Washington (Berlin Morgen Zeitschrift) September 14, 2026 – Ehemalige SpaceX-Ingenieure arbeiten mit Industriepartnern zusammen, um ein seit langem ruhendes Projekt für kleine modulare Kernreaktoren in Lynchburg, Virginia, wiederzubeleben. Ziel ist es, den Strombedarf rasant wachsender Rechenzentren für Künstliche Intelligenz und anderer Industrieanlagen zu decken. Die Initiative konzentriert sich auf die Wiederbelebung des aufgegebenen mPower-Reaktordesigns, das vor knapp einem Jahrzehnt nach erheblichen Kapitalinvestitionen auf Eis gelegt worden war. Projektleiter und beteiligte Firmen positionieren die bekannte Leichtwassertechnologie als realisierbare Lösung für den steigenden Energiebedarf des Technologiesektors.
Wiederbelebung des aufgegebenen mPower-Kernkraftprojekts in Virginia
Das Nuklearprojekt dreht sich um die Wiederbelebung des mPower-Designs für kleine modulare Reaktoren in Lynchburg, Virginia. Applied Atomics, ein von dem ehemaligen SpaceX-Ingenieur Ben Kellie mitgegründetes Unternehmen, hat sich mit BWX Technologies (BWXT) zusammengetan, um der Initiative neues Leben einzuhauchen. BWXT hatte die Entwicklung des Projekts im Jahr 2017 nach Investitionen von rund 400 Millionen US-Dollar ursprünglich eingestellt.
Die Beendigung des ursprünglichen Projekts vor einem Jahrzehnt war auf damalige Markt- und Umweltbedingungen zurückzuführen. Reichliches und kostengünstiges Erdgas in Verbindung mit den Folgen der Nuklearkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 hatten das kommerzielle und regulatorische Interesse am Bau neuer Kernkraftwerke stark gedämpft. Veränderten sich wandelnde Wirtschaftslandschaften und der sprunghafte Strombedarf moderner Technologieinfrastruktur Ingenieure jedoch dazu veranlasst, die auf die Seite gelegten Blaupausen neu zu bewerten.
Technische Spezifikationen und Ziele der Stromerzeugung
Im Gegensatz zu experimentellen oder unerprobten Reaktorarchitekturen setzt das mPower-System auf die vertraute Leichtwassertechnologie. Angaben von Applied-Atomics-Mitbegründer Ben Kellie zufolge ist die erste Reaktorkonfiguration darauf ausgelegt, etwa 195 Megawatt Elektrizität zu erzeugen.
Branchenkennzahlen zeigen, dass eine Kapazität von 195 Megawatt ausreicht, um schätzungsweise 155.000 Haushalte zu versorgen. Applied Atomics und BWXT beabsichtigen, diesen ersten 195-Megawatt-Reaktor gezielt zur Unterstützung energieintensiver Einrichtungen wie Rechenzentren und großer Industrieanlagen einzusetzen, die angesichts des steigenden Stromverbrauchs derzeit mit massiven Netzengpässen konfrontiert sind.
Untersuchung alternativer Offshore- und schwimmender Nuklear-Infrastrukturen
Neben dem landgestützten Aufbau in Virginia untersucht die Ingenieurskoalition alternative Installationsmethoden, um die Reichweite der Technologie zu vergrößern. Applied Atomics arbeitet mit dem auf maritime Nukleararchitektur spezialisierten Unternehmen Core Power zusammen, um das Konzept schwimmender Kernkraftwerke vor der Küste zu prüfen.
Mikal Boe, Chief Executive Officer von Core Power, erklärte, dass in den Vereinigten Staaten ein erhebliches Interesse von Versorgern an diesen maritimen Konfigurationen besteht. Schwimmende Nuklearanlagen könnten potenziell Landnutzungsbeschränkungen, kommunale Planungsauflagen und Engpässe bei den Übertragungsleitungen umgehen, indem sie Strom direkt von Küsten- oder Offshore-Standorten zu den großen Verbrauchszentren entlang der Ballungsräume erzeugen und übertragen.
Skepsis der Branche und historische Regulierungshemmnisse
Trotz des erneuten Enthusiasms von Ingenieurs-Startups und Technologie-Akteuren raten Energieanalysten und Regulierungsbehörden zur Vorsicht hinsichtlich der Aussichten auf eine breite nukleare Renaissance. David Schlissel, ein den Sektor beobachtender Energieberater, hob den zyklischen Charakter dieser Initiativen hervor.
„Wir erleben derzeit ungefähr das fünfte angebliche ‚nukleare Comeback‘ in den USA“,
bemerkte Schlissel und verwies auf anhaltende historische Barrieren, die bisherige Versuche behindert haben. Vorherige Zyklen der Kernkraftentwicklung stießen routinemäßig auf gravierende finanzielle Kostenüberschreitungen, verlängerte Bauzeiten und komplexe, strenge Regulierungsauflagen staatlicher Aufsichtsbehörden. Während Entwickler von Rechenzentren und Technologieunternehmen weiterhin nach verlässlichen, CO2-freien Energiequellen für einen ununterbrochenen Betrieb suchen, wird die kommerzielle Rentabilität der Wiederbelebung aufgegebener Reaktordesigns wie mPower letztlich davon abhängen, diese langjährigen finanziellen und regulatorischen Hürden zu überwinden.



























