Berlin (Berlin Morgen Zeitschrift) – In diesem Sommer wurden in Deutschland mehr als 14.000 Hitzetote gemeldet, nachdem mehrere Hitzewellen die Temperaturen in vielen Regionen Deutschlands und sogar in Europa auf über 40 Grad steigen ließen.
Das deutsche Bundesamt für öffentliche Gesundheit, das Robert Koch-Institut (RKI), hat erklärt, dass die Hitzesaison 2026 höhere Todesraten verzeichnet hat als jedes vollständige Jahr in den Hitzesterblichkeitsdaten seit mindestens 2016. Damit ist sie die tödlichste Hitzesaison der jüngeren Vergangenheit Deutschlands.
Der größte Anteil der Opfer entfällt auf Menschen im Alter von 75 Jahren und älter, wobei Pflegeeinrichtungen und Haushalte ohne ausreichende Klimatisierung einen größeren Teil der Belastung tragen. Gesundheitsexperten betonen, dass die Todesfälle nicht durch einen „Hitzschlag“ verursacht wurden, sondern durch andere Krankheiten, die durch die Hitze tödlich verschärft wurden.
Was zeigen die offiziellen Zahlen?
Die Gesamtschätzung von etwa 14.000 Todesfällen basiert auf den während des Sommers 2026 erfassten Todesfällen, wobei der Höhepunkt der Todesfälle Ende Juni erreicht wurde. Bis Juli war für das RKI klar, dass in diesem Jahr schätzungsweise 11.900 bis 12.500 Todesfälle auf die Hitze zurückzuführen sein würden. Der wichtigste Faktor dafür war eine gewaltige Hitzewelle in der letzten Juniwoche. Allein in dieser Woche, vom 22. bis zum 28. Juni 2026, wurden in Deutschland etwa 9.600 Todesfälle der Hitze zugeschrieben, was äußerst erstaunlich ist.
Bereits vor dieser Woche führte die erste Hitzewelle des Landes Mitte bis Ende Juni zum Tod von mehr als 5.000 Menschen, bevor eine weitere gewaltige Hitzewelle die Zahl der Todesfälle im Juni weiter erhöhte. Das Statistische Bundesamt (Destatis) gab bekannt, dass die Sterberate in der letzten Juniwoche 32 % über dem Median der vergangenen vier Jahre lag. Dabei wurden etwa 23.900 Todesfälle gegenüber einer Schätzung von rund 16.800 Todesfällen registriert.
Wer war am stärksten betroffen?
Wie bei anderen Hitzewellen, die Europa bereits erlebt hat, ist die Zahl der hitzebedingten Todesfälle unter Menschen über 75 Jahren am höchsten. Ältere Menschen, Personen mit chronischen Erkrankungen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sind während lang anhaltender Hitzewellen besonders gefährdet. Die Aussage des RKI, dass Hitzewellen zu einer erhöhten Sterblichkeit führen würden und insbesondere die über 75-Jährige Bevölkerung betroffen sei, hat sich bestätigt. Es gibt Pflegeheime und Altenheime, die noch immer über keine Klimaanlagen oder angemessenen passiven Kühlungsmethoden verfügen.
Wie schneidet 2026 im Vergleich zu früheren Hitzewellen in Deutschland und Europa ab?
Vor 2026 ereignete sich die höchste Zahl hitzebedingter Todesfälle in der modernen Geschichte Deutschlands im Jahr 2018, als die Zahl der Menschen, die infolge extremer Hitze ihr Leben verloren, 8.400 bis 8.500 Todesfälle erreichte. Im Sommer 2019 verzeichnete das Land rund 6.900 hitzebedingte Todesfälle. Die Hitzewelle von 2006 verursachte unterdessen etwa 7.700 Todesfälle. In dem Jahrzehnt vor 2026 schwankte die jährliche Zahl der hitzebedingten Todesfälle in Deutschland gewöhnlich zwischen 2.600 und 4.900 Menschen pro Jahr, während der Durchschnitt für die Jahre 2023 bis 2025 bei etwa 2.900 lag.
Demgegenüber übersteigt die Zahl der Todesfälle im Jahr 2026 alle bisherigen Werte bei Weitem und erreicht innerhalb eines einzigen Sommers etwa 14.000 Todesfälle. Im europäischen Kontext gilt die Hitzewelle im August 2003 als das tödlichste Ereignis der jüngeren Geschichte, bei dem europaweit mehr als 70.000 zusätzliche Todesfälle verzeichnet wurden. Schließlich wird geschätzt, dass die Hitzewelle im Juni 2026 zu den tödlichsten kurzzeitigen Ereignissen gehört und innerhalb einer einzigen Woche 14.000 bis 16.000 zusätzliche Todesfälle in Europa verursacht hat.



























