BERLIN, 21. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Die Eigentümerfamilien des Rüstungskonzerns KNDS stehen kurz vor einer bedeutenden Veränderung ihrer Firmenstruktur.
Wie Bloomberg News unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, haben sich die Gesellschafter, welche derzeit die Hälfte des Panzerherstellers halten, darauf geeinigt, einen Anteil von 40 Prozent an die Bundesregierung zu veräußern.
Dieser Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich das deutsch-französische Verteidigungsunternehmen intensiv auf einen Börsengang vorbereitet. Das Debüt an den Finanzmärkten ist als duale Notierung an den Handelsplätzen in Frankfurt und Paris vorgesehen und soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.
Durch den Einstieg des Bundes wird eine angestrebte politische Parität erreicht. Da Frankreich bereits eine Beteiligung von 40 Prozent am Konzern hält, festigt Berlin durch diesen Kauf seine Rolle als staatlicher Miteigentümer und sichert damit das strategische Gleichgewicht innerhalb der Rüstungskooperation. Der Erwerb der Anteile soll dabei über die staatliche Förderbank KfW abgewickelt werden.
Die Bewertung des Unternehmens im Zuge dieser Transaktion wird auf einen Bereich zwischen 15 und 18 Milliarden Euro taxiert. Der endgültige Wert ergibt sich dabei aus der Entwicklung des Aktienkurses nach den ersten Handelswochen an der Börse.
Zu den Hintergründen des Deals äußerte sich ein Branchenkenner wie folgt: „Die staatliche Beteiligung schafft die notwendige Stabilität, um den Weg für eine erfolgreiche Platzierung am Kapitalmarkt in einem für die europäische Verteidigungsindustrie entscheidenden Moment zu bereiten.“
Die Einigung folgt auf eine längere Phase interner politischer Abstimmungen innerhalb Deutschlands. Zudem mussten im Vorfeld letzte Details geklärt werden, darunter ein Audit, das historische Provisionszahlungen untersuchte. Der Rüstungskonzern profitiert derzeit von einer hohen Nachfrage nach seinen Produkten, insbesondere bei modernen Gefechtsfahrzeugen wie dem Leopard 2. Ein Rekordauftragsbestand von 33 Milliarden Euro unterstreicht die wirtschaftliche Relevanz des Herstellers.
Langfristig sichert dieser staatliche Einstieg auch die Fortführung der gemeinsamen Entwicklungsprojekte. Besonders das Main Ground Combat System, kurz MGCS, gilt als zentrales Vorhaben für die Zukunft. Das hochgeheime Projekt soll bis in die späten 2030er Jahre einen hochmodernen, KI-gestützten Nachfolger für bestehende Kampfpanzer entwickeln. Mit der Stärkung der staatlichen Kontrolle wollen beide Nationen den technologischen Anschluss im Bereich schwerer Landsysteme sicherstellen. Die Vorbereitungen für das Listing laufen unterdessen auf Hochtouren, um das Unternehmen zeitnah als börsennotierte Einheit zu etablieren.




























