TEHERAN, 17. Juli (Berlin Morgen Zeitschrift) – Die Sicherheitslage im Nahen Osten hat sich drastisch verschlechtert, nachdem die USA und der Iran ihre militärischen Operationen auf die zivile und logistische Infrastruktur ausgeweitet haben. In einem besorgniserregenden Schritt der Eskalation griffen US-Streitkräfte am Freitag mehrere Brücken im Süden des Irans an. Als Reaktion darauf meldete Kuwait einen Angriff auf ein wichtiges Kraftwerk sowie eine Meerwasserentsalzungsanlage, was die Versorgungssicherheit in der Golfregion unmittelbar gefährdet.
Die Auseinandersetzungen, die seit dem Zusammenbruch des Waffenstillstands in der vergangenen Woche wieder voll entbrannt sind, betreffen zunehmend kritische Versorgungseinrichtungen. Laut Berichten iranischer Staatsmedien wurden in der Hafenstadt Bandar Khamir mindestens fünf Brücken durch Luftschläge schwer beschädigt. Dabei kamen nach Angaben des iranischen Außenministers Abbas Araqchi drei Zivilisten ums Leben. Weitere Angriffe wurden aus Iranshahr gemeldet, wo ein Flughafen Ziel militärischer Aktionen war. Die US-amerikanische Militärführung, namentlich das Central Command, bestätigte erstmals seit Tagen den Beschuss militärischer Logistikinfrastruktur.
Der UN-Generalsekretär Antonio Guterres zeigte sich alarmiert über diese Entwicklung. Sein Sprecher betonte die Besorgnis der Vereinten Nationen hinsichtlich der Angriffe auf zivile Infrastruktureinrichtungen sowohl im Iran als auch in den angrenzenden Staaten der Region. Diese Sorge wird durch die strategische Bedeutung der Anlagen unterstrichen, da die Wüstenstaaten am Golf für ihre Trinkwasserversorgung und Stromerzeugung zwingend auf Entsalzungsanlagen angewiesen sind.
Neben den Luftangriffen auf dem Festland spitzt sich die Lage zur See weiter zu. US-Marinesoldaten enterten in der Nähe der Straße von Hormus einen Tanker, um die von Washington verhängte Blockade iranischer Häfen durchzusetzen. Parallel dazu berichteten Sicherheitskreise von einem Überfall bewaffneter Angreifer auf ein Chemieschiff vor der jemenitischen Küste. Dieser Vorfall am Golf von Aden schürt Ängste, dass die Huthi-Rebellen, unterstützt durch Teheran, den Bab al-Mandeb als weiteren wichtigen maritimen Engpass blockieren könnten.
Mohsen Rezaei, ein einflussreicher Berater des iranischen Obersten Führers, richtete eine scharfe Warnung an Washington. Sollten die US-amerikanischen Angriffe in den kommenden Tagen anhalten, werde der Iran in eine Phase umfassender offensiver Operationen übergehen, so der ehemalige Kommandeur der Revolutionsgarden. Die US-Regierung unter Donald Trump hält unterdessen am Druck auf den Iran fest und schließt weder weitere Luftschläge gegen Infrastruktur noch Bodenoperationen aus.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der neuerlichen Eskalation sind bereits spürbar. Der Preis für Brent-Rohöl stieg um drei Prozent, während die globalen Aktienmärkte unter dem Druck der unsicheren Lage nachgaben. Die Marktteilnehmer beobachten mit großer Sorge, ob die Blockaden der Schifffahrtswege dauerhaft zu einem Zusammenbruch der Energieversorgung führen werden. Während technische Teams in Kuwait versuchen, die beschädigte Stromversorgung wiederherzustellen, bleibt die diplomatische Lage festgefahren. Ein Ende der feindseligen Handlungen ist derzeit nicht in Sicht.



























