KIEW, 9. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Donnerstag bestätigt, dass Russland bei einem Angriff auf die Region Kiew ein Munitionslager getroffen hat. Der Vorfall ereignete sich bereits Anfang der Woche.
Am 6. Juli schlug eine russische Rakete in der Kleinstadt Wyschnewe am westlichen Stadtrand von Kiew ein. Der Treffer löste massive Sekundärexplosionen aus, die nach Angaben lokaler Behörden zehn Todesopfer forderten. Zudem wurden bei dem Angriff Hunderte Wohnhäuser beschädigt. Die Offenlegung von Schäden an militärischen Einrichtungen ist in der Ukraine selten.
In einem Austausch mit Medienvertretern äußerte sich das Staatsoberhaupt zu den Umständen des Angriffs und der gelagerten Munition. Dabei betonte er die Schwere der Vorfälle in der betroffenen Region.
„Was die Ermittlungen zur Explosion in Wyschnewe betrifft, ist die Lage absolut erschreckend: In Wyschnewe befand sich ein Munitionsdepot. Der Feind hat dieses Depot angegriffen, was zu einer großen Zahl von Opfern und erheblichen Verlusten geführt hat,“ sagte Selenskyj.
Nach dem Angriff, der in der Bevölkerung für große Empörung sorgte, leiteten die Behörden ein Strafverfahren ein. Bewohner kritisieren den Vorfall als Ergebnis von Fahrlässigkeit und mangelnder Transparenz. Präsident Selenskyj stellte klar, dass Verantwortliche des staatlichen Waffenproduzenten Ukroboronprom zur Rechenschaft gezogen werden. Das Unternehmen besaß das betroffene Depot, weshalb nun mit Entlassungen gerechnet wird. Die Untersuchung soll klären, warum sich das Lager in dieser Form in der zivilen Umgebung befand.
























