Einschlag im Wohnviertel von Galati
Nach offiziellen Angaben des Verteidigungsministeriums handelte es sich bei dem Flugobjekt um eine mit Sprengstoff beladene Drohne des Typs Geran-2 aus russischer Produktion. Das Fluggerät traf die Dachkonstruktion eines zehnstöckigen Wohngebäudes, woraufhin die gesamte Ladung beim Aufprall explodierte. Der heftige Einschlag löste sofort ein Feuer in einer Dachwohnung aus und beschädigte zwei Treppenhäuser sowie fünf parkende Fahrzeuge schwer. Insgesamt mussten rund 70 Bewohner das betroffene Gebäude mitten in der Nacht fluchtartig verlassen. Die staatliche Nachrichtenagentur Agerpres berichtete unter Berufung auf den Rettungsdienst, dass eine Frau und ihr Kind mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus transportiert wurden. Zwei weitere Personen mussten vor Ort wegen schwerer Panikattacken medizinisch betreut werden, da der Angriff das Wohnviertel völlig unvorbereitet traf.
Radarsysteme durch Tiefflug getäuscht
Brigadegeneral Gheorghe Maxim erklärte auf einer Pressekonferenz Details zum Einflug des militärischen Fluggeräts. Das Objekt befand sich etwa vier Minuten lang im nationalen Luftraum. Dabei bewegte es sich in extremer Tiefflughöhe, wodurch die Standard-Radarsysteme der Verteidigung extreme Schwierigkeiten hatten, die Bedrohung rechtzeitig präzise zu erfassen. Das Verteidigungsministerium reagierte sofort auf den Luftraumverstoß und ließ zwei F-16-Kampfflugzeuge sowie einen Militärhubschrauber aufsteigen. Obwohl die Piloten die formelle Autorisierung besaßen, die Bedrohung abzuschießen, sahen sie von einem Abschuss über bewohntem Gebiet ab. Ein Einsatz des US-Abwehrsystems Merops wurde ebenfalls als zu gefährlich für die Zivilbevölkerung in der Großstadt eingestuft. Einwohner der betroffenen Grenzlandkreise Braila, Galati und Tulcea waren zuvor über das Warnsystem aufgefordert worden, Schutzräume aufzusuchen, während Rumänien die Luftraumüberwachung drastisch verschärfte.

Drohnenfunde im Nordwesten des Landes
Zusätzlich zu dem verheerenden Vorfall in Galati vermeldeten die lokalen Behörden einen weiteren Drohnenfund im Nordwesten. In der Nähe von Basesti im Kreis Maramures wurde eine Drohne mit einer Flügelspanne von drei Metern entdeckt. Diese führte im Gegensatz zu dem Objekt in Galati keine Sprengladung mit sich. Der Fundort wurde umgehend von Sicherheitskräften abgesperrt, und Ermittler untersuchen nun die genaue Herkunft und Flugroute des Fluggeräts. Seit dem Beginn der russischen Angriffe auf die ukrainischen Donauhäfen hat Rumänien bereits 28 Luftraumverletzungen durch unbemannte Systeme registriert. Der jüngste Vorfall markiert jedoch eine neue Eskalationsstufe an der Außengrenze der Europäischen Union. Das gesamte Land Rumänien blickt nun mit Sorge auf die Entwicklung der Sicherheitslage an der Ostflanke.
Diplomatische Konsequenzen und Proteste
Die politische Führung in Bukarest reagierte mit scharfer Kritik auf die anhaltende Gefährdung ihres Territoriums durch den Nachbarkonflikt. Außenministerin Oana Toiu verurteilte den Vorfall scharf und kündigte sofortige diplomatische Schritte gegen die Führung in Moskau an.
„Anfängliche Informationen deuten darauf hin, dass die gesamte Ladung der Geran-2-Drohne russischen Ursprungs beim Aufprall explodierte“, erklärte das Verteidigungsministerium in einer Stellungnahme.
Als direkte Konsequenz wurde der russische Botschafter in das Außenministerium in Bukarest zitiert. Zudem forderte Rumänien eine beschleunigte Übergabe zusätzlicher NATO-Fähigkeiten zur Drohnenabwehr. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, dass Russland eine Grenze überschritten habe, und kündigte ein neues Sanktionspaket an. Für das betroffene Land Rumänien steht der Schutz der eigenen Bevölkerung nun an oberster Stelle. Eine offizielle Stellungnahme des russischen Verteidigungsministeriums zu den Vorfällen liegt bisher nicht vor.




























