ANKARA, 7. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag beim NATO-Gipfel in der Türkei erklärt, dass Grönland von den Vereinigten Staaten und nicht von Dänemark kontrolliert werden sollte. Diese Äußerungen erfolgten während eines Treffens mit dem türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan und belasten die Beziehungen innerhalb des Verteidigungsbündnisses.
Die Forderung des US-Präsidenten, das halbautonome dänische Territorium zu kontrollieren oder zu erwerben, sorgt seit längerer Zeit für erhebliche Spannungen zwischen Washington und Kopenhagen sowie zwischen den USA und Europa. Beide Staaten gehören zu den Gründungsmitgliedern der Allianz. Das Thema wird mittlerweile auf diplomatischem Weg behandelt.
Trump begründete seine Haltung mit der geopolitischen Lage der Insel im Nordatlantik und verwies auf Aktivitäten anderer Großmächte in der Region. Er gab an, dass die Situation um das Territorium das Verhältnis der USA zur NATO beschädigt habe. Nach Angaben des US-Präsidenten investiert Dänemark nicht genug finanzielle Mittel, um Grönland zu unterstützen, während die Insel für die Vereinigten Staaten eine wichtige strategische Bedeutung besitze. Er verwies darauf, dass das Gebiet von chinesischen und russischen Schiffen umgeben sei. Zudem warf er Dänemark mangelnde Kooperation vor, obwohl die USA hohe Summen für die Verteidigung gegen Russland aufwenden würden.
Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen reagierte wenige Stunden später ebenfalls in Ankara auf die Erklärungen des US-Präsidenten. Sie betonte, dass sie von den Verbündeten den Respekt vor der Souveränität des dänischen Königreichs erwarte. Frederiksen stellte klar, dass Grönland nicht zum Verkauf stehe und dieser Standpunkt überall bekannt sein sollte. Sie fügte hinzu, dass bei dem Treffen in Ankara keine Gespräche über Themen des Hohen Nordens, der Arktis oder Grönlands geplant seien.
Der grönländische Außenminister Mute Egede äußerte sich über ein soziales Netzwerk zu den Vorfällen und betonte das Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung. Er erklärte, dass die Zukunft der Insel von den eigenen Einwohnern entschieden werden müsse. Egede fügte hinzu, dass Grönland die enge Zusammenarbeit mit seinen Partnern fortsetzen werde. Die diplomatischen Gespräche zwischen den beteiligten Parteien laufen unterdessen im Hintergrund weiter. US-Außenminister Rubio erklärte im Juni, dass monatliche Gespräche mit Vertretern aus Dänemark und Grönland stattfinden.
Donald Trump äußerte sich vor Journalisten konkret zu den Auswirkungen des Streits auf das transatlantische Bündnis:
„Das hat meiner Beziehung zur NATO geschadet, denn Grönland hilft Dänemark nicht.“



























