MOSKAU, 17. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Russland erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ukraine nach einem Angriff auf einen Bus mit weißrussischen Schulkindern in der Grenzregion Brjansk. Das russische Außenministerium bezeichnete den Vorfall als „ein weiteres monströses Verbrechen“.
Der amtierende Gouverneur der Region Brjansk, Jegor Kowaltschuk, erklärte, der Bus habe eine Jugend-Fußballmannschaft von Belarus aus in den Süden Russlands transportiert. Laut russischen Angaben handelte es sich um einen gezielten Drohnenangriff auf zivile Infrastruktur an einer stark befahrenen Autobahn. Der Vorfall forderte nach offiziellen Angaben ein Todesopfer und mehrere Verletzte.
Die ukrainischen Streitkräfte wiesen die Anschuldigungen aus Moskau jedoch entschieden zurück. Der Generalstab der ukrainischen Armee teilte über den Kurznachrichtendienst Telegram mit, dass die Verteidigungskräfte der Ukraine im besagten Zeitraum keine unbemannten Fluggeräte gegen Ziele in der Region Brjansk eingesetzt hätten.
Der weißrussische Gesundheitsminister Alexander Chodschajew berichtete, dass sich unter den Verletzten auch Kinder in ernstem Zustand befinden. Als Reaktion auf den Vorfall ordnete der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko die sofortige Verlegung aller verletzten Staatsbürger nach Belarus an. Zudem forderte das Außenministerium in Minsk eine vollständige Aufklärung des Hergangs durch die ukrainische Seite.
Russische Ermittlungsbehörden haben nach dem Angriff ein Verfahren wegen Terrorismus eröffnet. Nach Angaben der Behörden befanden sich zum Zeitpunkt des Vorfalls 44 Passagiere in dem Bus, darunter 28 Kinder. Die Reise führte von Gomel in Belarus zum Zielort Gelendschik in Russland. Bildmaterial, das von Gouverneur Kowaltschuk veröffentlicht wurde, zeigt einen beschädigten silbernen Bus mit zerstörten Fenstern und deutlichen Anzeichen einer gewaltsamen Einwirkung.
„Während des spezifizierten Zeitraums haben die Verteidigungskräfte der Ukraine keine unbemannten Luftfahrzeuge gegen Ziele in der Oblast Brjansk eingesetzt“, stellte der ukrainische Generalstab klar.
Eine unabhängige Überprüfung der Ereignisse war durch Reuters nicht möglich. Beide Konfliktparteien betonen in der Regel, dass sie keine zivilen Ziele anvisieren. Der Vorfall reiht sich in eine Serie gegenseitiger Vorwürfe über Drohnenangriffe auf zivile Transportmittel ein, während sich die militärischen Auseinandersetzungen zwischen beiden Ländern weiter verschärfen.




























