BERLIN/PARIS, 22. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Frankreich und Deutschland haben heute eine grundlegende Vereinbarung unterzeichnet, um ihre Anteile an dem europäischen Rüstungshersteller KNDS anzugleichen.
Durch das neue Rahmenabkommen sollen beide Nationen künftig als gleichberechtigte Anteilseigner agieren, was einen bedeutenden Schritt zur Festigung der gemeinsamen Souveränität im Bereich der Landsysteme darstellt.
Wie in einer gemeinsamen Erklärung aus Berlin und Paris hervorgeht, zielt das Abkommen darauf ab, die Struktur des Unternehmens nachhaltig zu festigen. Aktuell hält Frankreich einen Anteil von 50 Prozent, der im Zuge der Neuordnung voraussichtlich auf 40 Prozent reduziert wird. Deutschland plant ebenfalls einen Anteil in Höhe von 40 Prozent, dessen Umsetzung jedoch noch der finalen Zustimmung durch den Haushaltsausschuss des Bundestages unterliegt.
Stefan Kornelius, Sprecher der Bundesregierung, bestätigte die Pläne und wies zudem darauf hin, dass die deutsche Regierung beabsichtigt, den Umfang ihrer Beteiligung zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu verringern. Die Kernprinzipien des Paktes umfassen ein langfristiges Engagement als Anteilseigner, eine paritätische Aufteilung der Governance-Rechte sowie eine angemessene Kontrolle bei sicherheitsrelevanten Angelegenheiten.
Die Neuausrichtung markiert einen Meilenstein für den Hersteller, der 2015 aus der Fusion des französischen Unternehmens Nexter Systems und des deutschen Herstellers Krauss-Maffei Wegmann hervorging. Das Unternehmen ist vor allem für die Produktion der Kampfpanzer Leopard 2 und Leclerc sowie für ein breites Portfolio an Infanteriefahrzeugen, gepanzerten Mannschaftstransportern und unbemannten Bodensystemen bekannt.
Die Anpassung der Anteilsverhältnisse bereitet zudem den Boden für strategische Veränderungen am Kapitalmarkt. Dazu erklärte die französisch-deutsche Behördenvertretung:
„Die Vereinbarung ebnet auch den Weg für einen möglichen Börsengang von KNDS in naher Zukunft.“
Marktbeobachter sehen in diesem Schritt die Ambition, KNDS als weltweit führendes Unternehmen im Verteidigungssektor zu positionieren, das die nationalen Streitkräfte beider Länder bedient und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie stärkt.
Um diese Ziele zu untermauern, haben beide Seiten sechs zentrale Vorgaben definiert. Dazu gehört die Unterstützung einer deutlichen Steigerung der Nachfrage nach europäischer Verteidigungsausrüstung, insbesondere aus den Heimatländern selbst. Zudem sollen technische und kommerzielle Synergien über bestehende und zukünftige Produktlinien hinweg erschlossen werden, um die europäische Lieferkette insgesamt widerstandsfähiger zu gestalten.
Unabhängig von der strukturellen Neuordnung konnte KNDS einen operativen Erfolg vermelden. Wie das Unternehmen heute bekannt gab, wurde die erste Tranche von 110 modernisierten Leopard 2 Kampfpanzern des Typs Stridsvagn 123 A an die schwedische Beschaffungsbehörde FMV ausgeliefert. Dieser Erfolg unterstreicht die aktuelle Leistungsfähigkeit des Konzerns bei der Ausstattung europäischer Streitkräfte.



























