WASHINGTON, 22. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Drohnenangriffe des Iran auf Einrichtungen des US-Geheimdienstes CIA in der Golfregion haben US-Analysten dazu veranlasst, eine mögliche Beteiligung Russlands zu untersuchen. US-Geheimdienstexperten prüfen derzeit, ob Moskau den Iranern präzise Zieldaten oder fortschrittliche Drohnentechnologie zur Verfügung gestellt hat. Mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen bestätigten die laufenden Nachforschungen der US-Behörden.
Eine abschließende Bewertung zur Rolle Moskaus bei den Attacken auf die CIA-Standorte liegt bislang nicht vor. Als Indizien für eine mögliche russische Schützenhilfe gelten jedoch die hohe Präzision der Schläge sowie die generelle technische Zusammenarbeit beider Staaten. Dass die Ermittlungen der Geheimdienste sich speziell auf die Vorfälle an den sensiblen CIA-Standorten erstrecken, war zuvor nicht bekannt.
Angriffe auf geschützte Standorte im Nahen Osten
Im März trafen Drohnen mindestens zwei Standorte des US-Geheimdienstes in der Region. Ein Ziel war die CIA-Station innerhalb der US-Botschaft in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad, ein weiteres befand sich im östlichen Irak. Quellen sprechen von weiteren betroffenen Objekten, ohne jedoch genaue Details zu nennen. Die Standorte von CIA-Einrichtungen im Ausland unterliegen strengster Geheimhaltung.
Ein internes Memorandum eines westlichen Geheimdienstes kommt zu dem Schluss, dass Russland höchstwahrscheinlich an der Zielerfassung regionaler CIA-Einrichtungen beteiligt war. Zwei westliche Offizielle in der Region berichteten, dass bei dem Angriff in Riad zwei von Russland modifizierte Shahed-Drohnen zum Einsatz kamen. Die erste Drohne schlug ein Loch in die Außenwand der Botschaft, woraufhin die zweite Drohne durch die Öffnung flog und detonierte. Es wurden keine Verletzten oder Toten gemeldet.
Verbesserte Drohnentechnologie und präzise Navigation
Russland unterstützt den Iran nach Angaben von Insidern dabei, die Reicheweite und Präzision der Shahed-Drohnen zu verbessern. Insbesondere die Ausrüstung der Shahed-136-Drohnen mit dem Satellitennavigationssystem Kometa-M erhöht die Genauigkeit erheblich und erschwert Störversuche. Der Kreml hat Berichte über die Lieferung dieses Systems als Falschmeldungen zurückgewiesen.
Die Befürchtungen bezüglich einer russischen Unterstützung verstärkten sich nach einem Angriff auf einen US-Militärstützpunkt in Jordanien. Dort trafen iranische ballistische Raketen eine Kaserne der Armee, wobei zwei Soldaten getötet wurden.
Daniel Hoffman, ein ehemaliger CIA-Stationsleiter und verdeckter Ermittler, ordnete die strategische Lage wie folgt ein:
„Sie teilen das Interesse, den Einfluss der USA in ihren selbst definierten Einflusssphären insgesamt zu verringern oder vollständig zu eliminieren.“
Fragen zur Genauigkeit der Angriffe
US-Analysten untersuchen weiterhin, ob der Iran gezielt auf die CIA-Station abzielte oder ob der Treffer innerhalb des Botschaftskomplexes ein Zufall war. Einige Experten betonen jedoch, dass außer Russland kaum ein Staat über die Mittel und das Interesse verfügt, derart sensible Zieldaten gegen die Vereinigten Staaten einzusetzen. Eine gezielte Unterstützung durch Moskau bei Angriffen auf CIA-Einrichtungen würde eine deutliche Eskalation im Konflikt bedeuten.
Das Weiße Haus verwies Anfragen an die CIA, die eine Stellungnahme ablehnte. Auch die Vertretung des Iran bei den Vereinten Nationen, das russische Verteidigungsministerium und die saudi-arabische Regierung äußerten sich auf Nachfrage nicht.


























