mittwoch steigen die Temperaturen im Raum Bordeaux voraussichtlich wieder auf bis zu 37 Grad Celsius an.
Die Feuerwehrleute und Rettungskräfte versuchen nun, jede verbleibende Stunde zu nutzen. Die anstehende Hitzewelle könnte die Löscharbeiten in beiden Ländern massiv erschweren.

























