ODESA, 26. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Ein internationales Frachtschiff ist am Sonntag vor der Küste des ukrainischen Schwarzmeerhafens Odesa gesunken, genau eine Woche nach einem schweren russischen Angriff. Nach Angaben der ukrainischen Hafenbehörde handelt es sich um die unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrende Golden Leo. Das Schiff erlitt massive Beschädigungen, als es am 19. Juli von russischen Streitkräften beschossen wurde.
Bei dem Angriff auf das Handelsschiff kamen neun Besatzungsmitglieder ums Leben, während acht weitere gerettet werden konnten. Die Golden Leo hatte zuvor den Hafen von Tschornomorsk mit einer Ladung Mais an Bord verlassen. Zum Zeitpunkt des Angriffs befand sich der Frachter in einem von der Ukraine überwachten Küstenkorridor auf dem Weg nach Rumänien. Ein Augenzeuge berichtete vor Ort von dichten Rauchwolken, die von dem beschädigten Schiff vor der Küste aufstiegen.
Die ukrainische Hafenbehörde verurteilte das Vorgehen scharf. Ein Sprecher der ukrainischen Hafenbehörde erklärte in einer offiziellen Stellungnahme: „Die russischen Aktionen gegen das Schiff haben gegen die Normen des internationalen Seerechts verstoßen und das Leben der Besatzung gefährdet.“ Eine öffentliche Stellungnahme oder Erklärung von russischer Seite zu dem Angriff liegt bislang nicht vor.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie verstärkter Angriffe auf die maritime Infrastruktur der Region ein. In den vergangenen Wochen haben die russischen Streitkräfte ihre Angriffe auf die tiefen Seehäfen im Süden der Ukraine intensiviert. Diese Häfen sind von zentraler Bedeutung für das Land, da über sie ein Großteil des Getreides und anderer kritischer Frachtgüter für den Export abgewickelt wird. Der Verlust des Handelsschiffes verdeutlicht die anhaltenden Risiken für die zivile Seefahrt in den Gewässern des Schwarzen Meeres im fünften Kriegsjahr.



























