MOSKAU, 26. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Die russische Regierungsführung sieht derzeit keinen Anlass für eine detaillierte Stellungnahme zu Berichten über Gespräche zwischen den USA und der Ukraine bezüglich einer möglichen Einstellung von Luftangriffen. Kremlsprecher Dmitry Peskov erklärte am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax, dass Vermutungen über eine begrenzte Waffenruhe zum jetzigen Zeitpunkt unbegründet seien. Die russische Seite verwies darauf, dass vertrauliche Medienberichte keine verlässliche Basis für offizielle Äußerungen bieten.
Eine ukrainische Quelle hatte zuvor berichtet, dass Vertretungen aus Kiew und Washington über einen Vorschlag für einen Luft-Waffenstillstand verhandelt haben. Dieser Vorstoß soll im Rahmen einer neuen diplomatischen Initiative zur Beendigung des Konflikts an Russland herangetragen werden. Aus ukrainischen Kreisen hieß es, dass Wladimir Putin ähnliche Vorschläge in der Vergangenheit abgelehnt habe. Allerdings rechnen einige Kreise damit, dass der wirtschaftliche Druck durch anhaltende Drohnen- und Raketeneinschläge die Haltung Moskaus beeinflussen könnte.
Kremlsprecher Dmitry Peskov trat diesen Mutmaßungen mit deutlicher Zurückhaltung entgegen und betonte die Unverbindlichkeit der Kursierenden Informationen.
„Wir wissen nicht, wie glaubwürdig diese Berichte sind oder woher sie stammen. Das sind Zeitungsberichte und nicht mehr. Daher ist es zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht, sie zu kommentieren“, sagte Peskov laut der Nachrichtenagentur Interfax.
Die Führung in Moskau macht künftige Schritte von den Inhalten konkreter Friedensinitiativen abhängig. Peskov stellte klar, dass jede neue Formel primär an den nationalen Interessen Russlands gemessen werde. Bislang lägen der russischen Regierung keine offiziellen oder detaillierten Ausarbeitungen vor, die als Verhandlungsgrundlage dienen könnten.
In Moskau wird darauf hingewiesen, dass die Weiterentwicklung der Situation stark davon abhängt, wie sich die Ankündigungen in realen Vorschlägen niederschlagen. Bisherige Erklärungen aus dem Ausland reichten nicht aus, um einen substanziellen Kurswechsel einzuleiten. Der Kreml verlangt eine genaue Prüfung aller Punkte, bevor Schritte unternommen werden.
Trotz der vorsichtigen Haltung gegenüber den aktuellen Berichten bestätigte der Kreml, dass direkte Gesprächskanäle zu US-Unterhändlern aufrechterhalten werden. Russische Offizielle äußerten die Erwartung, dass die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner Moskau besuchen könnten, sobald es deren Termine zulassen. Der Austausch zwischen Washington und Moskau soll nach Vorstellungen der russischen Führung fortgesetzt werden.
Die Bemühungen der Vereinigten Staaten um die Vermittlung eines Friedensabkommens waren in den letzten Monaten ins Stocken geraten. Zudem wurde die diplomatische Aufmerksamkeit durch den Konflikt im Iran gebunden. Dennoch laufen im Hintergrund vorbereitende Gespräche, um verfahrene Verhandlungspositionen schrittweise aufzuweichen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj führte in dieser Woche bereits Gespräche mit Witkoff und Kushner, um Perspektiven für erneute Verhandlungen mit Russland zu erörtern. Zudem ist ein Treffen Selenskyjs mit US-Präsident Donald Trump in Washington geplant. Diese Begebenheiten verdeutlichen das Bestreben der ukrainischen Seite, die diplomatischen Kontakte mit den USA zu intensivieren. Ob diese Initiativen zu einer tragfähigen Vereinbarung führen, bleibt angesichts der zurückhaltenden Reaktion aus Moskau jedoch offen.



























