OUAGADOUGOU, 26. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Die Regierung von Burkina Faso hat am Freitag im staatlichen Fernsehen das Ende der diplomatischen Beziehungen zu Frankreich verkündet. Diese Entscheidung markiert einen deutlichen Bruch mit der ehemaligen Kolonialmacht, nachdem sich die Spannungen über Jahre hinweg aufgrund von Sicherheitsfragen und der Souveränität des westafrikanischen Staates verschärft hatten.
Die Maßnahme trat am 26. Juni in Kraft, wie Kommunikationsminister Gilbert Ouedraogo bekannt gab. Zuvor hatte die Regierung eine umfassende Prüfung der bilateralen Verbindungen zu Paris durchgeführt. Burkina Faso ist seit einem Jahrzehnt mit einem islamistischen Aufstand konfrontiert, der bereits Tausende Todesopfer forderte und Millionen Menschen in die Flucht trieb.
Ouedraogo begründete den Schritt mit mangelnden Voraussetzungen für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Er warf Frankreich zudem die Unterstützung subversiver Netzwerke sowie von Terroristen vor.
„Die wesentlichen Bedingungen für die Förderung von Beziehungen, die auf gegenseitigem Respekt, wechselseitigem Vertrauen, der Achtung des Prinzips der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten und der nationalen Souveränität beruhen, sind nicht gegeben“, erklärte der Minister.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund jahrelanger Vorwürfe wegen ausländischer Einflussnahme. Frankreich hatte frühere Anschuldigungen, terroristische Gruppierungen zu unterstützen, konsequent zurückgewiesen. Das französische Außenministerium war für eine Stellungnahme zu dem aktuellen diplomatischen Bruch zunächst nicht zu erreichen. Die Entscheidung lässt die bereits instabile Sicherheitslage in der Region weiter eskalieren.




























